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Dankbar, wieder dem gemeinsamem Hobby nachgehen zu können: Der Gesangverein Frohsinn Ockstadt trifft sich wieder zu den Proben.

»Wie nach Hause kommen«

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Friedberg (pm). »Mit neuem Chorleiter und viel Elan ist der Gesangverein Frohsinn Ockstadt in eine neue Probensaison gestartet. Nach einigen Probedirigaten im Frühsommer entschieden sich alle Chöre mehrheitlich für Daniel Sans als neuen Dirigenten. Seine musikalische Laufbahn hatte er mit acht Jahren als Sopran im Mainzer Domchor, begonnen, dem er zwölf Jahre lang treu blieb.

Nach seinem Studium an der Musikhochschule Frankfurt spezialisierte er sich als lyrischer Tenor auf den Oratorien- und Liedbereich. Als gefragter Konzerttenor sang er unter anderem im Wiener Konzerthaus, im Teatro Colonin Buenos Aires, in der Berliner Philharmonie, Leipziger Thomaskirche und Alten Oper Frankfurt. Die Konzerttätigkeit wird abgerundet durch Engagements als Gast an verschiedenen Opernhäusern im In- und Ausland. Neben Produktionen mit dem BR, HR, SWR, der Deutschen Welle und dem Fernsehsender ARTE, wirkte er auch bei zahlreichen CD-Produktionen mit. Weiterhin erreichte Sans den ersten Preis beim internationalen Brahms-Wettbewerb in Österreich und ist Träger des Förderpreises Rheinland-Pfalz.

Aber auch die Chorleitung liegt ihm schon lange am Herzen. Mittlerweile leitet er mehrere Chöre im Rhein-Main-Gebiet, darunter nun auch die Chöre Viva, Cantiamo und den Seniorenchor des Frohsinn Ockstadt!

Bereits in den Sommerferien begannen die Proben - zunächst in kleinerer Besetzung bei gutem Wetter draußen, kürzlich dann mit 41 Sängerinnen und Sängern mit entsprechendem Hygienekonzept im Bürgerhaus Ockstadt. Erfreulicherweise sind alle aktiven Chormitglieder des Cantiamo komplett geimpft. Wie fühlt es sich nun also an, das Singen zusammen nach so langer Chorabstinenz? »Ein bisschen wie nach Hause kommen«,beschreibt es eine Altistin. Sie hat unter anderem die »angenehme, herzliche Gemeinschaft« vermisst. Ähnlich geht es Tenor Carsten Wolf: »Man merkt erst jetzt, was einem gefehlt hat, wenn man jetzt wieder zusammen singt. Ich hatte Gänsehaut, als der Sopran einsetzte.« »Ich war beim Singen ganz beseelt«, so drückt es wiederum Sopranistin Dorothea Becker aus. Nicht zuletzt liegt die Begeisterung am neuen Dirigenten: Er verstehe es wunderbar, alle in seinen Bann zu ziehen, motiviere und biete anspruchsvolle und leichte Literatur, Bekanntes und Neues im Wechsel an.

Viel Wert wird auf die Stimmbildung und den Klang gelegt. Gewissenhaft, genau, und doch mit einer guten Portion Humor und lobenden Worten. Die rege Beteiligung an den Proben, auch mit einigen Neuzugängen, zeige, wie viel Freude alle an der klangoptimierten Chorarbeit haben. Vor allem aber seien alle dankbar, wieder ihrem gemeinsamem Hobby nachgehen zu können und hoffen, dass dies noch eine Weile so bleibt. Altistin Christiane Scherschel-Gassen bringt es auf den Punkt: »Schön wäre es, wenn es in diesem Jahr noch zu einem Auftritt käme und wir der Öffentlichkeit unser Können präsentieren würden.«

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