Harfinistin Monica Rincon (u. r.) zeigt der Friedbergerin Angela Adhikari den richtigen Umgang mit der Harfe.
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Harfinistin Monica Rincon (u. r.) zeigt der Friedbergerin Angela Adhikari den richtigen Umgang mit der Harfe.

Zupfen, streichen, ausprobieren

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Mit einem »Tag der offenen Tür« versuchen viele Schulen Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern für ihr Angebot zu begeistern. Auch die Musikschule versucht so, den Nachwuchs, aber auch Erwachsene für ihr vielfältiges Unterrichtsprogramm zu gewinnen.

In Pandemie-Zeiten ist dies allerdings in der gewohnten Form kaum möglich. So entschloss sich die Musikschule, statt des »Tags der offenen Tür« am Samstag einen besonderen Schnuppertag anzubieten.

Für die 30-minütigen Schnuppereinheiten mussten sich die Interessenten vorab anmelden, um dann zu einer bestimmten Uhrzeit in die Musikschulräume im Alten Rathaus auf der Kaiserstraße zu kommen. Hierfür galten die strengen hygienischen Auflagen der öffentlichen Musikschulen, die der Verband deutscher Musikschule formuliert hat.

Für Menschen jeden Alters

Von der Resonanz war Musikschulleiter Bert Jonas geradezu »positiv überrascht«. Besonders in den Fächern Schlagzeug, Gitarre und Klavier war die Nachfrage besonders groß, was dazu führte, dass das für 14 Uhr geplante Ende des Schnuppertags auf 16 Uhr verschoben wurde.

Angemeldet hatten sich über 50 Kinder und Erwachsene im Alter von fünf bis über 60 Jahren. »Vielen ist noch immer nicht bewusst, dass unser Angebot für Menschen jeden Alters gilt«, sagte Jonas, der darauf hinweist, dass gerade das große Workshop-Angebot erst für Menschen ab zwölf oder gar 16 Jahre gedacht ist.

Den ganzen Tag über durchgehend im Einsatz - von einer kleinen Mittagspause abgesehen - war Klavier- und Keyboardlehrerin Brigitte Kanuth-Pfeiffer, bei der sich gleich elf Interessierte zum Schnupperunterricht angemeldet hatten.

»Ich habe mit so viel Interesse für das Klavier nicht gerechnet, gerade in Pandemie-Zeiten«, freute sich das »Musikschul-Urgestein«. Auch Gitarrenlehrer Robert Langstrof konnte sich nicht über mangelndes Interesse beklagen. Erste Testschülerin war die sieben Jahre alte Isabelle Kalweit aus Ockstadt, die von Mama Nicole begleitet wurde. Auf der Gitarre ihrer Mama hatte die Erstklässlerin schon mal »gezupft«.

Langstrof zeigte Isabelle zunächst Anfängerübungen auf den Leersaiten, ohne, dass die linke Hand auf den Steg drückt. Es dauerte nicht lange, da konnte die Siebenjährige die Saiten für das Übungslied »Mickey Mouse will angeln gehen« zupfen.

Schon acht Jahre Schülerin in der Musikschule ist dagegen Birgit Voß, die bei Georg Klemp Klavierunterricht hat. Die Usingerin hatte sich zum Schnupperunterricht bei Norman Reaves, der in der Musikschule Viola und Bratsche unterrichtet, angemeldet. »Klavier wird sicher mein Hauptinstrument bleiben, doch ich liebe Saiteninstrumente, insbesondere die tiefen Töne der Bratsche«, sagt die Usingerin.

Reaves hatte für den Schnupperunterricht Bratsche-Saiten auf eine etwas kleinere Geige aufgezogen. »Das ist für Anfänger einfacher zu spielen«, erklärte der Musiklehrer, der schon nach wenigen Übungen zu Voss sagte: »Sie entwickeln Gefühl, das macht sie sehr gut«. Nach der halben Stunde wechselte die Usingerin zu Lehrerin Petra Köhs, um auch noch ein Cello zu testen.

Ganz neu bei der Musikschule ist die Harfinistin Mónica Rincón. Die gebürtige Kolumbianerin lebt bereits seit 20 Jahren in Friedberg, unterrichtet bisher aber nur in Oberursel. »Ich bin sehr froh, nun hier in Friedberg, wo ich so gerne lebe, zu unterrichten«, meinte die Harfinistin. Über das neue Angebot freute sich Angela Adhikari. Die Friedbergerin hatte schon einmal einige Stunden Unterricht an der Harfe. »Nehmen Sie doch lieber die Töne auf, die sind so schön«, meinte Adhikari lachend bei der Aufnahme des Bildes.

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