Zuflucht für Frauen schaffen

  • vonJürgen W. Niehoff
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Wetteraukreis (jwn). Die FDP hat sich in der Sitzung des Kreistags in der Echzeller Horlofftalhalle für obdachlose Frauen starkgemacht. Auf die Auswirkungen von Corona führen die Liberalen ihren Antrag auf schnellstmögliche Bereitstellung von Übergangswohnraum für obdachlose Frauen im Bereich Friedberg und Bad Nauheim zurück. Viele Familien litten Not, was in immer mehr Fällen zu häuslicher Gewalt führe und oftmals Frauen in die Obdachlosigkeit dränge.

Für männliche Obdachlose biete der Wetteraukreis Unterkunftsmöglichkeiten an, nicht jedoch für Frauen. Für sie gebe es lediglich ein Frauenhaus in diesem Bereich, und das sei inzwischen voll belegt.

Zustimmung erhielt der Antrag auch von den Grünen. »Hier ist kurzfristige Hilfe in der Tat nötig«, sagte deren Sprecherin Sylvia Klein. Als kurzfristige Lösung schlug sie die Ausgabe von Übernachtungsgutscheinen in Hotels vor.

Auf Ablehnung hingegen stieß der FDP-Antrag bei der AfD. Die gefährdeten Frauen würden sowieso weit weg vom bisherigen Wohnort untergebracht. Deshalb bringe Übergangswohnraum in Friedberg und Bad Nauheim keine Entspannung für die dort betroffenen Frauen, argumentierte AfD-Fraktionsvorsitzender Michael Kuger.

Auch die Koalition von CDU und SPD lehnte den Antrag ab, brachte dafür jedoch einen Änderungsantrag ein. Demnach solle der Wetteraukreis erst einmal Bedarf und Zuständigkeit prüfen. Letztere liege nämlich bei den Kommunen. Dem Prüfungsauftrag wurde schließlich mehrheitlich zugestimmt, und der FDP-Antrag wurde abgelehnt.

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