Katana S. und Larissa A. aus der Jugendmaßnahme "Vamos" nähen Masken.	FOTO: PM
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Katana S. und Larissa A. aus der Jugendmaßnahme »Vamos« nähen Masken. FOTO: PM

Wieder Betreuung vor Ort

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Wetteraukreis (pm). Die Regionale Dienstleistung Wetterau (RDW) kann sich wieder vor Ort um die Förderung von arbeitslosen Menschen kümmern. Mit dem »Shutdown« Mitte März waren alle Maßnahmen geschlossen worden. Die Teilnehmer durften in den Werkstätten nicht mehr arbeiten, in den Schulungsräumen konnten keine Bildungsveranstaltungen mehr stattfinden, Beratungsgespräche fanden, wenn überhaupt, nur noch im Freien statt. Präsenzunterricht war nicht mehr erlaubt. Wo es umsetzbar war, waren laut RDW alternative Maßnahmekonzepte entwickelt worden, um die Teilnehmer weiter betreuen zu können.

Unsicher und ängstlich

Schnell habe man aber festgestellt, dass der Beratungs- und Betreuungsbedarf größer sei und immer größer wurde. Die Teilnehmer seien verunsichert gewesen, teilweise auch ängstlich. Zahlreiche berichteten über Beschäftigungslosigkeit und Langweile. Viele verfügten nur über wenige Sozialkontakte und fühlten sich einsam, andere lebten in schwierigen und konfliktbelasteten Familienverhältnissen, die umso problematischer wurden, je länger der »Lockdown« andauerte. Bei Teilnehmern mit Suchtmittel- oder Schuldenproblem oder psychischen Erkrankungen habe sich die Lage zusehends verschlimmert.

Mit den ersten Lockerungen der Corona-Regeln seien auch die Anweisungen für die verschiedenen Maßnahmen geändert worden. »Für jede Maßnahme wurde ein eigenes Schutzkonzept erarbeitet, mit dem langsam der Betrieb wieder anlaufen kann«, sagt Stephan Kunz, Pädagogischer Leiter für den Bereich Bildung und Arbeitsförderung.

Alle Teilnehmer seien zunächst mit Alltagsmasken versorgt worden. Es seien kleine Gruppen gebildet und die Anzahl der gleichzeitig anwesenden Teilnehmer auf etwa 50 Prozent reduziert worden. Zudem seien die Arbeitszeiten verringert worden. Die Reinigungsintervalle für sanitäre Anlagen, Griffe und Flächen seien erhöht, Markierungen angebracht und Warnhinweise aufgehängt worden.

In zwei Werkstätten ist mit der Produktion von Alltagsmasken begonnen worden. Zunächst sollen diese zusätzlich an die Teilnehmer bei RDW verteilt werden. Danach sollen sie an geflüchtete Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften verteilt werden.

Neben der Arbeit in den Werkstätten können auch die Bildungs- und Schulungseinheiten wieder von Angesicht zu Angesicht stattfinden, mit viel Abstand und Maske. Auch in den PC-Räumen fänden wieder Schulungen statt, und es könnten Bewerbungen geschrieben werden.

»Die aktuelle Situation verunsichert immer noch viele Teilnehmer. Die Vorsichtsmaßnahmen am Arbeitsplatz und die Anforderungen des ›Social Distancing‹ erzeugen zusätzliche Ängste«, sagt Geschäftsführerin Heidi Nitschke. »Wir werden die Teilnehmenden beobachten und dann entsprechende Gesprächsangebote machen.«

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