smf_kids10_010621
+
Silas Förster nutzt den Platz vor dem Junity regelmäßig, um zu skaten.

Freizeit in Friedberg

Zeit mit Freunden: Junity in Friedberg wieder geöffnet

  • VonSophie Mahr
    schließen

Es geht wieder mehr: Die Corona-Lockerungen im Wetteraukreis geben Kindern und Jugendlichen ein Stück Freiheit zurück. Worüber freuen sich die Kids - und was sind ihre Sorgen?

Laute Musik dröhnt über den Skatepark vor dem Friedberger Junity. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene düsen auf Rollern, Skateboards und BMX-Rädern über den Platz. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich, denn die Lockerungen im Wetteraukreis lassen wieder mehr Freizeitaktivitäten zu.

»Es ist so schön, dass man wieder mehr mit Freunden machen kann. Und dass man dabei kein schlechtes Gewissen haben muss«, sagt Leopold. Der 18-Jährige ist dabei, neue Tricks mit dem Skateboard einzuüben. Auch Skater Dennis Witte ist auf dem Platz unterwegs: »Hier ist so viel los wie noch nie«, sagt er. Der 31-Jährige skatet bereits seit 17 Jahren. »Das hier ist der größte Skateplatz in der Umgebung, aber der Platz ist zu klein. Die Stadt sollte sich mal Gedanken machen und sich mit uns Skatern zusammensetzen.«

Beim vielen Fahren kann man auch mal durstig werden, daher ist am Rand ein Getränkestand aufgebaut. Paul Schröder gibt die Getränke aus: »Es ist schön, dass das Junity wieder auf hat. Es fühlt sich fast wieder normal an.« Bei Schröder können auch Musikwünsche geäußert werden.

Schnellerer und härterer Lockdown gewünscht

In der Nähe des Standes sitzen die 17-jährige Emely und der 18-jährige Nico. »Es ist toll, sich wieder treffen zu können. Es ist ein schönes Gefühl, wieder über die Kaiserstraße zu laufen und ohne Test shoppen zu können«, freut sich Emely. Auch Nico ist begeistert: »Man kann endlich wieder auf Konzerte und mit der Familie Essen gehen. Ich hätte mir mal einen harten Lockdown gewünscht. Dann wäre das alles schneller gegangen.«

Diese Meinung teilt Sascha, der auf dem Junity-Gelände Basketball spielt: »Ich hätte am Anfang alles zu gemacht, dann hätten wir die Probleme nicht so lange gehabt. Es ist schön, dass alles wieder offen ist, aber man sollte trotzdem noch Abstand halten, damit die Zahlen nicht wieder hochgehen.«

Ein Ort für musikalische und künstlerische Kreativität

Direkt vor dem Gebäude stehen Tische. Dort trifft sich die Kunstgruppe. In den vergangenen Monaten haben die Kurse online stattgefunden, doch seit Ende Mai gibt Simone Junker wieder Kurse in Präsenz. »Heute Abend lautet das Motto ›Gesichtsausdrücke modellieren‹ «, sagt Junker. »Die Gruppe kann sich jede Woche ein Thema und Material wünschen. Es ist toll, dass es jetzt wieder vor Ort gemacht werden kann.« Junker kümmert sich im Junity um alles, was mit Kunst und Medien zu tun hat, und ist Ansprechpartnerin für die Mädchen.

Valentina kennt den Kunstkurs im Junity sowohl aus Vor-Corona-Zeiten als auch in der Online-Version. Auch sie ist angesichts der Lockerungen erleichtert: »Mir haben meine Freunde und Klassenkameraden gefehlt. Ich hoffe, dass die Zahlen nicht wieder hochgehen.« Tom Clement, Mitarbeiter im Junity, ist an diesem Abend im Kurs der Hahn im Korb: »Es ist schön, mit den Jugendlichen wieder vor Ort interagieren zu können.« Ihm gegenüber sitzt Sarah, sie sagt: »Man kann hier einfach mehr ausprobieren als zu Hause. Da hat man nicht so viel Material.«

Die kreative Ader wird nicht nur draußen gefördert, sondern auch drinnen: Dort ertönt wieder Musik. Im Gebäude gilt Maskenpflicht. Falls jemand die Maske vergessen hat, liegen welche bereit. Die Musikinstrumente, wie Gitarre, Bass und Schlagzeug, stehen derzeit auf der Bühne, damit es beim Proben genug Abstand gibt. »Die Jugendlichen können sich an den Instrumenten frei ausprobieren«, sagt Lukas Hölzinger, der Einrichtungsleiter. Betreut wird das Musikprojekt von der 17-jährigen Jette. »Ich hab' damit ganz neu angefangen, aber es ist schön, zu sehen, wie Kinder Spaß mit Musik haben und sich ausprobieren«, sagt sie.

Gemeinsam grillen ohne Voranmeldung

Im oberen Stockwerk befinden sich Räume, die für kleine Gruppen gebucht werden können, sowie der Probenraum. Dieser ist sogar besetzt: Zwei Schüler aus Offenbach haben ihn gemietet, um für ihre Abschlussklasse einen Song zu komponieren. Wer bei dem vielfältigen Angebot hungrig wird, kann ab 19 Uhr mitgebrachtes Essen auf den Grill legen. »Das wird gerne angenommen«, sagt Hölzinger, »da es hier kaum noch Grillplätze ohne Voranmeldung gibt.« Hölzinger weist auf eine Veränderung in der Jugendarbeit hin: »Die Kids wissen gar nicht, was sie verpasst haben. Für sie bedeutet ein Jahr mehr als in unserem Alter. Die Jugendarbeit hat sich auch dadurch verändert, dass man die Kinder und Jugendlichen entweder online oder gar nicht mehr antreffen konnte. Jetzt muss man darauf achten, dass sie wieder rauskommen und nicht beim Online-Konsum verweilen. Aber hier haben alle Bock, was zu machen.«

Aktuelle Präsenzkurse im Junity

Dienstags von 18 bis 20 Uhr »YouGoGirl*« - Da ist das Junity nur für Mädchen geöffnet. Es gibt Workshops und Do-it-yourself-Projekte, die auf den Ideen der Mädchen beruhen. Es ist ein Kooperationsprojekt mit der Alten Feuerwache in Bad Nauheim, wo sich die Mädchen montags von 18 bis 20 Uhr treffen können.

Donnerstags ab 18 Uhr »Jans Kitchen« - Kochen im Garten.

Freitags von 18 bis 20 Uhr trifft sich die Kunstgruppe.

Freitags von 17.30 bis 19 Uhr findet das freie Musikprojekt statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare