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Schultheaterpreis

Friedberg: Ausgezeichnete Theater-AG

  • Sabine Bornemann
    vonSabine Bornemann
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Das Klassenzimmer ist seine Bühne. Jorgi Slimistinos unterrichtet Darstellendes Spiel an der Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg. Seine AG »Fliegenfänger« hat nun den Hessischen Schultheaterpreis bekommen. Slimistinos ist Regisseur und Schauspieler. Mit 39 ist er noch Lehrer geworden. In seinem Wohnort Bad Vilbel hat er außerdem einen Kulturverein ins Leben gerufen.

Vielleicht muss ein Lehrer irgendwie auch ein Schauspieler sein. Seine Bühne ist das Klassenzimmer, die Schüler das Publikum. Begeistern muss er diejenigen, die vor ihm sitzen auf jeden Fall.

Das kann Georgios-Johannes »Jorgi« Slimistinos, denn der Lehrer der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Friedberg ist studierter und gelernter Schauspieler. Er findet: Theaterpädagogische Arbeit muss viel mehr in den Schulen unterrichten werden. Das macht er voller Hingabe an der ARS. Er unterrichtet Darstellendes Spiel. Für seine Arbeit ist er und seine Theater-AG »Fliegenfänger« mit dem hessischen Schultheaterpreis ausgezeichnet worden.

»Das Darstellende Spiel steckt noch in den Kinderschuhen«, sagt Slimistinos. Doch es sei ein ungeheuer wichtiges Fach: Denn alle Fähigkeiten, die man zum Schauspielern und auf der Bühne braucht, können fürs ganze Leben helfen: Man lernt Teamfähigkeit, sich in die Augen zu sehen, sich die Hand zu geben. Laut, deutlich oder auch mal leise zu sprechen. »Es ist wie ein Knigge-Training und schult das Selbstbewusstsein«, sagt Slimistinos.

Nicht alles, was für die Theaterarbeit wichtig und notwendig ist, geht in Zeiten von Corona. Doch Slimistinos bietet allen Jahrgangsstufen etwas an - von der Grundschul- bis zur Abschlussklasse. Mit den 15 bis 17-Jährigen übt er gerade einen Antigone-Stoff ein.

Für Grundschüler und Teenies

Die Neunt- und Zehnkläss ler befassen sich mit Shakespeares »Romeo und Julia«. Die Achtklässler der ARS arbeiten an einem eigenen Stück. In der sechsten Klasse wird »Moby Dick« gespielt, die Fünftklässler setzen sich dramaturgisch mit einem Bilderbuch auseinander. Die Grundschüler beschäftigen sich mit den Bremer Stadtmusikanten. Slimistinos muss dafür die jeweiligen Originalstücke kürzen, für die Altersklasse »herunterbrechen« oder Stücke komplett neu erfinden, damit jeder den Text und die Szenen lernen kann.

Er kennt sich damit aus. Slimistions hat Schauspiel und Theater studiert. Schauspielerisch aktiv war er viele Jahre lang in Frankfurt, wurde mit 39 Jahren noch Lehrer für Deutsch und katholische Religion an der Frankfurter Ludwig-Börne-Schule. Mittlerweile wohnt er in Bad Vilbel-Dortelweil und unterrichtet in Friedberg.

Mit der theaterpädagogischen Arbeit hat es Slimistinos, wie er sagt, in der Schulwelt nicht immer leicht. Es ei eben kein klassisches Schulfach, und da werde man schon mal »merkwürdig beäugt.« Theaterpädagogik müsse einen höheren Stellenwert an Schulen haben«, findet Slimistinos.

Dafür und die Kultur an sich hat er mit anderen Mitstreitern den Bad Vilbeler Verein »ZwischenZeit« gegründet. Ausgebildete Theaterpädagogen und Schauspieler präsentieren regelmäßig als Ensemble Stücke für Jung und Alt. »Wer fühlen kann, der kann auch Theater spielen«. Es ist ein Satz, der sich in der Theaterpädagogik bewährt hat. Hervorge gangen ist der Verein 2015 aus dem Team des Zwischenzeit-Theaters. »Wir möchten Theater für Menschen erfahrbar und erlebbar machen«, sagt Slimi stions. Vielen fehle heute die Zeit für Kultur.

Der Verein »ZwischenZeit«

Daher bringt der Verein Theater zu den Menschen und inszeniert Stücke mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und für alle Altersgruppen. »Wir möchten Theater auch für Menschen, die einen schwierigen Zugang zu Kultur haben, ermöglichen«, bekräftigt Slimistions.

Regelmäßig spielt »ZwischenZeit« daher Kindertheater - besonders das jährliche Weihnachtsstück sowie Jugendtheaterstücke und Theaterstücke für Erwachsene. Kindern und Jugendlichen soll auch die Möglichkeit geboten werden, bei einigen Inszenierungen mitzuwirken.

Der Adolf-Reichwein-Schule kommt dieser Verein besonders zugute, denn er unterstützt die Schule mit dem Fundus, Kostümen oder Licht. »Das wäre sonst nicht möglich«, sagt Slimistions.

Er blickt in die Zukunft. Derzeit ist er in Kontakt mit dem Theater Alte Feuerwache (TAF) in Bad Nauheim. »Mein Traum wäre eine eigene Theaterwerkstatt oder ein Theaterstudio für die Wetterau, denn das gibt es bisher noch nicht in unserer Region.«

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