Durch den Bau von Windkraftanlagen würde der Wald am Winterstein nach Ansicht der Friedberger Grünen nicht zerstört, sondern geschützt. Dass der Wald nicht mehr gesund sei, führen die Grünen auf den Klimawandel zurück.	FOTO: PASCAL MILLER
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Durch den Bau von Windkraftanlagen würde der Wald am Winterstein nach Ansicht der Friedberger Grünen nicht zerstört, sondern geschützt. Dass der Wald nicht mehr gesund sei, führen die Grünen auf den Klimawandel zurück. FOTO: PASCAL MILLER

Winterstein: Grüne contra FDP

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Friedberg (pm). Die Friedberger Grünen weisen die Argumente der FDP in Sachen Windkraft auf dem Winterstein (WZ vom 17. Juli) deutlich zurück. Die Liberalen hatten sich klar gegen den Bau solcher Anlagen in dem Gebiet ausgesprochen.

Florian Uebelacker, Grünen-Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung, wirft der FDP vor, wohl vollkommen die Augen »vor den offensichtlichen Schäden, die der Klimawandel bereits dort angerichtet hat, zu verschließen«.

Die Grünen setzen den Argumenten der FDP einige Aspekte entgegen. So seien die Wälder am Winterstein durch die Folgen des Klimawandels, verursacht durch die Verwendung fossiler Energieträger, schon jetzt weitgehend zerstört, schreibt Uebelacker in einer Pressemitteilung. Zweitens stimme die Behauptung, Windräder seien Industrieanlagen, nicht. Sie würden lediglich industriell gefertigt.

Als dritten Punkt erläutert der Grünen-Fraktionschef, dass die Landesregierung nicht den Bau von Windkraftanlagen plane, sondern eine Planung vorgelegt habe, die auf 98 Prozent der Landesfläche Windkraftanlagen ausschließe und sie an verträglichen und windreichen Standorten zulasse. »Hier gilt das gesetzliche Gebot für die Gemeinden, auch Windkraft zuzulassen und keine Verhinderungsplanung aufzulegen«, schreibt Uebelacker. Der Winterstein sei außerdem kein Naturschutzgebiet, sondern seit jeher ein Wirtschaftswald, was auch zur Auswahl der Baumarten geführt habe, die jetzt infolge von Trockenheit, Sturm und Borkenkäfer besonders geschädigt seien. Punkt fünf: »Durch die Windkraftanlagen wird kein weiterer Wald vernichtet, weil sie da gebaut werden können, wo infolge der Schäden schon kein Wald mehr ist.«

Argument Nummer sechs widmet sich dem Klima, das durch keine dieser Baumaßnahmen geschädigt werde - »im Gegenteil, es ist schon durch CO2-Emissionen aus fossilen Energien nachhaltig gestört. Dasselbe gilt für die Tier- und Pflanzenwelt.«

Der siebte Aspekt der Grünen: Es würden keine fußballfeldgroßen Schneisen für die Transporte geschlagen, denn entweder sei der Wald dort auch schon abgestorben oder vorhandene Waldwege würden genutzt, die in einzelnen Abschnitten temporär während der Bauphase etwas verbreitert würden. »Hingegen wird in der Wetterau jährlich eine Fläche von über 100 Fußballfeldern für Vorhaben wie Logistikzentren, Umgehungsstraßen usw. vernichtet.«

Neben Umwelt auch Geld ein Thema

Achtens sei der von der FDP vermutete Materialbedarf an Beton und Stahl »vollkommen überhöht und aus der Luft gegriffen«. Außerdem seien Betreiber von Windkraftanlagen dazu verpflichtet, ihre Anlagen nach Nutzungsaufgabe vollständig zurückzubauen, »wobei alle Baumaterialien weitestgehend recycelt werden können«.

Als letztes Argument nennt Uebelacker die Einnahmen, die die Windkraft der Stadt bringen könnte: »Wenn die Stadt das Projekt nicht weiter behindert, kann sie an jeder Anlage mitverdienen, mehr davon wären also besser. Friedberg kann so jährlich mehrere 100 000 Euro allein durch Pacht einnehmen. Eine Verdrängung von Windkraft z. B. an die See würde uns dieser Einnahmequelle berauben, und die dann zusätzlich nötigen Stromtrassen führen zu Landschaftsschäden und höheren Kosten.«

Der Winterstein sei eine der besten Flächen für Windkraft in Südhessen. »Wer sich ohne jeglichen Sachverstand gegen den Winterstein als Standort einsetzt, bietet den Menschen keine Lösung für die drohende Klimakrise und verweigert der nächsten Generation eine intakte Umwelt.« Das Argument, die Anlagen würden wertvolle Bäume und andere Pflanzen vernichten, wirke angesichts des aktuellen Waldzustands lächerlich. »Die Friedberger Grünen setzen auf Energiesparen und regionale Stromerzeugung. Sie wollen den Wald auch durch einen lokalen Beitrag langfristig schützen - auch und insbesondere vor den Folgen des Klimawandels.«

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