Zwei Corona-Fälle im Veterinäramt

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Wetteraukreis(jw). Zwei Mitarbeiter des Wetterauer Veterinäramtes wurden im April positiv auf das Coronavirus getestet. Das gab Landrat Jan Weckler (CDU) am Mittwoch in der Kreistagssitzung bekannt.

Ein Betroffener stammt aus einem anderen Bundesland, das Wetterauer Gesundheitsamt habe in diesem Fall Amtshilfe geleistet. In beiden Fällen erfolgte nach der Labormeldung der positiven Testergebnisse "eine telefonische Kontaktaufnahme und die entsprechende Anordnung häuslicher Quarantäne", heißt es in der Antwort des Landrats auf eine Anfrage der Freien Wähler im Kreistag.

Wurden im Veterinäramt Corona-Erkrankungen verheimlicht? Das unterstellt ein Schreiben des Butzbacher Tierarztes und Fachjournalisten Dr. Henrik Hofmann an Weckler. Von Jägern habe er gehört, im Veterinäramt gehe Corona um, schreibt Hofmann. Vier Mitarbeiter auf zwei Stockwerken hätten sich demnach infiziert. Er - als Fleischbeschauer Mitarbeiter des Veterinäramtes - sei darüber offiziell nicht informiert worden. Das Risiko der Ansteckung sei für ihn wie für andere Mitarbeiter groß.

Hofmann erwähnt in dem Schreiben auch Probleme zwischen der Leitung des Veterinäramtes und den Tierärzten. Von Vertrauensverlust ist die Rede, zwischen den Zeilen liest man, dass die Zusammenarbeit nicht unbedingt reibungslos verläuft. Hofmann: "Seit Jahren beobachte ich besorgt, wie in unserem Amt Mitarbeiter schikaniert, bedroht und vergrault werden." Falls man ihm nun kündige, werde er sich nicht dagegen wehren, heißt es am Ende des Briefs. Die Fleischbeschau sei für ihn eine willkommene Abwechslung, "finanziell ist sie für mich nicht relevant".

Kontaktpersonen in Quarantäne

Ohne auf die Vorwürfe im Einzelnen einzugehen, teilte der Landrat bezüglich der Corona-Fälle im Veterinäramt mit, das Gesundheitsamt habe die Kontaktpersonen im beruflichen und privaten Umfeld ermittelt und "entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts vorsorglich in häusliche Absonderung geschickt". Diese Maßnahmen endeten für die Kontaktpersonen am 15. April, laut Weckler "ohne weitere uns bekannte Erkrankungsfälle im Kreis der Kontaktpersonen". Weitere Fälle positiv getesteter Mitarbeiter seien nicht bekannt. Weckler: "Der Wetteraukreis hat unter Berücksichtigung der jeweiligen Sachlage alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zeitnah ergriffen, um sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die Kunden vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen."

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