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Die evangelischen Christen der Wetterauer Dekanate verstehen den Auftrag Gottes, die Erde zu bewahren und zu bebauen, als einen für die Bewahrung der Schöpfung. Darum soll es während des Aktionszeitraums vom 17. Februar bis 4. April gehen.

Wie wollen wir leben?

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Wetteraukreis (pm). »Wie wollen wir leben?« - unter dieser Fragestellung laden die beiden evangelischen Dekanate Büdinger Land und Wetterau ein, sich in der Passionszeit Gedanken zu Klimaschutz, zur Bewahrung der Schöpfung und zu eigenen Lebensentwürfen zu machen. In der Zeit vom 17. Februar bis 4. April wollen die Initiatoren beispielhafte Projekte vorstellen, Impulse geben, zum Mitmachen anregen und interessante Online-Vorträge und Gesprächsrunden anbieten.

In den sieben Wochen sollen unterschiedliche Themen zur Sprache kommen, die von Ernährung über erneuerbare Energien, von Aspekten der Mobilität über »bewusst digital sein« bis zu klimagerechtem Leben reichen. »Die Passionszeit ist die Einladung, sich zu besinnen - über das Leben, den Glauben und wie ich mein geschenktes Leben verstehe. Die momentan andauernde Pandemie lässt viele Menschen ganz grundsätzlich fragen, was im Leben zählt, ob es so weitergehen soll, wie bisher und was sie künftig anders machen wollen«, sagt Dekan Volkhard Guth im Blick auf die Aktion. Er möchte die Aktion beider Dekanate als Einladung verstanden wissen, sich gemeinsam auf Lösungssuche zu begeben, um Belastungen für Natur und Umwelt zu mindern. »Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten. «

Zum Auftakt wird es um Wasser gehen. Dabei richtet sich beispielsweise der Blick auf die Wasserversorgung in der Region. »Wir erleben Wassermangel, aber zugleich auch die Unbilden des Wetters mit den verheerenden Auswirkungen durch Überflutungen und ähnliche Phänomene«, sagt Öffentlichkeitsreferent und Theologe Gert Holle. In Gesprächen mit Politikern, Forstleuten und Wasserexperten sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, wie sich die Zukunft »lebensfreundlich« gestalten lässt. Holle weist auf einen Online-Vortrag am 17. Februar hin, in dem sich Prof. Dr. Sven Linow von der Hochschule Darmstadt mit dem virtuellen Wasserverbrauch befasst. Veranstalter ist das Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung, das die zeitgleich von sechs Bistümern und Landeskirchen ausgerichtete Aktion »Klimafasten« begleitet.

»Als evangelische Christen verstehen wir den Auftrag Gottes, die Erde zu bewahren und zu bebauen, als Auftrag für die Bewahrung der Schöpfung, für das Eintreten für Gerechtigkeit und für den Erhalt von Frieden«, sagt Rita Stoll, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung. In der jüngeren Vergangenheit hätten sich Verantwortliche der beiden Dekanate kritisch und aktiv gezeigt, wenn gewohnte Lebensräume Konsumbedürfnissen geopfert werden sollten. Zum Beispiel sind beide Dekanate gemeinsam mit Vertretern aus dem Umwelt- und Naturschutz und der Landwirtschaft Gründungsmitglieder des Aktionsbündnisses Bodenschutz Wetterau, das sich kritisch in die Diskussion um die Ansiedlung von Logistikhallen in der Wetterau eingebracht hat und auch eine Klage gegen das Rewe-Lager unterstützte.

Neues Symbolbild kreiert

Mit »Wetterau im Wandel« benennt Wolfgang Dittrich, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Wetterau, ein weiteres wichtiges Netzwerk, in dem sich das Dekanat Wetterau gemeinsam mit Initiativen der Nachhaltigkeit für einen sozialökologischen Wandel in der Wetterau einsetze. »Als Kirche geht es uns darum, sozialökologische Alternativen zu unserem bisherigen Handeln aufzuzeigen. Wir wollen dazu ermutigen, dass jede und jeder sich mit seinen Möglichkeiten für eine Veränderung unserer Lebensweisen und Konsumgewohnheiten einbringt.«

»Klimafreundlich und gesund kochen« lautet die Devise einer Beitrags-Reihe auf Instagram, die in diesen Wochen gestartet und darüber hinaus regelmäßig einmal monatlich fortgesetzt werden soll. Die Idee dazu hatten die Wetterauer Jugendreferentin Ulrike Martin und Praktikantin Sophie Reinhard. Auch die evangelische Jugend im Büdinger Land will sich mit kreativen Aktionen an der Initiative beteiligen.

Die Veranstaltungen und Aktionen sind mit einem Symbolbild verknüpft, das die Wetterauer Öffentlichkeitsreferentin Anna-Luisa Hortien kreiert hat. »Wir wollen die Erkennbarkeit unseres Engagements für einen sozialökologischen Wandel dadurch schärfen. So werden die einzelnen Angebote und Veranstaltungen in der lokalen Presse, im Internet und auf unseren Social-Media-Kanälen leichter zu finden sein. Auch in den sozialen Medien wird es Mitmachangebote und Ähnliches geben - und natürlich immer wieder neue Anregungen.«

Bei manchen Veranstaltungen ist eine Anmeldung nötig, Mehr Infos online auf dekanat-buediger-land.de oder www.wetterau-evangelisch.de.

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