Der Wald auf dem Winterstein: Gesellen sich zum Fernsehturm auf dem Gebirgskamm bald ein paar Windräder? Jetzt müssen die Kommunalparlamente Farbe bekennen.
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Der Wald auf dem Winterstein: Gesellen sich zum Fernsehturm auf dem Gebirgskamm bald ein paar Windräder? Jetzt müssen die Kommunalparlamente Farbe bekennen.

Erneuerbare Energie

Windräder auf dem Winterstein? Grüne hoffen auf frischen Wind für Ökostrom

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Für die einen sind es Schreckgespenster, für die anderen die Lösung der Energiefrage: Windkraftanlagen. Auf dem Winterstein bei Friedberg könnten zehn bis 15 dieser Anlagen gebaut werden.

Werden doch noch Windräder auf dem Winterstein gebaut? Die Friedberger Grünen geben die Hoffnung nicht auf. »Auf dem Winterstein kann gebaut werden«, so lasse sich das Ergebnis zusammenfassen, nachdem die Landesregierung den Teilregionalplan Südhessen letzte Woche genehmigt hat. »Damit sind Flächen ausgewiesen, die vorrangig für Windkraft genutzt werden können«, sagt Florian Uebelacker, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Friedberg.

Der Teilregionalplan Südhessen wird in den kommenden Wochen in den Kommunalparlamenten aller Anrainerkommunen behandelt. Natürlich bedürfe es noch der Einzelprüfung zur Umweltverträglichkeit auf Rotmilan, Fledermaus und andere Wildtiere. Uebelacker: »Die Fläche reicht aber für 10 bis 15 Windräder.«

Windräder Winterstein: Endgültige Plan liegt vor

Vor einigen Jahren hatte sich die damalige Landesregierung auf die Konzentration der Windräder an bestimmte Orte geeinigt, um CO2-neutral Strom zu erzeugen. Die Auflagen wurden analysiert, mögliche Flächen auf einer Karte eingetragen. Schnell wurde klar, dass die angestrebten zwei Prozent der Landesfläche in Südhessen nicht erreicht werden können. Nach zwei Offenlagen liegt nun der endgültige Plan vor, der in Kraft tritt, sobald er im Staatsanzeiger veröffentlicht ist. Es sei zu erwarten, dass großes Interesse bestehe, »den Windpark Winterstein zu entwickeln, um die Klimaziele der Landes- und Bundesregierung zu erreichen«, schreibt Uebelacker.

Der Kartenausschnitt zeigt den Winterstein. Die blau gestreiften Flächen kommen für Windräder infrage, wenn das Funkfeuer des Flughafens Frankfurt erneuert wird; für die roten Flächen sind auch so Genehmigungen zu erwarten.

Die Grünen fordern schon lange den Bau von Windrädern auf dem Winterstein. »Es wundert nicht, dass der Winterstein als eine der herausragenden Flächen in Südhessen besondere Aufmerksamkeit hat. Auf den Gipfeln des Taunus gelegen, weht ein kräftiger Wind, der eine große Stromproduktion verspricht. Schon im Vorfeld wurden Untersuchungen durchgeführt, die das Vorkommen von Rotmilan, Fledermäusen und anderen Wildtieren berücksichtigen. Ohne diese schützenswerten Tiere zu bedrängen, ist ausreichend Platz für eine nennenswerte Anzahl von Windkraftanlagen.« Der Teilregionalplan berücksichtige auch das Funkfeuer des Flughafen Frankfurts, das bei anderen Windkraftanlagen, etwa in Karben, Furore gemacht hat. Ohne eine Erneuerung der veralteten Anlage seien ausreichend Standorte vorhanden (rote Fläche im Bild).

Aber auch für die restliche (blaue) Fläche seien Genehmigungen zu erwarten, da sie am Rande der zu berücksichtigenden Abstandsfläche um das Funkfeuer liegen.

Windräder Winterstein: Kommunen für lokale B-Pläne

Die ausgewiesene Vorrangfläche liegt auf den Gemarkungen der Städte Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Wehrheim. Die Gemeindeparlamente hatten Veränderungssperren verhängt mit der Zielsetzung, über einen lokalen Bebauungsplan die Gestaltung des Geländes vorzugeben, um Standorte für Windkraftanlagen minimal zu halten. Das hatte einigen Windkraftgegner die Hoffnung gegeben, doch noch die Windkraftanlagen verhindern zu können. Uebelacker: »Es liegt nun an den Bürgermeistern, ob sie dieses Verwirrspiel weiter verfolgen oder beherzt und zielorientiert die Möglichkeiten der Windkraft für ihre Städte nutzen, um Einkünfte zu generieren. Aus Pachtgebühren und Wegegeldern lassen sich bereits nennenswerte Zuschüsse für Kindergärten, Bürgerhäuser und kulturelle Veranstaltungen generieren.«

Die Grünen rufen daher Investoren auf, »sich zügig um die Standorte auf dem Winterstein zu bemühen«. Man hoffe, so auch in Friedberg einen Beitrag zur Klimawende leisten zu können. »Um die Stromproduktion im Kampf gegen die Klimakatastrophe auf erneuerbare Energien umzustellen, spielt die Windkraft die entscheidende Rolle. Zur Zeit ist sie die effektivste und kostengünstigste Methode, um Strom aus erneuerbaren Energien herzustellen«, sagt Uebelacker.

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