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Dank der Stadtwerke Friedberg und der dortigen Feuerwehr ist die Trinkwassernotversorgung im Wetteraukreis sichergestellt. Der Magistrat der Kreisstadt und die Verantwortlichen der Stadtwerke präsentieren die beiden Wassertanks samt der neuen Zugmaschine.

Stadtwerke Friedberg

Wetterau: Zwei Edelstahltanks sichern Trinkwasserversorgung in Notzeiten

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Zwei Wassertanks zu je 10 000 Liter Trinkwasser sind ab sofort in Friedberg stationiert. Sie sollen im gesamten Wetteraukreis zum Einsatz kommen, wenn die Wasserversorgung zum Erliegen kommt.

Friedberg – Ein Rohrbruch in Ranstadt-Dauernheim im August 2018 war der Auslöser: Der Reichelsheimner Ortsteil Blofeld war von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Was tun? Die Bürgermeisterdienstversammlung im Wetteraukreis nahm sich des Themas an. Im Jahr drauf lud Landrat Jan Weckler (CDU) die Bürgermeister sowie Fachleute zu einem Workshop über Trinkwasser-Notversorgung ein.

Die Trinkwasserversorgung wird traditionell über Hochbehälter sichergestellt. Allerdings kosten Bau und Unterhalt solcher Hochbehälter eine Menge Geld. Manche Kommunen haben sie deshalb stillgelegt oder bauen gar keine mehr. Das trifft etwa auf die Hälfte der Kommunen im Wetteraukreis zu. Sie sind vollständig auf die Wasserversorgung direkt aus den Fernwasserleitungen der Ovag angewiesen. Kommt es zu einem Leck, ist die Versorgung nicht mehr gewährleistet. In der Verantwortung stehen dann aber Städte und Gemeinden, nicht der Wasserversorger.

Die kurzfristige Lösung lautet: Es werden Trinkwassertanks angeschafft. Das wurde im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) beschlossen. Diese Tanks sind äußerst leistungsfähig. Dank eigener Energieversorgung über ein Notstromaggregat, Minderdruckpumpen und dank der stärksten Anschlussbuchsen, die man im Feuerwehrwesen kennt, können sie in nur fünf Minuten mit bis zu 10 000 Litern Trinkwasser betankt werden, sagte Friedbergs Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) bei der Präsentation der Tanks auf dem Gelände der Stadtwerke Friedberg.

Wetteraukreis: Wasserversorgung bei Waldbränden gesichert

Nicht nur die Kommunen arbeiten hier eng zusammen, auch die Landkreise: Der Main-Kinzig-Kreis hatte 18 dieser Abrollbehälter bestellt, zwei gingen nach Friedberg. Die Tanks sollen auch in anderen Notfällen Verwendung finden, etwa bei Waldbränden, wenn keine Hydranten zur Wasserentnahme in der Nähe sind. Die Anschaffung belaste nicht den städtischen Haushalt, sagte Bürgermeister Antkowiak. Bezahlt wurden sie aus dem Etat der Stadtwerke. Preis pro Tank: 70 000 Euro, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Detlev Ihl sagte. Um die Tanks zu transportieren, hat die Stadt eine Zugmaschine angeschafft, ein gebrauchtes Fahrzeug von der Berufsfeuerwehr Hamm (NRW). Gerade mal 50 000 Euro hat es gekostet. »Ein richtiges Schnäppchen«, sagte Antkowiak. »Wir mussten nur ›Feuerwehr Friedberg‹ draufschreiben, alles andere war vorhanden.« Neuwertige Fahrzeuge dieser Art kosten rund 260 000 Euro. Ein Feuerwehrmann hatte das gebrauchte Fahrzeug im Internet entdeckt. Fällt demnächst irgendwo die Trinkwasserversorgung aus, sorgen die beiden Tanks für Abhilfe. Sie sind mit Spezialschläuchen für Trinkwasser bestückt, müssen nach jedem Einsatz desinfiziert werden, sagte Heinz-Günther Stumm von den Stadtwerken.

Antkowiak ergänzte, auch bei anderen Gelegenheiten könnten sie zum Einsatz kommen, etwa bei »Friedberg frühstückt«. Ein zweiter Zugwagen soll noch angeschafft werden. Die Kosten für dieses Fahrzeug sollen dann über die IKZ-Maßnahme auf die Kommunen umgelegt werden.

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