Noch wächst Gras auf den weiten Flächen der ehemaligen Ray Baracks. Doch die Entwicklung des 74 Hektar großen Areals im Süden von Friedberg rückt näher. Die Grünen drängen darauf, den neuen Stadtteil möglichst CO2-neutral zu entwickeln.	 	 FOTO: NICI MERZ
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Noch wächst Gras auf den weiten Flächen der ehemaligen Ray Baracks. Doch die Entwicklung des 74 Hektar großen Areals im Süden von Friedberg rückt näher. Die Grünen drängen darauf, den neuen Stadtteil möglichst CO2-neutral zu entwickeln. FOTO: NICI MERZ

Was die Grünen fordern

Wetteraukreis: Friedberger Kasernengelände –Weiter Weg bis zum Stadtteil

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Wie soll das riesige Kasernengelände am Rande Friedbergs künftig aussehen? Die Grünen fordern eine CO2-neutrale Entwicklung für den künftigen Stadtteil.

Wie geht’s weiter in der Kaserne? Die Friedberger Grünen haben sich darüber Gedanken gemacht, insbesondere zur Verkehrswende, die mit CDU, SPD, UWG und FDP derzeit aber nicht zu machen sei.

Am 10. Dezember werden die Stadtverordneten über den vorliegende Rahmenplan zur Umgestaltung der Kaserne abstimmen. Der Plan gibt Auskunft, wie die Flächenanteile des Geländes genutzt werden sollen. Dies bildet zwar eine Grundlage für Preisverhandlungen mit der BIMA, hat aber mit der konkreten Ausgestaltung des Stadtteiles nicht viel zu tun. »Zum Glück, muss man sagen, denn die Möglichkeiten, den neuen Stadtteil für die Zukunft zu gestalten, sprengen derzeit die Vorstellungskraft des Magistrats und der Verwaltung«, meint Bernd Stiller, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtparlament.

Wetteraukreis: Neue Anbindung an die Innenstadt

Das gemeinsame Ziel einer CO2-neutralen Gestaltung zum Schutz des Klimas beschränke sich nicht auf die Platzierung der Parkhäuser an den Rand des neuen Stadtviertels, schreibt Stiller. »Es erfordert ein gemeinsames Vorgehen mit den Investoren, eine wirklich gute Mobilitäts-Infrastruktur bereitzustellen. Attraktive Angebote von Leihfahrgeräten und gute Versorgung durch öffentlichen Nahverkehr erlauben Wohnkonzepte auch mit privatem (Erst- oder Zweit-) Auto im Eigenbesitz. Das entspricht auch der Lebenserfahrung vieler junger Familien, die Nachhaltigkeit leben wollen und verstärkt auch digital (Home Office) aktiv sind.«

Ein klimagerechtes Mobilitätskonzept müsse klären, wie die rund 3500 neuen Friedberger sich in die Stadt bewegen können. Die Anbindung zur Innenstadt und zum Bahnhof müsse neu gestaltet werden. Fraglich sei, ob für einen gänzlich neuen Stadtteil die ausgewiesenen 16,6 Hektar der geplanten Flächen für Autoverkehr (etwa 15 Fußballfelder) - und damit doppelt so viel wie Grünanlagen - wirklich notwendig sind. »Wir fordern mehr Mut für die Zukunft. In erster Linie bezogen auf die Gestaltung, für alle Menschen, die dort wohnen wollen und werden. Aber auch für alle anderen, die dieses Gebiet als Erholungs- und Freizeitzentrum nutzen möchten«, stellt Alexia Anders, Vorstand der Grünen in Friedberg, fest. Die Stellplatzsatzung müsse in den weiteren Planungen modernisiert werden, so dass keine Parkplätze zwanghaft geschaffen werden müssten, die nicht mehr benötigt würden.

Friedberger Kasernengelände: Neubürger in die Gemeinschaft integrieren

Viele Anregungen aus der Bürgerbeteiligung (ISEK-Prozess) seien von der Verwaltung in der Ausarbeitung zurückgestellt worden, weil diese Detail-Tiefe im vorzulegenden Plan zur Flächenausweisung in dieser Planungsstufe noch nicht erreicht werden muss. In der jetzigen Planungsstufe geht es ausschließlich um die Anteile der unterschiedlichen Nutzungen, da die zu realisierenden Marktpreise für Wohnbebauung deutlich höher liegen als für gewerbliche Nutzung. Mit diesen groben Planvorgaben soll von der BIMA der Gesamtpreis ermittelt und verhandelt werden können, womit die Stadt, gegebenenfalls unterstützt durch Entwickler oder Investoren, die Kaserne erwerben kann.

Als nächstes gilt es die Grundlagen für einen oder mehrere städtebauliche Verträge mit den späteren Investoren zu entwickeln. Dann wird festgelegt, welchen konkreten Anforderungen die Bebauungen entsprechen müssen. Dabei seien auch weitere Themen zu diskutieren, zum Beispiel wie die Neubürger in die soziale Gemeinschaft der Stadt Friedberg eingebunden werden, schreiben die Grünen. Um einer Trennung zum neuen Stadtteil entgegenzuwirken, brauche es viele Begegnungen in Form von Kulturbühnen, Einkaufsmöglichkeiten, Cafés und Restaurants. Der vorgesehene Festplatz und die neue Stadthalle seien gute Anfänge.

Wetterau: Geplanter neuer Stadtteil – Grüne fordern nachhaltiges Bauen

Die Grünen fordern für die Kaserne eine nachhaltige Bauweise, die Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels gebe. Dazu gehöre eine naturnahe Gestaltung der Grünflächen, Fassaden- und Dachbegrünung, Regenwasserbewirtschaftung mit dem Ziel der Wasserrückhaltung und Kühlung im Sommer sowie eine Brauchwassernutzung.

Stiller: »Jetzt gilt es einen Rahmenplan zu fassen und an die BIMA zu kommunizieren. Wir müssen aber feststellen, dass zur erforderlichen Verkehrswende mit Bürgermeister, Verwaltung und den Parteien CDU, SPD, UWG und FDP derzeit kein Konsens bezüglich neuer Mobilitätsformate herzustellen ist.«

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