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Besuch bei Pro Familia: Lisa Gnadl (Mitte) informiert sich bei Renate Schädler (links) und Natalie Pawlik über die Arbeit der Beratungsstelle.

»Wichtige Stütze unseres sozialen Systems«

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Friedberg (pm). In den Friedberger Räumen von Pro Familia hat sich die Wetterauer SPD-Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Lisa Gnadl, bei Geschäftsführerin Renate Schädler und der ehrenamtlichen Vorstandsfrau Natalie Pawlik über die Arbeit der Beratungsstelle und die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie informiert.

»Es ist mir wichtig, die Arbeit der Beraterinnen und Berater, die durch die Corona-Pandemie weiter erschwert wurde, mit politischen Initiativen zu unterstützen«, sagt Gnadl zum Anlass ihres Besuchs.

»Wir möchten mit unserer Arbeit den gesamten Bereich von Beziehung, Partnerschaft und Sexualität abdecken«, erklärt Renate Schädler, die seit März 2019 Geschäftsführerin der Beratungsstellen in Friedberg und Gießen ist. Es sei wichtig gewesen, dass die Arbeit von Pro Familia in der Pandemie fast wie gewohnt weitergehen konnte. »Wir haben schnell die notwendigen Schritte in die Wege geleitet, um Betroffenen trotz Kontaktbeschränkungen die gewohnte Beratung im Telefon-, Online- oder Videoformat zu ermöglichen.«

Höhere Kosten durch die Pandemie

Fast durchgehend seien Beratungen unter Hygienebestimmungen auch persönlich durchgeführt, wenn die anderen Formate nicht möglich oder passend waren, erklärt Natalie Pawlik. »Die Pandemie hat uns wortwörtlich einiges gekostet und ein Loch in unsere Kasse gerissen. Aber glücklicherweise konnten wir auf Rücklagen zurückgreifen und sind nicht in Existenzängste geraten.«

Der Kauf eines neuen Servers für 18 000 Euro sei eine schwere, aber notwendige Entscheidung gewesen. Man habe nur durch die Investition in neue Technik die Betreuung und Beratung fortführen können, so Pawlik weiter. Während der Corona-Pandemie investierte der Verein in die Bereitstellung von digitalen Beratungen, Schulungen und weiteren Angeboten für Klassen und Kurse.

»Als ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei beschränkten finanziellen Möglichkeiten mit Personalverantwortung umzugehen, war und ist nicht leicht«, erklärt Pawlik weiter. Mit Beginn des ersten Lockdowns konnten die gewohnten gruppenbezogenen Angebote wie beispielsweise sexualpädagogische Arbeit mit Schulklassen und außerschulischen Gruppen sowie Fortbildungen für Fachkräfte und Multiplikatoren nur vereinzelt stattfinden. »Die Förderung beträgt nur 80 Prozent, den Rest müssen wir anderweitig organisieren - über Zuwendungen durch den Wetteraukreis und umliegende Kommunen, Eigeneinnahmen, Mitgliedschaftsbeiträge, Spenden oder Bußgelder vom Gericht. Aber die finanziellen Mittel sind eigentlich unzureichend«, erläutert Schädler die Problematik, die durch knappe Fördermittel.

Das sieht auch die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl so: »Die Pandemie zeigt, dass dieses Finanzierungsmodell nicht gut aufgestellt ist und dass hier das Land nachbessern muss. Diese Gelegenheit haben wir jetzt bei der Novellierung des Schwangerenkonfliktgesetzes und bei den anschließenden Haushaltsberatungen in Hessen«, so Gnadl.

Die Arbeit von Pro Familia sei eine wichtige Stütze des gesellschaftlichen Zusammenlebens und sozialen Systems im Wetteraukreis und nicht nur in Krisenzeiten unabdingbar. »Ich werde mich im Hessischen Landtag weiter dafür einsetzen, dass diese wichtige Arbeit besser unterstützt wird«, erklärt Gnadl abschließend.

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