+
Andreas Hoppe setzt sich eindringlich für den Schutz der Wölfe ein. In seinem neuen Buch erklärt der Schauspieler, warum er das so wichtig findet.

"Wölfe gehören in unsere Landschaft"

  • schließen

Friedberg(har). Der Wolf ist nach Deutschland zurückgekehrt. Seitdem ist er streng geschützt, trotzdem wird über das Wildtier heftig diskutiert. Einer der sich für den Wolfs-, aber auch für den Natur- und Artenschutz einsetzt, ist Schauspieler Andreas Hoppe. Er ist seit fast 20 Jahren NABU-Wolfsbotschafter.

Bekannt wurde der Schauspieler als Mario Kopper, der von 1996 bis 2018 an der Seite von Ulrike Folkerts im Ludwigshafener Tatort als "Mario Kopper" ermittelte. Nun hat Hoppe über den Umgang mit dem Wolf geschrieben. Der Titel "Die Hoffnung und der Wolf" gibt bereits seine Intention vor und die wird im Untertitel "Wollen wir mit unseren neuen Nachbarn leben?" noch deutlicher.

Am Freitagabend stellte Hoppe sein Buch bei "Friedberg lässt lesen" im ausverkauften Bibliothekszentrum Klosterbau vor. "Schauspielerei ist nur eines seiner Talente", sagte Bibliotheksleiterin Bettina Semmerau in ihrer Begrüßung.

Dass dem so ist, wurde in den folgenden zwei Stunden mehr als deutlich. Die Lesung wurde zu einem eindeutigen Appell an die Menschen und vor allem an die Politik, mit den Naturressourcen behutsam umzugehen. Der Umgang mit dem Wolf ist für Hoppe ein besonders eindringliches Beispiel. "Mir ist bewusst, dass es sich um ein heikles Thema handelt", sagte der 59-Jährige, bevor er die Einleitung seines Buches vortrug. Darin spricht er die Leserschaft ebenso direkt an, wie die Besucher seiner Lesungen: "Sehr geehrtes Publikum, liebe Leserinnen und Leser, willkommen zu einer weiteren "Show" zum Thema die zurückkehrenden Wölfe in ihrer Heimat."

Hoppe bekennt, dass das Buch aus seinem tiefen Bedürfnis entstanden ist, "die Aufmerksamkeit auf das polarisierende Thema Wölfe in Deutschland zu richten." Wölfe bezeichnet er als die archaischsten Tiere des Landes, die stellvertretend für unseren Umgang mit der Natur, unserer Erde und der vom Menschen noch weitgehend unbeeinflussten Wildnis stehen.

Hoppe warnt, den Wolfsschutz mit der geplanten Änderung des deutschen Naturschutzgesetzes aufzuweichen. Sein Plädoyer für den Wolf verbindet Hoppe mit der Forderung nach mehr Herden- und Naturschutz, denn "Weidetiere sollen und müssen geschützt werden. Das ist notwendig, aber auch aufwendig." In seinem Buch kommen auch Experten und Betroffene zu Wort, erzählt Hoppe, um dann das Kapitel "Die Entdeckung" vorzulesen. Darin beschreibt er äußerst gefühlvoll und beeindruckend, wie er vor 25 Jahren durch eine Reise in die Wildnis Kanadas zum Naturschützer wurde. "Ich hatte erlebt, im Moment, ohne Gestern, ohne Morgen, einfach im Jetzt und Hier glücklich zu sein, nichts zu vermissen und zu brauchen.".

Lob für Greta Thunberg

Sein Fazit: "Kulturlandschaft, Landwirtschaft und die Industrie mit ihrem steten Streben nach Wirtschaftswachstum stehen der Natur im Weg." Das gilt auch für die Politik sowie für die "mafiösen Strukturen der Industrie und des Bauernverbandes." Lob gibt es von Hoppe für Greta Thunberg und ihrer Bewegung "Fridays for Future": "Endlich kommt mal Bewegung ins Spiel. Die Politik wurde aufgeweckt, weiß aber keine Lösung." Die bietet der Berliner im Kapitel "Vision 1" an. "In meiner Heimat muss es ein Miteinander von Mensch und Wolf geben. Wölfe gehören in unsere Landschaft", sagte Hoppe, der in seinem Buch auch historische Wolfsgeschichten, wie "Der Wolf von Gubbio" aufgreift.

In seinem Epilog wird Hoppe dann satirisch. Er träumt von Bauern und Politikern, die an einem Gläschen Glyphosat nippen. "Frau Merkel kommt auf ein Gläschen vorbei", liest Hoppe und sagt weiter: "Herr Söder joggt im weißen Trainingsanzug aus Ökobaumwolle."

Immer wieder erhielt Hoppe spontanen Beifall für seine Thesen. Nach dem nicht enden wollenden Schlussapplaus nimmt er sich viel Zeit, zahlreiche Fragen der Besucher zu beantworten, sowohl in der halbstündigen Diskussion als auch beim Signieren seines Buches.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare