Wolfgang Dittrich: Vom Wetteraukreis zurück zur Kirche

Wetteraukreis (pm). Wolfgang Dittrich ist ab 1. Februar Referent für gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Wetterau. Er tritt die Nachfolge von Peter Nickel an, der zehn Jahre diesen Fachbereich engagiert vertreten hat und Ende 2013 in den Ruhestand ging.

Ausbildungssituation von Jugendlichen, gentechnikfreie Landwirtschaft, schonender Umgang mit Bodenressourcen, Vernetzung Alleinerziehender, Gewaltprävention – zu vielen Themen hatte Nickel seine Stimme erhoben und Projekte angestoßen. Nun will Wolfgang Dittrich in den Bereichen Arbeit, Umwelt und Soziales neue Akzente setzen. Der 47-jährige Vater zweier Söhne aus Ilbenstadt studierte nach einer Ausbildung zum Werkzeugmacher in Frankfurt Sozialarbeit. Viele Jahre war er beim Diakonischen Werk tätig, wechselte dann in die Kreis-Verwaltung. So bringt er laut Pressemitteilung gute Voraussetzungen mit für eine Tätigkeit als Brückenbauer zwischen Kirche und Politik. Menschen in Krisensituationen ist Dittrich bei seiner Arbeit immer wieder begegnet. Zunächst im Jahrespraktikum, das er bei der Bewährungshilfe des Landgerichts Frankfurt absolvierte. "Das hat mich gefordert, weil es in dieser Arbeit wichtig war, trotz einer schlimmen Vorgeschichte immer wieder den Menschen zu sehen, der Hilfe benötigte, um in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen".

Beim Diakonischen Werk betreute er ab 1995 Spätaussiedler in Schotten, unterstützte dann den Aufbau des Hauses "Wetterau" für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Bad Nauheim. 1998 bis 2005 baute er in der Friedberger Tagesstätte für psychisch Kranke das Arbeitsprojekt Druckerei auf und leitete es. 2005 wechselte er zum Wetteraukreis als Leiter des Fachdienstes Migration. Dort war er für Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen verantwortlich. Die Einführung der interkulturellen Woche verbunden mit dem "Tag des Flüchtlings" im Kreis geht auf seine Initiative zurück. 2008 bis 2011 war er persönlicher Referent von Landrat Joachim Arnold. In dieser Zeit entwickelte er das Konzept für den Kreispräventionsrat. Anschließend gewann er als Leiter der Fachstelle Allgemeiner Sozialer Dienst Einblick in den Bereich der Erziehungshilfe. "Wenn man Kinder aus schwierigen Familiensituationen herausholen muss", übersetzt er das und man merkt ihm an, dass das keine einfachen Entscheidungen waren. Letzte Station beim Kreis war die Leitung der Fachstelle Familienförderung, die vor allem für den Ausbau der Kinderbetreuung zuständig ist.

Dittrich saß viele Jahre für die SPD im Kreistag, später im Stadtparlament Niddatal. Fünf Jahre war er Jugendschöffe beim Friedberger Amtsgericht, war im Jugendhilfeausschuss und im Ausschuss für Kriegsdienstverweigerer. In seiner Heimatgemeinde ist er stellvertretender Jugendleiter beim Fußballverein VfR Ilbenstadt und Mitglied der NABU-Umweltwerkstatt.

Zu erreichen ist Wolfgang Dittrich ab Februar im Dekanatsbüro, Tel. 0 60 31/1 61 54 13, E-Mail: wolfgang.dittrich.dek.wetterau@ekhn-net.de. Am 16. März um 17 Uhr wird Dittrich von Dekan Volkhard Guth in der evangelischen Kirche Assenheim in sein neues Amt eingeführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare