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Mit Leib und Seele auf Humor programmiert: Comedian Markus Maria Profitlich unterhält sein Publikum am Wölfersheimer See aufs Beste.

Gag-Küche mit feiner Zunge

  • VonConstantin Hoppe
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Er ist im wahrsten Sinne ein Schwergewicht unter den deutschen Comedians. Markus Maria Profitlich gehört seit Jahren zu den beliebtesten und erfolgreichsten Gag-Lieferanten - nicht nur in seinen Fernsehshows, sondern auch live auf der Bühne. Wie auch zur Eröffnung des »Sommers am See« am Samstag in Wölfersheim.

Es ist kalt, aber wir haben Spaß.« Schaut man sich das aktuelle Sommerwetter an, durfte es kaum verwundern, dass sich am Samstagabend zahlreiche Besucher in Regenponcho und mit Schirmen am Ufer des Wölfersheimer Sees eingefunden hatten. Allerdings sprach das auch für die Fans von Markus Maria Profitlich, der trotz heftiger Regenschauer doch einige Besucher zu seinem Auftritt im Rahmen von »Sommer am See« lockte.

Die »Wochenshow« machte Profitlich Ende der 90er Jahre als »Erklärbär«, »Reporter Peter Wuttke«, »Mawegda Gandhi« oder »Baby Markus« bekannt. Zwischen 2002 und 2007 lief seine eigene Unterhaltungssendung »Mensch Markus«. Aber auch bis heute ist er aus der deutschen Comedy-Szene kaum wegzudenken

Am Samstag eröffnete Markus Maria Profitlich das Programm beim »Sommer am See« mit seiner aktuellen Show »Das Beste aus 35 Jahren. Die Jubiläums-Tour«. Requisiten braucht er dabei nahezu keine: ein Stehtisch, eine Sitzgelegenheit und hin und wieder ein anderes Kostüm - mehr benötigte der Komiker auch in Wölfersheim nicht, um sein Publikum zu begeistern. Unterstützt wurde er dabei am Samstag von seiner »Beiköchin« und Ehefrau Ingrid Einfeldt. Zu seiner großen Jubiläums-Tour serviert der Drei-Sterne-Koch der Unterhaltung mit feiner Zunge und unter Einsatz seines ganzen Körpers das Beste, das seine Gag-Küche in den letzten 35 Jahren gezaubert hat.

Und in den meisten Punkten des Programms jagte hier ein Lacher den nächsten - etwa beim Gespräch zweier Bauarbeiter über ihr Lieblingsgetränk und Allheilmittel Kaffee: In Baron-Münchhausen-Manier versuchen beide, sich in ihren herbeifabulierten Geschichten über die Wirkung eines Kaffees zu übertreffen - von der Heilung von Müdigkeit bis zum Nachwachsen ganzer Körperteile. Nur um dann die »Plörre« auszuspucken und dann doch eine gute Tasse Tee zu trinken - denn ein Tee ist immer noch »die beste Medizin«.

Gerade einmal ein Stehtisch war bei einem der letzten Sketche notwendig, Und zu diesem wurde dann eine Zuschauerin auf die Bühne geholt. Mit ihr sollte »der beste Sketch aller Zeiten« aufgeführt werden. Nur an den Textvorgaben scheiterte es. Und so sah sich Profitlich genötigt, »leider« einen Wein nach dem anderen trinken zu müssen, um schließlich in gespielter Trunkenheit den Sketch abzubrechen. Dabei sei die Textvorgabe an die Zuschauerin doch »so einfach und leicht« - in Wirklichkeit aber ein unausprechlicher Zungenbrecher. Das Publikum honorierte die »misslungene« Darbietung mit kräftigem Lachen.

Schmerzvolles Aerobic-Programm

Und nachdem zwei Stunden Programm fast wie im Flug vergangen waren und mancher Besucher auch Nässe und kühle Temperaturen vergessen hatte, war dann Zeit für den Abschied. Damit man für eine »Zugabe« zurück auf die Bühne gefordert wurde.

Das Publikum wollte es ja nicht anders, und so zeigte sich Profitlich schließlich im Sport-BH auf der Bühne: »Das ist die Nummer, die ich am allerwenigsten mag - und deshalb spiel ich die heute hier für euch zum allerletzten Mal«, kündigte und drohte er gleichermaßen an, um dann sein Aerobic-Programm vorzustellen. Doch mit mittlerweile 61 Jahren ist das nicht mehr gar so einfach. Deshalb dominieren auch eher schmerzvolles Stöhnen und zögerliche Schritte.

Zu guter Letzt wartete das versammelte Publikum mit stehenden Ovationen auf und dankte für einen höchst unterhaltsamen Abend mit viel Humor und Lachern sowohl vor als auch auf der Bühne am Wölfersheimer See.

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