Ute Latzel genießt es, mit einer Apfelschorle vor der Cocktailbar "Soul 4 Drinks" in Bad Nauheim zu sitzen und das Ambiente der Trinkkuranlage zu genießen. 	FOTO: IHM
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Ute Latzel genießt es, mit einer Apfelschorle vor der Cocktailbar »Soul 4 Drinks« in Bad Nauheim zu sitzen und das Ambiente der Trinkkuranlage zu genießen. FOTO: IHM

Ein ganzheitlicher Ort

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Wenn Ute Latzel in die Trinkkuranlage in Bad Nauheim geht, fühlt sie eine Verbundenheit zu diesem Ort. Als junge Mutter ging sie zum Spielen dorthin, später führte ihr Weg sie aus beruflichen und kulturellen Gründen in die Jugendstilanlage. Besonders gern trifft sie Leute in der Cocktailbar »Soul 4 Drinks«.

Eine der ersten Anlaufstellen von Ute Latzel in Bad Nauheim war die Trinkkuranlage, die im Herzen der Stadt liegt: Ein Ort, mit dem sie nach wie vor viel verbindet - und zwar in all seinen Facetten. Die Trinkkuranlage ist mithin ihr Lieblingsplatz, wobei sie am liebsten mit einer Apfelschorle vor der Cocktailbar »Soul 4 Drinks« sitzt und die schöne Kulisse genießt.

Die innere Verbindung zu dem Jugendstiljuwel geht auf das Jahr 2003 zurück, als die heutige Geschäftsführerin des Mütter- und Familienzentrums (Müfaz) mit ihrem Mann und dem damals vier Monate alten Sohn David in die Kurstadt zog. »Wir wohnten Ecke Kur- und Hauptstraße in einer tollen Wohnung unter dem Dach, allerdings ohne Balkon«, erzählt sie.

Deshalb ging Latzel mit ihrem Kind zum Spielen häufig in die Trinkkuranlage, immer mit einem Ball in der Tasche. »Es gab dort Stöcke, Steine und Gras - da haben Kinder genug zu gucken«, stellt sie fest. Nach drei Jahren zog die Familie in einen der ländlichen Stadtteile, das Ambiente der Trinkkuranlage findet sie aber immer noch wunderschön.

»Ich war auch beruflich dort. Zusammen mit der Selbsthilfekontaktstelle des Wetteraukreises und dem Freiwilligenzentrum Bad Nauheim hat das Müfaz dort zweimal eine Ehrenamtsmesse veranstaltet«, blickt Latzel zurück. Die Tische standen im Freien, es gab eine kleine Ausstellung, und auch auf der Bühne stieg ein Programm. In einem anderen Jahr lud der frühere Inhaber des Restaurants Tafelspitz, das in der Trinkkuranlage beheimatet ist, das Müfaz zu einer Weihnachtsfeier ein. Er habe etwas für soziale Projekte tun wollen und unterstützte jedes Jahr eine andere Initiative. »Das war natürlich eine sehr schöne Feier«, erinnert sich Latzel an das stilvolle Ereignis, das sie mit rund 40 engagierten Vereinsmitgliedern besuchte.

Auch den Konzertsaal der Anlage kennt sie gut, zum einen, weil hier regelmäßig die Stadtverordneten tagen und Latzel dann und wann bei politischen Diskussionen zugehört hat. Ein anderer Anlass sind die kulturellen Angebote in diesem Raum: Hier hörte sie schöne Chorkonzerte und zuletzt sah sie dort die Premiere von »Bad Nauheim - der Film«.

Stark interessiert sich Latzel für die Ausstellungen des Kunstvereins in der Galerie Trinkkur. »Ich schätze diesen Verein, weil sich die Leute sehr engagieren, tolle Künstler und Redner nach Bad Nauheim holen. Fast immer, wenn ich Zeit habe, gehe ich zu den Vernissagen.« Gern hört sie den Laudatoren zu, oft Kunstgeschichtler und Museumsdirektoren, ist fasziniert von deren Wissensschätzen. Latzel, die vor ihrem Jura-Studium einige Semester Musikwissenschaft studierte, mag es, wenn sich Menschen mit Kunst auseinandersetzen und dies in Worte fassen können.

Kunst, Konzerte und Kontakte

Besonders gern verabredet sie sich aber mit Freunden im »Soul 4 Drinks«. Und wann immer sie »einfach mal so« dorthin geht, treffe sie jemanden, der ein nettes Wort habe. »Es gibt auch tolle Musikveranstaltungen. Ich finde es super von Pavlo und Lucky, dass sie so etwas auf die Beine stellen.« Gemeint sind damit die Inhaber-Brüder Tsiaousis. Latzel hofft, dass es die Bar noch lange gibt.

»Das Schöne ist, dass es nicht nur ein Platz für die Jungen oder die Alten ist, sondern dass alle Generationen hierherkommen«, sagt die mittlerweile 50-jährige, zweifache Mutter, die mit Ball und Kleinkind einst zum Spielen in die Anlage kam.

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