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"Wir feiern die sanfte Revolution"

  • vonInge Schneider
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Wetteraukreis(im). Vier Konzerte zum Jubiläumstag "30 Jahre deutsche Einheit" in vier Wetterau-Kommunen: Beste Unterhaltung mit sechs Bands, Duos und Solokünstlern aus der Region, das Ganze innerhalb von acht Stunden und bei einer Wetterlage zwischen Sonne, Wind und Regen. Es war ein anspruchsvolles Programm, das sich die Initiative "Kultur on Tour" unter dem Dach von BUNTerLEBEN für den 3. Oktober vorgenommen hatte - und es ging vor begeistertem Publikum reibungslos über die Bühne.

Den Auftakt auf der Wölfersheimer Seebühne bestritt die urban geprägte Friedberger Tanz- und Lounch-Band "Manhattan Affair" um Stefan Bodem (Gesang, Gitarre, Piano) und Sängerin Bettina Skottke mit einer durch 25 Jahre Bühnenerfahrung geprägten Show zwischen coolem Pop, lässigem Swing und tanzbaren Rhythmen wie "Beat it" von Michael Jackson und "This Girl" von Kungs versus Cookin‹ On 3 Burners. Obwohl intimer in der Besetzung, stand das Duo Madeleine Horst (Gesang) und Tom Stryder (Gesang, Gitarre) der Band an Ausstrahlung nicht nach. In Wölfersheim und Reichelsheim-Heuchelheim überzeugten die junge Sängerin aus Rockenberg und der Singer-Songwriter aus Ober-Widdersheim mit anspruchsvollen Songs aus Rock und Pop.

Gegen Spalter der Gesellschaft

Zwischen dem Duett "In the Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper, "Wonderwall" von Oasis und "Like the Way I do" von Melissa Etheridge liegen Welten - die hier so spielerisch überwunden wurden, wie man es den Gegensätzen zwischen Ost und West in 30 Jahren des Öfteren gewünscht hätte.

Alle Künstler und Vertreter der jeweiligen Kommunen betonten die Notwendigkeit einer vielseitigen, freien und somit die Demokratie repräsentierenden Kulturszene, trotz und gerade wegen Corona. "Wir setzen allen Verschwörungstheoretikern und Spaltern der Gesellschaft die Freiheit der Kunst entgegen und ihre Fähigkeit, Brücken zwischen Menschen, Völkern und Kulturen zu bauen. Außerdem feiern wir die sanfte Revolution des Ostens vor 30 Jahren - ein in der Geschichte nahezu einzigartiges Ereignis", unterstrich Moderator Oliver Becker aus Karben mehrmals in seinen Ansagen.

Gemeinsam mit Harry Thyssen von Thyssen Entertainment in Florstadt hatte er die Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative BUNTerLEBEN um die Florstädterin Rochsane Mentes von der Künstlerakquise bis zum Bühnenmanagement gestemmt.

Am Echzeller Bahnhof versammelte sich eine gut gelaunte Zuschauerschar um die Blues- und Soulband X-Tenderness aus Karben, die mit Songs von Elton John bis Amy McDonald, Chris Norman und Suzi Quatro sowie WetWetWet ordentlich einheizte und dem aufkommenden Wind und Regen trotzte.

Auch das Publikum ließ sich nicht entmutigen und erwärmte sich mit Tanzschritten an Ort und Stelle. Viel Aufmerksamkeit erhielt der junge Sänger und Gitarrist André Flachs aus Reichelsheim, der mit "Stand by Me" einstieg und einen kurzen, prägnanten Bogen über ein Schlagermedley inklusive "Ein Bett im Kornfeld" und "Marmor, Stein und Eisen bricht" bis hin zu dem romantischen Ed-Sheeran-Song "Perfect" schlug.

Die neue Dorfmitte Heuchelheim bot Madeleine Horst und Tom Stryder sowie "Frau Ursula Kraft aus Stockheim" (Markus Karger) zum Glück eine Holzüberdachung als Schutz vor dem einsetzenden Regen. Für die Zuschauer standen eilig aufgebaute Pavillons bereit, unter denen man erfreut den Songs des Duos lauschte und Frau Krafts humorvolle Szenen einer Ehe mit dem "Ernst ihres Lebens" verfolgte.

Songs über Liebe und Freundschaft

Den Schlussakkord der bunten, rasanten und dabei künstlerisch hochwertigen Tournee bildete der Auftritt von André Flachs sowie dem Duo Honey Twins mit der Florstädter Sängerin Renate Gantz-Bopp und dem Wölfersheimer Pianisten Gerry Reutzel auf dem Festplatz in Nieder-Florstadt.

Bei aufklarendem Himmel erfreute sich eine Menge von rund 200 Zuhörern an den Darbietungen des jungen Künstlers sowie an der kraftvollen, ausdrucksstarken Stimme von Renate Gantz-Bopp, die, begleitet von ihrem Pianisten, dem Publikum Songs über die Liebe und die Kraft der Freundschaft mit auf den Heimweg gab.

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