Strandurlaub statt Hundepension. Die Corona-Folgen machen’s möglich. Schlechte Zeiten allerdings für Betreiber von Tierpensionen. Denn bei ihnen bleiben die Gäste aus. SYMBOLFOTO: DPA
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Strandurlaub statt Hundepension. Die Corona-Folgen machen’s möglich. Schlechte Zeiten allerdings für Betreiber von Tierpensionen. Denn bei ihnen bleiben die Gäste aus. SYMBOLFOTO: DPA

Corona-Folgen

Wetteraukreis: Tierpensionen nicht ausgebucht

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Die Corona-Zeit dürfte für Haustiere eine paradiesische sein, weil Mensch Zeit hat und zu Hause ist. Gut für den Hund. Schlecht für Betreiber von Einrichtungen, die Tiere gegen Geld betreuen.

Coronabedingt können viele Reisepläne dieses Jahr nicht wie gewünscht verwirklicht werden. Manche Urlaubsländer sind pandemiebedingt einfach zu gefährlich, Kreuzfahrten finden nicht statt oder finanzielle Engpässe zwingen zum Umdenken. Dagegen sind Nord- und Ostsee und viele andere deutsche Urlaubsdestinationen 2020 ganz besonders begehrt. Diese Urlaubsziele sind häufig auch sehr gut mit dem eigenen Hund zu bereisen und machen manchen Vierbeiner, der die heißen Tage dann an Strand und Wasser oder in den kühleren Bergen verbringen kann, zu echten Coronagewinnern. Die nicht angetretenen Fernreisen mit dem Flugzeug sind in der Regel wenig für Vierbeiner geeignet. Andere bleiben schlicht in den Ferien zu Hause und haben nun endlich mal Zeit die nähere und weitere heimische Umgebung mit dem Hund zu erkunden oder gemütlich mit der Katze in der Hängematte zu chillen.

Doch stellt sich angesichts dieser Entwicklung die Frage, welche Auswirkungen diese veränderten Lebensgewohnheiten zum Beispiel auf Tierpensionen haben könnten. Nicht nur bei Krankenhausaufenthalten oder anderen Gelegenheiten, bei denen der Vierbeiner nicht mit kann, sondern vor allem bei Urlaubsreisen werden Hund und Katze gerne in professionelle Betreuung gegeben. Berufstätige Hundehalter, die früher aus Vernunftgründen besser auf einen Hund verzichtet haben, können außerdem seit Jahren schon ihren Hund in sogenannte "Hutas", also Hundetagesstätten bringen. Dort ist Bello in Gesellschaft seinesgleichen, pflegt seine Sozialkontakte und hat Auslauf in der frischen Luft. Mittlerweile gibt es Betriebe, die wochen- und tageweise Betreuung oder aber auch nur eine der Varianten anbieten.

Keine Stornogebühren

Der Inhaber der "Hundepension LALU" in Bruchenbrücken, Ralf Mörschel, war zum persönlichen Gespräch bereit und hat mir von den letzten Monaten berichtet. Ab Februar/März ging die Anzahl der zu betreuenden Tageshunde rapide nach unten - bis auf einen "Resthund", da die Besitzer bedingt durch Homeoffice oder Kurzarbeit keine Fremdbetreuung mehr brauchten. Die Buchungen für die Osterferienbetreuung wurden allesamt storniert. Ganz langsam bahnt sich jetzt eine Verbesserung an, im Sommer können 30 bis 40 Prozent der sonst üblichen Anzahl Ferienhunde betreut werden. Allerdings bleibt die Planung unsicher, weil coronabedingt etliche Reisen dann doch nicht angetreten werden.

Trotz der schwierigen Lage hat Mörschel darauf verzichtet, die fälligen Stornogebühren zu berechnen, weil die Tierhalter ja unverschuldet in die missliche Situation geraten sind. Für die Herbstferien kommen die Buchungen erst zögerlich.

Sehr ähnlich ist die Situation im "Hunderesort am Kinzigsee". In der Pension von Stefanie Elmi waren im Frühjahr nur wenige Hunde wegen Krankheit oder Umzug der Besitzer zu versorgen, bei der Tagesbetreuung waren starke Einbrüche wegen Homeoffice zu verkraften, wobei hier Kunden freiwillig weiter zahlten, obwohl sie ihre Lieblinge gar nicht gebracht hatten. Auch Frau Elmi hat auf die ihr zustehenden Stornogebühren verzichtet. Zu erwähnen ist, dass die üblichen Hygieneregeln in beiden Betrieben selbstverständlich eingehalten werden, neben dem erforderlichen Mundschutz werden bei der Übergabe keine Leinen übergeben, sondern es wird jeweils mit eigenen gearbeitet.

Bei Katzen noch schwieriger

In den Betrieben, die sich der Betreuung der Katzen verschrieben haben, scheint die Lage noch schwieriger als bei den Hunden. Im Gespräch mit der Inhaberin der Katzenpension Meisenfelder Ilka France in Leidhecken, die seit mehr als 25 Jahren besteht, war zu erfahren, dass die Pension seit März 2020 wegen der Pandemie geschlossen ist. Dort wurde sogar vorsorglich der Eingangsbereich umgestaltet, um bei der Übergabe größtmögliche Sicherheit vor Infektionen zu gewährleisten. Trotzdem blieben die Buchungen so vage und ohne jede Planungssicherheit, dass die Pension leider zurzeit geschlossen wurde, auch um laufende Kosten zu senken.

Vielfach werden Stimmen laut, wie förderlich sich der coronabedingte Einbruch im Reiseverhalten zum Beispiel ökologisch auswirke. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass dies für viele damit zusammenhängende Sparten wie zum Beispiel Tierpensionen existenzbedrohende Auswirkungen haben kann.

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