Die Vorsitzende Ursula Stock freut sich auf den Neustart der Vortragsreihe. FOTO: GK
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Die Vorsitzende Ursula Stock freut sich auf den Neustart der Vortragsreihe. FOTO: GK

Wieder "Kultur auf der Spur"

  • Sabine Bornemann
    vonSabine Bornemann
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Friedberg(koe). Ursula Stock hat die Hoffnung nie aufgegeben. Die Vorsitzende des Volksbildungsvereins in Friedberg und der Reihe "Kultur auf der Spur" hat im Corona-Lockdown alle Erwartungen auf den Herbst gesetzt. Mutig hat sie sich ein neues Programm überlegt und unter neuen Bedingungen geplant. Am 14. September soll es unter dem Titel "Wie wir wurden, was wir sind" wieder losgehen.

Frau Stock, Sie wagen es, trotz Corona eine neue Vortragsreihe anzubieten.

Ja, das ist geradezu verwegen. Vielleicht auch naiv. Niemand weiß, was daraus wird. Aber versuchen muss man es doch, nicht wahr?

Mit welchen Einschränkungen müssen Sie rechnen?

Vor allem können wir nicht in unseren angestammten Vortragsraum, den Klosterbau. Dort finden bei coronagerechter Bestuhlung (also mit genügend Abstand) nur 18 Leute Platz. Das ist selbst für unsere bescheidenen Ansprüche zu wenig.

Wo werden die Vorträge stattfinden?

Wir haben uns dieses Jahr mit dem Alten Hallenbad einigen können. Dort müssen wir zwar - im Gegensatz zum Klosterbau - Miete zahlen, aber die aHa-Leute sind uns sehr großzügig entgegengekommen. Und dort passen wir gut hin, nicht nur platzmäßig, auch vom Typ unserer Veranstaltungen her.

Sie haben Europa zum Thema genommen. Wie kamen Sie auf das Thema?

Es ist nicht gerade originell, zugegeben. In diesem Jahr erscheint es mir aber aktuell, ja, geradezu geboten, für die europäische Einigung zu plädieren, da sie doch in vielen Punkten etwas wackelt. Da möchten wir zeigen, dass es, bei aller kulturellen Vielfalt, doch Gemeinsamkeiten gibt, auf die man bauen kann.

Sie behandeln nicht nur Gegenwartsthemen, wie Umwelt, Wirtschaft oder jetzt Corona, sondern führen tief in die Geschichte zurück.

Unbedingt. Nicht nur, weil Geschichte meine persönliche Leidenschaft ist. Kultur wächst allmählich heran, begleitet von politischen und wirtschaftlichen Vorgängen. Vieles, was uns modern vorkommt, ist tief verwurzelt. Auf solchen knorrigen Polstern kann man sich auch als Gemeinschaft zurechtruckeln.

Haben Sie besondere Vorlieben bei den Themen?

Dieses Mal kommen mir alle Themen wichtig vor. Ich persönlich habe eine tiefe Neigung zu Erasmus, der den Frieden und den Ausgleich liebte, und der doch nicht versuchte, es allen recht zu machen. Er war auf seine stille Art ein sehr mutiger Mann, und übrigens schon damals auf seine Weise ein überzeugter "Europäer".

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