In den Köpfen der Menschen etwas ändern: Vor Kurzem haben die Angehörigen des im Oktober 2019 tödlich verunglückten Gerd Hoffmann eine Gedenktafel am Abzweig Karben aufgestellt. Dort laufen derzeit die Arbeiten zur Errichtung einer Ampelanlage.	FOTO: WEBER
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In den Köpfen der Menschen etwas ändern: Vor Kurzem haben die Angehörigen des im Oktober 2019 tödlich verunglückten Gerd Hoffmann eine Gedenktafel am Abzweig Karben aufgestellt. Dort laufen derzeit die Arbeiten zur Errichtung einer Ampelanlage.

Verletzte und Tote

Gefährliche Abzweigung in der Wetterau: Mahnung zu mehr Rücksicht

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Warnbaken weisen den Kraftfahrern den Weg über die Gefahrenstelle auf der Ortsumgehung Nidderau am Abzweig Karben. Ende Mai soll eine fest installierte Lichtsignalanlage installiert werden.

Die Arbeiten, die von Hessen Mobil am Abzweig der B 45 nach Karben ausgeführt werden, liegen im Plan. Benjamin Passehl und sein Bruder sind erleichtert. Sie hatten am 30. Oktober 2019 ihren Vater Gerd Hoffmann an dieser Stelle durch einen Unfall verloren. Vor Kurzem haben sie eine Gedenktafel aus Holz errichtet. Sie ist Erinnerung und Mahnung zugleich.

Das Leid der Unfallopfer soll nicht ganz umsonst gewesen sein. Denn neben dem Bau der Ampelanlage am Abzweig Karben und der vor wenigen Tagen eingerichteten Tempo-70-Zone rund um die Einmündung zum Wohngebiet Allee Süd plant der Main-Kinzig-Kreis eine Kampagne für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Gefährliche Abzweigung in der Wetterau: Einsatz für generelles Tempolimit

»Wir begrüßen das sehr«, sagt Benjamin Passehl im Gespräch mit dieser Zeitung. Seit dem Tod des Vaters setzen er und sein Bruder sich für ein generelles Tempolimit auf der Ortsumgehung Nidderau ein. Die beiden hatten sich vor einigen Wochen mit der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler und Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß sowie Vertretern von Hessen Mobil getroffen, um sich auszutauschen. Simmler hatte damals die Idee zur Kampagne vorgestellt. »Auch wir haben einige Vorschläge dazu gemacht«, erklärt Passehl. »Es ist gut, dass sich jetzt etwas ändert.« Wie der Main-Kinzig-Kreis mitteilt, ist derzeit eine Agentur mit der Ausarbeitung der Kampagne beauftragt, die kreisweit eingesetzt werden soll, um für Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmern zu werben. Einbezogen in diesen Prozess ist auch Hessen Mobil.

»Wir wollen es nicht bei dem belassen, was Behörden anordnen können, sondern auch moralisch appellieren, um in den Köpfen der Menschen etwas zu ändern«, erläutert Bürgermeister Schultheiß auf Anfrage. Sobald greifbare Ergebnisse vorlägen, wolle der Kreis mit einer kommunalen Kampagne an den Start gehen, kündigt Simmler an Über die jetzigen Regulierungen an den Abzweigen Karben und Allee Süd hinaus habe das hessische Verkehrsministerium jedoch weitere Maßnahmen für diesen Abschnitt der B 45 abgelehnt. »Wir brauchen aber auch ein Herunterregeln der Geschwindigkeit im größeren Radius, um gerade in den Stoßzeiten und weniger übersichtlichen Verkehrssituationen die Unfallgefahr zu bannen«, erinnert Schultheiß an die weiterreichenden Forderungen von Stadt und Kreis.

Gefährliche Abzweigung in der Wetterau: Land bewertet Situation anders

Das hessische Verkehrsministerium hatte die Streckenabschnitte der Umgehungsstraße entlang der Bundesstraßen 45 und 521 in diesem Jahr neu prüfen lassen. Doch das Land bewertet den Knotenpunkt mit der Siemensstraße anders. »Ein Zusammenhang zwischen den aufgetretenen Unfällen und der örtlichen Verkehrssituation lässt sich an dieser Stelle nicht herleiten«, heißt es in dem Schreiben des Ministeriums. Daher komme eine weitergehende Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit entlang der B 45 nicht in Betracht.

Die Unfallentwicklung für den Streckenabschnitt werde das Land aber auch künftig im Blick behalten. »Das werden wir unsererseits natürlich auch tun«, kündigen Susanne Simmler und Bürgermeister Gerhard Schultheiß an.

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