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Prof. Robert Voswinckel erläutert in der TG-Turnhalle in seinem Vortrag, wie es zu Schlafstörungen kommt. FOTO: HALEFELDT

Was tun gegen Schlafprobleme?

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Im Gesundheitsforum "Wissen, was hilft" der Turngemeinde Groß-Karben ging es noch einmal um Schlafstörungen. Prof. Dr. Robert Voswinckel, Facharzt für Pneumologie, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Bürgerhospital in Friedberg und am Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim, schilderte, wie im neuen stationären Schlaflabor des Gesundheitszentrums Wetterau mit Messmethoden Schlafstörungen diagnostiziert und Therapievorschläge entwickelt werden. Er knüpfte damit an seinen Vortrag vom Sommer 2018 an, in dem er sich mit dem Thema Schlaf befasst hatte.

N ach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Groß-Karbener Turngemeinde (TG) Martin Menn in der TG Tunrhalle kam Prof. Dr. Robert Voswinckel gleich zum Thema Schlafstörung. Er erläuterte, dass sich die Atemwege im Schlaf aus unterschiedlichen Gründen verengen können und damit der Atemfluss behindert (Hypopnoe) oder phasenweise ganz unterbunden werden kann (Apnoe). Von Apnoe - Griechisch für Nicht-Atmung - spricht man, wenn die ungewollten Atempausen häufiger als fünf Mal pro Stunde auftreten und jeweils über zehn Sekunden dauern. Die sogenannte obstruktive Variante der Apnoe (OSA) geht einher mit lautem, unregelmäßigem Schnarchen und Tagesmüdigkeit. Hinzu können weitere Symptome wie nächtliches Schwitzen, Harndrang oder Potenzstörungen kommen. Sie ist von sich aus gefährlich, etwa wenn ein Lastwagenfahrer tagesmüde am Steuer einschläft und führt leicht zu Folgeschäden wie Bluthochdruck, Schlaganfällen oder Herzerkrankungen. Sie sollte daher behandelt werden.

Dann kam der Referent auf das Vorgehen im Schlaflabor: Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens, einem Aufmerksamkeitstest und einem Screening werde ein Schlafprofil erstellt. Basis dafür ist ein Diagnoseverfahren, bei dem das Schlafverhalten des Patienten mit Sensoren und Beobachtung durch geschultes Personal aufgezeichnet und analysiert wird.

Keilkissen und Kieferschiene

Gemessen werden der Hirnstrom (EEG), der Herzrhythmus (EKG), die Körpertemperatur, der Atemfluss durch Mund und Nase, die Atmungsbewegung, die Beinbewegung und die Körperlage. So könne man feststellen, wann der Patient geschnarcht habe oder wann die Atmung unterbrochen gewesen sei. Wenn bei dieser Untersuchung gravierende Fehlfunktionen festgestellt werden, gibt es unterschiedliche Therapieansätze. Eine Ursache der Probleme sei Übergewicht. Dann sei das Ziel eine Gewichtsreduktion. Falls die Probleme primär beim Schlaf in Rückenlage auftreten, könne mit entsprechen Hilfsmitteln wie Keilkissen dafür gesorgt werden, dass der Patient auf der Seite schlafe. Ein weiteres Mittel seien Zahnspangen ähnelnde Schienen im Unterkiefer, die dafür sorgen, dass der Unterkiefer sich vorschiebt und mehr Platz für die Atemwege lässt. Früher habe man auch zu operativen Methoden gegriffen, heute gelte die CPAP-Therapie als Standard. CPAP bedeutet "continuous positive airway pressure" ("kontinuierlich positiver Atemwegsdruck"). Bei dieser Therapie ist das Tragen einer Atemmaske erforderlich, die während des gesamten Schlafs für einen leichten Überdruck auf die Atemwege sorgt.

Voswinckel ging dann noch genauer auf den Zusammenhang zwischen Apnoe und Bluthochdruck ein, bevor er sich den Fragen aus dem Publikum stellte. Aus dem Frage-und-Antwort-Spiel ergaben sich noch einige Ergänzungen, und eine Betroffene berichtete, sie habe unter einer Maske Beklemmungen bekommen und setze deshalb auf die Kieferschiene.

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