Ulrich Georg Theis trägt das russische Märchen von den "Drei Königreichen" vor. FOTOS: PV
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Ulrich Georg Theis trägt das russische Märchen von den "Drei Königreichen" vor. FOTOS: PV

Zauberhafte Märchen über Solidarität und Verzeihen

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). "Harfen- und Märchenzauber" waren angekündigt und sie stellten sich in der abendlichen Stimmung bei gut besetzter Kirche in Fauerbach unversehens ein. Die Hospizhilfe hatte vor dem Lockdown zu dieser kulturellen Veranstaltung eingeladen.

In dem hell erleuchteten Altarraum begann die Harfenspielerin Ulrike Johannsen mit dem Stück "Herbstwind". Zarte wiegende Klänge stimmten das Publikum auf das erste Märchen aus Italien ein: "Das schlaue Dreizehnterle".

Ulrich Georg Theis trug dann das russische Märchen von den "Drei Königreichen" vor. Der Wirbelsturm, ein schrecklicher Geist, hatte die Königin aus dem Garten geraubt und in sein unterirdisches Reich verschleppt. Alle drei Söhne zogen los, um die Mutter zu befreien. Der Jüngste, Prinz Iwan, traute sich, durch einen Brunnen in die Tiefen der Unterwelt vor zu dringen. Dort kam er zuerst ins Kupferreich, dann ins Silberreich, dann ins Goldreich und schließlich in den Palast des Wirbelsturms, in dem seine Mutter gefangen gehalten wurde. Mittels einer List befreite er die Mutter und die Königinnen der drei Reiche. Als er jedoch von seinen beiden Brüdern an dem Lederriemen aus dem Brunnen gezogen werden wollte, zerschnitten diese den Riemen und ließen ihn in der Unterwelt zurück. Sie logen dem Vater vor, dass sie es waren, die die Mutter und die drei Königinnen befreit hatten. Wieder wurde an dem Wendepunkt des Märchens die Erzählung von einem Harfenstück unterbrochen. Erst dann kam die Auflösung: Prinz Iwan befreundete sich mit dienstbaren Geistern der Unterwelt. Sie zauberten ihn in die Hauptstadt seines Vaters, des Königs. Dort diente er einem Schuster, dem er zuerst fantastisch geschmückte Stiefel und dann noch ein Kleid für die Hochzeit der Goldkönigin fertigte. Die Goldkönigin erkannte, dass Stiefel und Kleid so prachtvoll waren, dass sie nur von ihrem wahren Retter stammen konnten. Sie deckte den Betrug auf. Prinz Iwan heirate die Goldkönigin und verzieh seinen älteren Brüdern.

Auch im dritten Märchen ging es um "Die drei Brüder" (Grimm’sches Märchen). Der Jüngste der drei Brüder konnte sich davor schützen, verzaubert zu werden. Der erste Bruder war an fünf Tagen der Woche ein Adler, der zweite an fünf Tagen der Woche ein Walfisch.

Eine wichtige Botschaft

Und der Jüngste zog aus, um die Prinzessin im Palast der Sonne zu finden und zu befreien. Dort kämpfte er mit einem mächtigen Auerochsen. Aus dem Auerochsen entstieg der Feuervogel, in dessen Ei sich die Kristallkugel befand, welche die Verzauberung der Prinzessin und der beiden Brüder lösen konnte. Der Adler und der Walfisch kamen dem Jüngsten zu Hilfe, um dem Feuervogel die Kristallkugel abzujagen. Die Brüder fanden ihre wahre Gestalt wieder und der Jüngste heiratete die Sonnen-Prinzessin.

Solidarität und Verzeihen unter Brüdern war das übergreifende Thema der drei Märchen. Diese erwiesen sich als wichtige und nährende Botschaft angesichts sozialer Kälte und coronabedingter Isolation. Mit traumhaften Klängen beschloss Ulrike Johannsen die stimmungsvolle Veranstaltung.

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