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Das Amt des Bauernheimer Ortsvorstehers bleibt in der Familie: Alexander Hausner (SPD) und sein Vater und Vorgänger Uli Hausner auf den Treppen des Parks am Dorfgemeinschaftshaus.

Amtsübergabe im Ortsbeirat Bauernheim

Wie der Vater, so der Sohn: Auch der neue Ortsvorsteher heißt Hausner

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Nach 28 Jahren ist Schluss: Uli Hausner hat das Amt des Bauernheimer Ortsvorstehers an seinen Sohn Alexander (beide SPD) abgegeben. Der 32-Jährige ist wie sein Vater Finanzwirt.

Wer für den Antrag ist, hebt bitte die Hand. Das ist einstimmig. Dann rufe ich Top 4 auf. Wer möchte das Wort?« Es ist die erste reguläre Sitzung des Ortsbeirats von Bauernheim, in dem 20 Jahre lang Uli Hausner den Ton angab. Jetzt sitzt sein Sohn Alexander am Tisch des Ortsvorstehers, der Vater hat im Zuschauerraum Platz genommen. Die Grünen haben Anträge zum Radverkehr gestellt, nach ausgiebigen Diskussionen und einigen Ergänzungen der SPD werden alle Anträge einstimmig beschlossen. »Das war ein guter Start«, sagt Ortsvorsteher Alexander Hausner am Ende. Die Ortsbeiratsmitglieder nicken. Ja, es läuft.

»Die komplette junge Truppe wurde gewählt. Die arbeiten so gut zusammen, weshalb ich meinen Sitz an den Nachrücker Daniel Ster abgegeben habe«, sagt Uli Hausner. Es war zuletzt nicht ganz einfach, Bauernheimer für die Kommunalpolitik zu interessieren. In der vorigen Wahlperiode war die SPD als einzige Partei angetreten. Diesmal kamen die Grünen hinzu, holten drei der neun Sitze. »Ich habe versucht, junge Leute für den Ortsbeirat zu gewinnen. Das hat geklappt«, freut sich Hausner. Da fällt es dann leichter, Abschied zu nehmen.

Der Schritt kam überraschend. Bei der Kommunalwahl hatte Hausner senior noch die meisten Stimmen auf sich vereint. Dann der Rückzug. »Ich habe dem Ortsbeirat 28 Jahre lang angehört, 20 Jahrer lang als Ortsvorsteher. Irgendwann muss mal Schluss sein. Das Ehrenamt ist kein Amt auf Lebenszeit.« Uli Hausner bleibt Stadtverordneter, im Ortsbeirat will er noch beratend tätig sein.

Nur der Bau der Kita hat nicht geklappt

In Hausners Amtszeit konnte einiges bewegt werden. Das Feuerwehrhaus wurde gebaut, ein neuer Spielplatz, schnelles Internet wurde gelegt, Radwegeverbindungen in alle umliegenden Orte zählt Hausner weiter auf.

Der Bau einer Kita hat nicht geklappt, eine Hochspannungsleitung und neue gesetzliche Vorschriften durchkreuzten den Plan. »Aber die Kita kommt«, sagt Hausner. Der Bürgermeister habe das versprochen.

Bauernheim hat knapp 700 Einwohner, ist der kleinste Stadtteil von Friedberg. Da darf man die Ansprüche nicht allzu hoch hängen. Um dennoch etwas zu erreichen, habe er »auf ein gutes Verhältnis zur Stadtverwaltung« gesetzt, erzählt Hausner. »Das hat geklappt.« Und das empfiehlt er auch seinem Nachfolger. Dass der 57-jährige nach dem Abschied aus dem Ortsbeirat Däumchen dreht, ist nicht zu erwarten. »Ich werde in diesem Jahr zweifacher Opa.«

Der eine von zwei Söhnen, der hierfür gesorgt hat, ist auch kein Unbekannter im Ortsbeirat. Alexander Hausner war bereits in der vergangenen Wahlperiode Ortsbeiratsmitglied. Der 32-Jährige ist wie der Vater Finanzwirt und beim Finanzamt in Bad Homburg beschäftigt. Er will sich künftig stärker politisch engagieren, wurde im letzten Jahr in den Vorstand der SPD Friedberg gewählt. »Ich wohne hier mit meiner Familie und will mich engagieren. Die Politik macht mir Spaß«, sagt er.

Den Rekord des Vaters geknackt

Wenn Alexander Hausner mal keine Steuerbescheide berechnet oder Kommunalpolitik treibt, hält er sich mit Laufen und Radfahren fit. Im Bauernheimer Park steht eine Calisthenics-Anlage; Hausner ist der Trainer einer Gruppe junger Leuten, die hier ihre Musklen stählen. Mit seiner Frau hat er gerade ein Haus im Neubaugebeit errichtet. Im August kommt, wie gesagt, Leben in die Bude.

Den Rekord des Vaters als damals jüngster Ortsvorsteher hat er geknackt. Ob er sich auch vorstellen kann, wie der Vater einmal als dienstältester Ortsvorsteher abzutreten? Ja, sagt Hausner, durchaus. Er wolle aber auch in der Friedberger Politik aktiv werden.

Es gebe noch einiges zu tun, sagt Hausner und erwähnt das Bauerwartungsland zwischen dem Neubaugebiet am Feuerwehrhaus und dem Gewebebetrieb am Ortsausgang. Diese Lücke soll geschlossen werden, und hier, kann sich Hausner vorstellen, könnte auch eine Kita entstehen. Die Vereine will er mehr zusammenbringen. »Wir wollen, dass unser Dorf weiterhin liebens- und lebenswert bleibt.« Alle seien hoch motiviert, sagt er mit Blick auf die sechs Ortsbeiratsmitglieder auf der SPD-Liste und die drei Frauen der Grünen. »Da gibt es super Ideen. Die Leute sind alle in den Vereinen engagiert, kennen den Ort und seine Probleme.«

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