Lucia Puttrich erklärt Jugendlichen der 10. Klasse ihre Position. 	FOTO: PV
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Lucia Puttrich erklärt Jugendlichen der 10. Klasse ihre Position. FOTO: PV

»Für Rechtspopulismus ist in Europa kein Platz«

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Gedern (pm). »Die abscheuliche Bluttat von Hanau widerspricht allem, wofür Europa steht. Deshalb müssen wir gemeinsam gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit eintreten«, sagt die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich. In der Gesamtschule Gedern hat Puttrich am Freitag mit Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse über die Frage »Wie soll Europas Zukunft aussehen?« diskutiert. »Egal wie die Antwort lautet: Für Nationalismus und Rechtspopulismus ist in Europa kein Platz, denn sie sind der Nährboden, auf dem Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit gedeihen. Dagegen müssen wir uns wehren, und dazu kann jeder von uns einen Beitrag leisten«, ist die Ministerin überzeugt.

Die Europäische Union sei unbestritten in einer schwierigen Lage, sagte die Hessische Europaministerin weiter. Sie rief die Schülerinnen und Schüler auf, sich an der in den nächsten Monaten geplanten »Konferenz zur Zukunft Europas« zu beteiligen, mit der die Europäische Kommission bis 2022 Konzepte für die zukünftige Entwicklung entwickeln will.

In Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit sieht die Ministerin aktuell eine der größten Herausforderungen der EU. »In nahezu allen Mitgliedsstaaten gibt es Kräfte, die den Menschen einflüstern, dass Abschottung untereinander und nach außen der richtige Weg für Europa und seine Völker ist. Diese Kräfte versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme. Aber das ist nicht der Weg, der Europa 70 Jahre Freiheit und Demokratie gebracht und uns allen die Möglichkeit geschenkt hat, mit unseren Nachbarn in Frieden und Freundschaft und Wohlstand zu leben. Aus Fremdenfeindlichkeit wird Fremdenhass und schließlich Mord - das dürfen wir nicht zulassen.«

Die Europaministerin forderte die Jugendlichen auf, gegen Fremdenfeindlichkeit im Internet Stellung zu beziehen und verwies auf das Aktionsprogramm »Hessen gegen Hetze«, mit dem die Hessische Landesregierung gegen Rechtsextremismus und Hass im Internet vorgehe. »Ein fremdenfeindlicher Post auf Facebook oder in einer Chatgruppe ist keine Lappalie, sondern trägt zu einem Klima bei, in dem aus Worten schließlich Untaten werden.« Europa stehe für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, für Toleranz und friedliches Miteinander. Das seien jene europäischen Werte, die die Grundlage »unserer Gemeinschaft bilden und die wir verteidigen müssen«, sagte Puttrich.

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