Die von der UWG angefertigte Fotomontage zeigt die Höhenverhältnisse der geforderten Windkraftanlagen zum Steinkopfturm sowie darunter die Abbildung eines Windparks an anderer Stelle mit "nur" 17 Windrädern. FOTOMONTAGE: UWG
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Die von der UWG angefertigte Fotomontage zeigt die Höhenverhältnisse der geforderten Windkraftanlagen zum Steinkopfturm sowie darunter die Abbildung eines Windparks an anderer Stelle mit "nur" 17 Windrädern. FOTOMONTAGE: UWG

UWG will keinen Beton im Wald

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg(jw/pm). Das "Bündnis Winterstein" fordert den Bau von Windkraftanlagen auf dem Winterstein-Kamm und kritisiert die Anliegerkommunen für deren "Verhinderungstaktik" (WZ vom 31. Oktober). Die UWG Friedberg hat dazu Stellung bezogen und führt Argumente gegen den Bau der Anlagen ins Feld.

"Mit Zynismus in die endgültige Zerstörung der Natur am Winterstein" - so könne man es nennen, wenn seitens des "Bündnisses für den Winterstein-Windpark" argumentiert werde, man müsse angesichts der schweren Waldschäden für den Windpark ja nicht mehr viel roden. Der Friedberger UWG-Fraktionsvorsitzende Friedrich Wilhelm Durchdewald weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass erfahrene Forstleute mehr und mehr dazu übergingen, der Natur bei solchen Kahlflächen "freien Lauf" zu lassen. Flora und Fauna entwickelten sich dann wesentlich besser und vor allem resistenter gegen Klimaeinflüsse.

Die geforderten 20 Windkraftanlagen hingegen stellten "eine gewaltige und praktisch nie mehr gutzumachende Umweltzerstörung dar", schreibt Durchdewald: "20 riesige Windmaschinen, wesentlich höher als der Steinkopfturm, benötigten kaum vorstellbare Massen an Betonfundamenten. Die rund 3500 Tonnen Beton je Fundament zugrunde gelegt, bedeutete das die Einbringung von gigantischen 70 000 Tonnen Beton in den ohnehin schon geschundenen Waldboden."

Was dies für den Wald bedeute, veranschaulicht Durchdewald so: "Eine Störung von ›gewachsenen‹ Grundwasserströmungen, gewaltige Verdichtungen durch Zubringerstraßen für die allein für die Fundamente benötigten nahezu 4000 Fahrtbewegungen großer Betonmischer mit Einzelgewichten von etwa 30 Tonnen sowie die Schaffung der Infrastruktur wie Kabeltrassen und Technikzentralen. Dies alles sei "vermutlich der endgültige Todesstoß für den natürlichen Lebensraum, anstatt der anzustrebenden, CO2 bindenden ›Naturruhezone‹, heißt es weiter. Hinzukämen noch die Transporter für die Bauteile der Windkraftanlagen, die erhebliche Kurvenradien benötigten sowie die riesigen Kräne für den Aufbau der Türme mit Nabenhöhen etwa der dreifachen Höhe des Adolfsturms.

Durchdewald: "Wenn hier der Windkraft-Lobbyist Diethardt Stamm als Sprecher des Bündnisses aus geschäftlichen und privaten Interessen von hohen Windgeschwindigkeiten fabuliert, so ist dies schnell zu widerlegen." Man müsse sich nur die Windkarte des Deutschen Wetterdienstes oder die "Kartierung der mittleren Windgeschwindigkeiten in Deutschland" der Deutschen WindGuard GmbH anschauen, so der UWG-Fraktionsvorsitzende abschließend.

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