Die Stadtwerke aus Bad Nauheim und Friedberg ziehen bei der Glasfaser-Versorgung des Friedberger Baugebietes "Steinern Kreuzweg" an einem Strang beziehungsweise an einem Kabel (v. l.): Peter Drausnigg, Klaus Kreß, Dirk Antkowiak und Klaus Detlef Ihl.	FOTO: LONI SCHUCHARDT
+
Die Stadtwerke aus Bad Nauheim und Friedberg ziehen bei der Glasfaser-Versorgung des Friedberger Baugebietes »Steinern Kreuzweg« an einem Strang beziehungsweise an einem Kabel (v. l.): Peter Drausnigg, Klaus Kreß, Dirk Antkowiak und Klaus Detlef Ihl. FOTO: LONI SCHUCHARDT

Zusammen fürs Surfen

  • vonHarald Schuchardt
    schließen

Friedberg/Bad Nauheim (har). Die Verlegung und anschließende Nutzung von Glasfaserkabeln ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Etwas anders verhält es sich jedoch bei dem Glasfaserkabelprojekt im Baugebiet »Steinern Kreuzweg« im Westen Friedbergs. Erstmals arbeiten nämlich die Stadtwerke der beiden Nachbarstädte zusammen. Die Friedberger verlegten im Zuge der Erschließung das Glasfasernetz, das anschließend von den Bad Nauheimer Stadtwerken betrieben wird. Letztere kümmern sich auch um die sichere Versorgung der 80 noch zu errichtenden Gebäude, sodass die Bewohner laut Plan künftig ultraschnell surfen und telefonieren sowie IP-TV nutzen können.

Über 10 Kilometer Kabel verlegt

An der Ecke Heinrich-Busold-Straße/Münzweg präsentierten am Freitagvormittag die beiden Bürgermeister Klaus Kreß (Bad Nauheim) und Dirk Antkowiak (Friedberg) zusammen mit Peter Drausnigg, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim, und Klaus Detlef Ihl, Betriebsleiter der Stadtwerke Friedberg, das Gemeinschaftsprojekt. Gekommen waren von Friedberger Seite ferner Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, Ortsvorsteher Norbert Simmer sowie einige Magistratsmitglieder.

»Wir ziehen mit den Bad Nauheimern an einem Strang für die Wohn- und Lebensqualität in Friedberg«, sagte Antkowiak, dem es als gelerntem Informatiker ein persönliches Anliegen ist, »jedermann und jederfrau schnelles Internet zu ermöglichen; vor allem jetzt, wo digitales Arbeiten und Lernen an Bedeutung gewinnt«.

Um das Kooperationsprojekt zu verwirklichen, wurden im Baugebiet mehr als zehn Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Kreß wies daraufhin, dass »unsere Stadtwerke über viel Know-how beim Aufbau und Betrieb eines ultraschnellen Glasfasernetzes verfügen, das wir gerne nachbarschaftlich erweitern.«

Bis zum Sommer soll die Verbindung zum bestehenden Glasfasernetz der Bad Nauheimer Stadtwerke hergestellt und mit einem Lichtsignal versorgt werden. »Eine schnelle und stabile Glasfaserverbindung ist nicht nur für junge Familien mittlerweile Grundvoraussetzung bei der Wahl des Wohnortes. Glasfaser ist Lebensqualität, vor allem in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling«, erläuterte Drausnigg. Und Ihl ergänzte: »Durch die Zusammenarbeit bündeln wir Synergien und rücken auch versorgungstechnisch näher zueinander.«

Bis Ende Juli Trasse zur Kurstadt bauen

Geht es nach den Plänen der beiden Stadtwerke-Chefs, ist das Baugebiet »Steinern Kreuzweg« erst der Anfang. Die Erfahrungen des Pilotprojekts finden Einzug in das Konzept, um Friedberg weiter mit Glasfaser zu erschließen. »Unser Ziel ist es, weiße Flecken innerhalb der Stadt zu schließen und eine gigabitfähige, flächendeckende Glasfaserversorgung zu realisieren«, erläuterte Ihl.

Nach der Verlegung der Leerrohre wurde die eigentliche Leitung »eingeblasen«, wie der Fachmann das Einbringen der Glasfaserkabel bezeichnet. Von einem Point-of-Presence, kurz POP, im Baugebiet wird das Lichtsignal künftig an die Haushalte verteilt. Damit das Signal dort ankommt, werden die Stadtwerke Friedberg bis Ende Juli eine zwei Kilometer lange Trasse nach Bad Nauheim Süd bauen, wo dann die Verbindung an das bestehende Netz geschaffen wird. »Dieses Projekt war das erste seiner Art. Die Zusammenarbeit war kollegial, effizient und harmonisch«, lobte Ihl.

»Wir starten mit unseren Bestsellern nun auch in Friedberg und können Bandbreiten bis zu zehn Gigabit anbieten«, erläuterte Drausnigg. Damit sind viele Anwendungen im neuen Baugebiet möglich. Wer nicht ganz so viel Datenvolumen benötigt, für den haben die Stadtwerke Pakete verschiedener Größen geschnürt. Darüber hinaus ist auch eine Flatrate fürs Telefon sowie die Nutzung von IP-TV möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare