In Bad Vilbel sind bisher mit Abstand die meisten Fälle registriert worden. GRAFIK: PRW
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In Bad Vilbel sind bisher mit Abstand die meisten Fälle registriert worden. GRAFIK: PRW

Zwei neue Corona-Infektionen in der Wetterau

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(prw). Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Wetteraukreis ist von Donnerstag auf Freitag um zwei auf 541 gestiegen. Die beiden Neuinfektionen wurden aus Bad Nauheim gemeldet. Die Zahl der aus der Quarantäne entlassenen Menschen lag bei 481 - sieben mehr als am Donnerstag. Die Genesenen kommen aus Altenstadt (2), Bad Nauheim (4) und Limeshain (1).

In stationärer Behandlung befanden sich fünf Menschen, - gegenüber 15 am Donnerstag. Eine intensivmedizinische Behandlung war bei zwei Personen notwendig, tags zuvor war dies bei einem Patienten der Fall gewesen. Bislang sind mit der Corona-Infektion 13 Menschen im Wetteraukreis gestorben.

Zieht man von der Gesamtzahl der Infizierten die Zahl der aus der Quarantäne entlassenen Menschen und die an oder mit Covid-19 Verstorbenen ab, gibt es aktuell im Wetteraukreis - Stand Freitag - 47 mit Corona infizierte Menschen. Sie befinden sich laut Kreisverwaltung alle in häuslicher oder klinischer Quarantäne, zu allen halte das Gesundheitsamt engen Kontakt.

In den letzten sieben Tagen stieg die Zahl der Infizierten im Wetteraukreis mit seinen 308 000 Einwohnern um 19. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner liegt im Kreis damit bei sechs; sie ist damit um eins gesunken.

Kreis-Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch fordert unterdessen in einer Pressemitteilung eine rasche Unterstützung für die Gesundheitsämter. Nach einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüße sie die Entscheidung des Bundes, Gesundheitsämter langfristig stärken zu wollen, heißt es in dem Schreiben aus der Kreisverwaltung.

Die Anforderungen an die Gesundheitsämter seien hoch: Infektionsketten müssten nachverfolgt, Menschen in Quarantäne beobachtet werden. Merkel habe nun in der Videokonferenz den Gesundheitsämtern Dank und Anerkennung ausgesprochen. Gleichzeitig sei mit den Kommunen ein "Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst" geschlossen worden.

Sorge wegen Krankenhäusern

"Ich begrüße sehr die Entscheidung auf Bundesebene, langfristig die Gesundheitsämter stärken zu wollen. Die im Pakt aufgelisteten Maßnahmen wie Personalaufbau, Digitalisierung, aber auch die Erhöhung der Attraktivität des öffentlichen Gesundheitsdienstes sind Punkte, die jedoch unverzüglich angegangen werden müssen", äußert sich Becker-Bösch.

"Unsere europäischen Nachbarn zeigen jetzt schon erste Anzeichen, beginnen ganze Landstriche wieder zu schließen. Wir müssen uns bewusst sein, dass im Falle einer zweiten, schweren Welle, die Kapazitäten in den Krankenhäusern, die wir im März und April hatten, zurzeit nicht mehr zur Verfügung stehen, weil wir wieder in einen Normalbetrieb übergegangen sind. Ein Normalbetrieb, den unser Gesundheitswesen dringend brauchte, denn unsere Krankenhäuser müssen auch wieder wirtschaftlich arbeiten können. Nun wissen wir nicht, was uns in den nächsten Monaten erwartet, welche Wechselwirkung entsteht, wenn Covid-19 auf die Grippe stößt. Es ist nun unsere Aufgabe, gerade auf Kreisebene, auf diese Eventualitäten vorbereitet zu sein."

Das Wetterauer Gesundheitsamt sei sehr gut aufgestellt. Auch wenn man personell sehr an seine Grenzen komme. Es sei dringend notwendig, eine langfristige Aufstockung voranzutreiben, um krisenfeste und nachhaltige Strukturen aufzubauen, forderte die Dezernentin.

Welche Schritte stehen nun auf Kreisebene an? Stephanie Becker-Bösch: "Aktuell sind wir unter anderem in sehr enger Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung, um gemeinsam in der Wetterau ein Testzentrum, das erste in dieser Art in Hessen, auf den Weg zu bringen. Das entlastet auch unsere Arztpraxen. Aus diesem Grund ist dieses Anliegen eines, das ich vorrangig zurzeit gemeinsam mit meinem Gesundheitsamt vorantreibe." FOTO: PRW

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