Der vielleicht schönste Ort für Kultur in Friedberg, nur mit der Stromversorgung hapert’s: Mitglieder von SPD-Vorstand und -Fraktion vor der Freilichtbühne im Burggarten. FOTO: DANIEL STER
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Der vielleicht schönste Ort für Kultur in Friedberg, nur mit der Stromversorgung hapert’s: Mitglieder von SPD-Vorstand und -Fraktion vor der Freilichtbühne im Burggarten. FOTO: DANIEL STER

SPD will die Burg beleben

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Friedberg(pm). Mitglieder der SPD-Stadtverordnetenfraktion und des Parteivorstands trafen sich unlängst in der Burg Friedberg, mit rund vier Hektar eine der größten Burganlagen Deutschlands. Fraktionschef, Dr. Klaus-Dieter Rack, hat über die Geschichte der Friedberger Burg seine Doktorarbeit verfasst und ist ein ausgewiesener Kenner der in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts unter Stauferherrschern planmäßig gegründeten Burg.

Die Burg diente dem militärischen Schutz der "Königslandschaft Wetterau", die im Süden benachbarte Stadt sollte das Umland wirtschaftlich erschließen. Mit Tuchproduktion und Handel erlebte Friedberg bis ins 14. Jahrhundert eine ökonomische Blütezeit und war als Messestadt ranggleich mit Frankfurt. Das bis 1806 dominierende Gemeinwesen in Friedberg aber war die Burg, die seit dem 15. Jahrhundert eine konfliktreiche Herrschaft über die Stadt ausübte.

An der Spitze der niederadligen Burgmannschaft stand ein gewählter Burggraf, der seit 1700 im Kronberger Hof ("Schloss") amtierte, einem um 1610 entstandenen Renaissancebau, seit Jahrzehnten eine Außenstelle des Friedberger Finanzamtes.

Rack: "Es ist bedauerlich, wie wenig touristisch erschlossen dieses geschichtliche Friedberger Kleinod ist." Vielfach zu hören sei der Wunsch von Burg-Besuchern nach einer Gastronomie, möglichst mit Außenbewirtschaftung. Für die Friedberger SPD ist die touristische Aufwertung der Burg und eine Steigerung ihrer Attraktivität von erheblicher Bedeutung für die Stadtentwicklung. Auch sei ein Mitspracherecht der Stadt über die Burg, die unter der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens steht, ein gewichtiges politisches Ziel der SPD zur besseren Vermarktung und touristischen Nutzung der Burg und ihrer historischen Gebäude. Hierzu müssten engagierte Verhandlungen mit dem Land Hessen geführt werden.

Die SPD-Politiker erinnern sich zudem an einen Sommer vor vielen Jahren, als vor dem Deutschordenshaus auf einer Freiluft-Bühne Theater gespielt wurde. Eine Wiederbelebung von Kulturveranstaltungen (Theater, Konzerte, Kleinkunst) im Schlosshof und auch auf der Naturbühne im Burggarten sind Ziele der SPD.

2007: Nicht einmal Geld für Leerrohre

Schon 2007 hatte die SPD-Fraktion Mittel zur Beleuchtung des Burggartens einplanen wollen. Aber weder diese Mittel (75 000 Euro) noch zumindest Leerrohre für eine spätere Elektroinstallation wurden von der damaligen Koalition aus CDU, Grünen und FDP genehmigt. Angeblich, hieß es damals, seien im renovierten Burggarten keine Veranstaltungen mehr möglich.

Dazu Rack: "Nun - 13 Jahre später (!) - beantragt die CDU, als hätte es ihre Ablehnung 2007 nicht gegeben, die Stromversorgung im Bereich der Freilichtbühne prüfen zu lassen. Kosten sollen ermittelt werden. Und die Begründung lautet, als wäre dies allein der CDU nun exklusiv aufgefallen: Die fehlende Stromversorgung sei unlängst bei einer Veranstaltung bemängelt worden."

Die SPD habe dieses Problem bereits 2007 erkannt und sieht durch die damalige Ablehnung von CDU, Grünen und FDP letztlich "13 verschenkte Jahre für nicht mögliche Kulturveranstaltungen auf der Naturbühne bzw. im Burggarten mangels elektrischer Beleuchtung."

Zudem biete die Burganlage auch die eindrucksvollste Kulisse für Hochzeitspaare, falls das Friedberger Standesamt nach Abstimmung mit dem Land Hessen hierher verlagert werden könnte. Rack: "Die Friedberger Burg ist ein bedeutsamer Teil unserer historischen Identität. Sie für Einheimische und Auswärtige in Zukunft besser nutzen zu können, ist ein erklärtes politisches Ziel der SPD Friedberg."

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