Die Bürgermeister (v. l.) Eike See, Wilfried Mogk, Lena Herget-Umsonst und Herbert Unger wollen in der Pandemie gemeinsam helfen: Sie bieten Fahrdienste zum Impfzentrum an - über die Ehrenamtlichen vor Ort, sonst über die Jugendpflege.	FOTO: PM
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Die Bürgermeister (v. l.) Eike See, Wilfried Mogk, Lena Herget-Umsonst und Herbert Unger wollen in der Pandemie gemeinsam helfen: Sie bieten Fahrdienste zum Impfzentrum an - über die Ehrenamtlichen vor Ort, sonst über die Jugendpflege. FOTO: PM

Zusammenarbeit auch in der Krise

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Wetteraukreis (pm). Seit Dienstag ist das Corona-Impfzentrum in Gießen geöffnet. Dort können sich, bis das Zentrum in Büdingen seine Arbeit aufnimmt, auch Wetterauer ab dem 80. Lebensjahr impfen lassen. Doch gerade für ältere Menschen ist die Fahrt dorthin nicht immer ohne Weiteres möglich. Viele Städte und Gemeinden bieten daher Fahrdienste an, die meist über Ehrenamtliche getragen werden. Das ist auch in Echzell, Florstadt, Reichelsheim und Wölfersheim so - mit einem Zusatzangebot: Notfalls auch die Jugendpflege 4.0 an.

Ehrenamtliche bieten Hilfe an

»Es gibt leider einige ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die keine Verwandten oder Bekannten haben, die sie fahren können«, sagt Wölfersheims Bürgermeister Eike See. »An dieser Stelle wollen wir als Kommunen mit einem Fahrservice unterstützen.« Dabei greifen die Kommunen auf ein breites ehrenamtliches Engagement zurück. »Im Rahmen unserer Aktion ›Wölfersheim hilft‹ haben sich viele Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die bereit sind, mit anzupacken. Auf unseren Aufruf an die Ehrenamtlichen haben sich innerhalb kürzester Zeit Mitbürger bereit erklärt, mit Fahrten zu unterstützen«, berichtet die in Wölfersheim zuständige Projektkoordinatorin Martina Schmitt.

Auch in den anderen Kommunen kann man auf engagierte Bürger bauen. »Wir werden auch das Netzwerk der im Frühjahr gegründeten ›Bürgerhilfe Reichelsheim‹ nutzen. Das damals geschaffene Hilfsangebot ist ein wichtiger Pfeiler. Es tut gut, zu sehen, wie viele Menschen vor Ort helfen möchten und sich in der Pandemie solidarisch zeigen«, lobt Reichelsheims Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst.

Doch nicht immer wird es möglich sein, die Fahrten über Ehrenamtliche abzuwickeln. An dieser Stelle wollen die Kommunen zusammenarbeiten. »Wir arbeiten bereits in den verschiedensten Bereichen wie der Sozialstation und der Gemeinschaftskasse erfolgreich zusammen. Unsere gemeinsame Jugendpflege 4.0 leistet hervorragende Arbeit und wird auch an dieser Stelle einspringen, wenn Not an Mann ist«, sichert Florstadts Bürgermeister Herbert Unger zu, »auch wenn wir in Florstadt ebenfalls auf eine große ehrenamtliche Unterstützung bauen können.«

Über die Kleinbusse der Kommunen sollen Fahrten in die Impfzentren realisiert werden. »Einmal mehr zeigt sich, wie gut die vier Kommunen harmonieren und zum Wohle ihrer Einwohner eine gemeinsame Lösung gefunden haben«. zeigt sich Echzells Bürgermeister Wilfried Mogk begeistert.

Wer einen Termin im nächstgelegenen Impfzentrum vereinbart hat und Unterstützung beim Transport in das Impfzentrum benötigt, kann sich telefonisch in den Rathäusern der vier Städte und Gemeinden melden. Bei der Vergabe der Impftermine ist in Florstadt auch die dortige Bürgerhilfe gerne unterstützend tätig, während die Fahrtermine von den Ansprechpartnerinnen in den jeweiligen Kommunen koordiniert werden.

Die vier Bürgermeister üben in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung aber auch Kritik an der Vorgehensweise des Landes. »Das Feedback der Bürger, die bis jetzt versucht haben, einen Termin zu vereinbaren, ist leider alles andere als gut. Lange telefonische Wartezeit, abstürzende Server bei Online-Terminvereinbarungen und ausbleibende Rückrufe sind nur einige Beispiele, die unsere Bürger an uns herantragen«, sind sich alle vier einig. »Ebenfalls wäre es sehr wünschenswert, wenn die Landesregierung über eine finanzielle Unterstützung bei der Organisation des Fahrdienstes nachdenken würde.«

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