Windkraft: FDP ist "kampfeslustig"

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Friedberg(jw/pm). Die Friedberger FDP lehnt den Ausbau des Windparks bei Bruchenbrücken weiterhin ab. "Unsere Argumente sind durch die Informationsveranstaltung des neuen Betreibers EnBW nicht widerlegt worden. Eher sind unsere Befürchtungen hinsichtlich der Landschaftszerstörung und sinnlosen Verspargelung der Region noch bestätigt worden", schreibt Roger Götzl, der für die FDP im Bruchenbrückener Ortsbeirat sitzt und führender Kopf der BI gegen die Windkraftanlagen war.

Gemeinsam mit seinem FDP-Kollegen Alexander Effmert aus dem Ortsbeirat und mit der Rückendeckung der Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung zeigt sich Götzl kampfeslustig. "Die FDP begrüßt jede vernünftige Technologie, die eine ›saubere‹ Zukunft verspricht, lehnt jedoch den Ausbau der Windräder in Bruchenbrücken ab."

Wesentliche Punkte seien noch nicht geklärt. Dazu gehöre der erforderliche Abstand zum Funkfeuer des Flughafens Frankfurt von mindestens 15 Kilometern. Wenn die Vertreter von EnBW dies als unproblematisch ansähen, erinnere ihn das an ein "Pfeifen im dunklen Wald", schreibt Götzl. Die geplanten Anlagen seien im Vergleich zu den bestehenden von "gigantischem Ausmaß": "Da werden viele Details zu berücksichtigen sein, die bei der Genehmigung der jetzt schon bestehenden Anlagen seinerzeit noch keine Rolle spielten."

Den Vertretern der Windkraftfirma sei es vor allem darum gegangen, die Bürger "in einer falschen Sicherheit zu wiegen". So werde durch den Schattenwurf der Rotoren die Lebensqualität reduziert. Es sei geradezu absurd, wenn zugesichert werde, dass die Windräder bei ungünstigem Sonnenstand abgeschaltet würden, um Schlagschatten zu verhindern.

Götzl: "Man stelle sich nur die Kombination von ungünstigem Sonnenstand und starkem Wind vor. Dann muss abgeschaltet werden, obgleich Strom produziert werden könnte. So irrsinnig kann nur Windenergie sein."

Auch die Argumente gegen den erhöhten Geräuschpegel seien kleingeredet worden. Zu den noch ungeklärten Fragen zählten auch das Bodengutachten für die Mineralwasserquellen Rosbach und Bad Vilbel sowie die Zustimmung des Regionalverbandes. Die von EnBW gelieferten Zahlen seien "nicht unbedingt glaubhaft", glaubt Götzl. "Laut Auskunft der EnBW an den Ortsvorsteher von Bruchenbrücken haben die drei Windräder in 2018 etwa sieben Stunden pro Tag unter Vollast Strom erzeugt. Das ist nicht glaubhaft, wenn man die häufig still stehenden Anlagen vor Augen hat."

Lebt Bürgerinitiative wieder auf?

Obwohl diese Veranstaltung laut EnBW nur eine Vorab-Info sein sollte, merken Götzl und Effmert an, dass man sich bei allen Meinungsunterschieden in der Sache eine bessere Vorbereitung und Sachkenntnis bei den Vertretern der Firma gewünscht hätte. "Das erinnert mich ein wenig an die seinerzeitigen Planungen durch die Firma ABO Wind." Auch da habe die BI immer wieder schwere Mängel im Konzept festgestellt. Götzl: "Wir sollten darüber nachdenken, die Bürgerinitiative neu zu beleben."

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