Windkraft-Rechenspiele

  • Jürgen Wagner
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Friedberg(jw/pm). Die UWG operiere mit Fantasiezahlen, schüre unbegründete Ängste: Das warf das "Bündnis Windenergie Winterstein" dem UWG-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Wilhelm Durchdewald im Streit um den geplanten Windpark am Wintersteinkamm vor (WZ vom 13. Novemver). Das erinnere ihn "an die Gepflogenheiten des noch amtierenden US-Präsidenten", schreibt Durchdewald: "Wenn die Argumente ausgehen, schmeißen wir mit Dreck."

Über 100 000 Tonnen Beton

"Besonders albern" sei die Unterstellung "möglichst abschreckender Fantasiezahlen". Durchdewald: "Wer etwas von Geometrie und Mathematik versteht, würde bei objektiver Betrachtung feststellen, dass sich die von der UWG genannten Zahlen im unteren Bereich des Tatsächlichen bewegt." Das "Bündnis" räume in dem Artikel selbst ein, dass die Betonfundamente für die Windräder mit einem Durchmesser von rund 30 Metern und einer Tiefe von zwei bis drei Metern eingebracht würden.

Durchdewald: "Bei einem Durchmesser von 30 Metern ist die Fläche unbestreitbar 706,5 Quadratmeter groß." Beziehe man in diese Rechnung Fundamenthöhe und Dichte für Beton ein, ergebe sich ein Bruttogewicht von mehr als 3500 Tonnen. Nichts anderes habe die UWG beschrieben.

Den realen Fundamentaufbau könne sich jeder im Internet ansehen, auf der Website des ›Bundesverband WindEnergie‹ (www.wind-energie.de/themen/anlagentechnik/konstruktiver-aufbau/fundament/). Daraus werde ersichtlich, dass zwei Meter Fundamenthöhe deutlich untertrieben seien. Man müsse von drei Metern Fundamenthöhe ausgehen. "Dann werden aus den angenommenen rund 3500 Tonnen Beton je Windkraftanlage mal eben rund 5300 Tonnen." Multipliziert mit den gewünschten 20 Anlagen seien das mehr als 100 000 Tonnen Beton und mehr als 4000 Fahrzeugbewegungen allein mit Betonmischern zum Winterstein.

Durchdewald weiter: "Das entspricht bei Fahrzeuglängen dieser großen Betonmischer von rund neun Metern einer Schlange von 36 Kilometern, also etwa von Offenbach bis Friedberg." Das Bündnis solle nun sagen, wo man die Zu- und Abfahrtswege für die Tausende Lastwagen-Fahrten geführt sehen möchte. "Über Ober-Mörlen, Bad Nauheim, Ockstadt oder Rosbach?" Die Anwohner würden dafür sehr dankbar sein.

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