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ZUM NACHDENKEN

Weg des Friedens

  • vonred Redaktion
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Am 6. und 9. August 1945 haben die Amerikaner die ersten Atombomben über die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Die Explosionen töteten rund 100 000 Menschen. Sofort. Sie verglühten. Bis Ende 1945 starben an den Folgeschäden weitere 130 000 Menschen. In den Jahren danach kamen Tausende hinzu. Viele Menschen leiden bis heute an den Spätfolgen der Strahlung. Die Rate der an Krebs Erkrankten und der Geburten von missgebildeten Kindern ist weiterhin überdurchschnittlich hoch.

In diesen Tagen erinnern wir uns an die grausamen Ereignisse vor 75 Jahren. Wer sich den Schrecken, den der Krieg mit sich gebracht hat, vor Augen führt, der kann nicht wollen, dass sich solche Szenarien wiederholen. Und gerade Christen sind gefragt, der Botschaft Jesu vom Suchen des Friedens nachzukommen. "Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein", lautete das klare Bekenntnis der Kirchen in Amsterdam 1948 als Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg.

Was aber heißt das heute? Ich denke eine wache, widerständige Haltung ist vonnöten. Dort, wo unser Land als einer der größten Rüstungsexportnationen dieser Welt Waffen auch in Krisengebiete liefert. Wir können nicht die Kriege dieser Welt beklagen und die Menschen, die aus diesen Kriegen zu uns flüchten abweisen - und gleichzeitig verdient unsere Wirtschaft an genau diesen Kriegen. Das passt nicht zusammen.

Mehr als 13 000 Atomwaffen gibt es noch immer auf der Welt. Im Friedenspark von Hiroshima gibt es eine Flamme, die erst erlöschen soll, wenn die letzte Atombombe vernichtet worden ist. Mögen die Bemühungen aller, die sich für Abrüstung und Frieden einsetzen, gesegnet sein. Möge Gott unsere Füße auf den Weg des Friedens lenken.

Pfarrerin Claudia Ginkel, Ev. Kirchengemeinde Friedberg

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