Es gibt auch Wetterauer, die zum Arzt gehen, weil sie Angst haben, sich mit dem Corona-Virus infiziert zu haben. Es hat aber bisher in jedem Fall Entwarnung gegeben. 
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Es gibt auch Wetterauer, die zum Arzt gehen, weil sie Angst haben, sich mit dem Corona-Virus infiziert zu haben. Es hat aber bisher in jedem Fall Entwarnung gegeben. 

Corona-Virus

Wetteraukreis: Corona-Virus wird kommen

Bis jetzt gibt es noch keinen Corona-Virus-Verdachtsfall in der Wetterau. Der Landkreis geht aber davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Infektionskrankheit auch hier auftritt.

Über 7000 Menschen weltweit, vier davon in Deutschland, haben sich mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. Der Wetteraukreis geht davon aus, dass es auch hier in der Region zu Infektionen kommen wird. Das wurde in einer Pressemitteilung des Landkreises bekannt gegeben.

Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs gibt jedoch erst mal Entwarnung: Bis jetzt gebe es keinen Verdachtsfall. Aber die Besorgnis in der Bevölkerung wachse. Viele Anrufe gingen ein, in denen Bürger nach Hilfe suchten. Ein Anrufer sorge sich wegen eines Pakets, das er aus China bekommen habe, ein anderer wegen der Nachbarn, die gerade von einer Ostasien-Rundreise zurückgekehrt seien. Patienten würden aus Angst vor dem Corona-Virus auch ihren Arzt aufsuchen.

Corona-Virus: So würde man reagieren

Merbs erklärt, wann einem Verdacht weiter nachgegangen wird: "Wir werden Verdachtsfälle zur Überprüfung an das Universitätslabor nur dann schicken, wenn es tatsächlich eine Reise in das betroffene Gebiet um die chinesische Großstadt Wuhan oder Kontakt zu nachweislich am Corona-Virus erkrankten Menschen gab." Ein Medikament gegen das Virus gebe es nicht. Ärzte könnten bei einer Infektion nur die Symptome lindern - mit Schmerzbehandlungen, Flüssigkeitszufuhr und der Abgabe fiebersenkender Mittel. Das Ganze würde dann, je nach Schwere des Verlaufs, im Isolationsbereich des behandelnden Krankenhauses geschehen. Für Verwandte und Kollegen einer infizierten Person könne es ebenfalls Konsequenzen geben, erläutert der Amtsarzt. Wie bei ähnlichen Infektionskrankheiten würde man die Umgebung des Patienten ausleuchten und gegebenenfalls Verlaufskontrollen durchführen.

Corona-Virus: Flughafen Frankfurt als Einfallstor

Merbs rechnet mit Corona-Virus-Infektionen in der Wetterau wegen der Anbindung an Frankfurt. Das Rhein-Main-Gebiet mit seinem internationalen Flughafen sei für viele Wetterauer Arbeitsplatz und Verkehrsregion. Dadurch würden auch Krankheiten in die Wetterau eingeschleppt: "Das belegen Erfahrungen aus der Mexiko-Grippe-Zeit", sagt Merbs. Unternehmen in der Wetterau, die sich Sorgen um Mitarbeiter machen, die aus einem Risikogebiet kommen, können Rücksprache mit dem Gesundheitsamt halten. Grundsätzlich sei zu empfehlen, den Reiseverkehr in das Risikogebiet einzuschränken oder zu stoppen, um Infektionen vorzubeugen. Bürger, die sich Sorgen machen, können sich jederzeit online unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html informieren.

Amtsarzt Merbs hält das Virus für weniger gefährlich als die aktuelle Grippewelle, die in zwei bis drei Wochen ihren Höhepunkt erreiche. Die Wetterauer Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch spricht im Zusammenhang mit dem Corona-Virus von einem Medienhype: "Es handelt sich eher um einen harmlosen Infekt, der der saisonalen Grippe nicht unähnlich verläuft."

Corona-Virus: Institut schickt Mitarbeiter in Quarantäne

Auch am Max-Planck-Institut für Herz und Lungenforschung in Bad Nauheim ist das Corona-Virus Gesprächsthema. Einige Mitarbeiter sind zum Neujahrsfest nach China geflogen und bereits auf der Heimreise oder kommen in den nächsten Tagen zurück. Deswegen wurden am Donnerstagmorgen bereits Sicherheitsmaßnahmen getroffen, wie Pressesprecher und Verwaltungsleiter Dr. Matthias Heil erläuterte. "Die Geschäftsführung hat die Mitarbeiter darüber informiert, dass alle Personen, die aus einer der betroffenen Provinzen in China angereist sind beziehungsweise aus China zurückkommen und mit Personen mit grippeähnlichen Symptomen in Kontakt waren, zunächst für 14 Tage im Home-Office bleiben sollen." Sie werden außerdem darum gebeten, möglichst ihre Wohnungen nicht zu verlassen. "Sollten in dieser Zeit bei einzelnen Betroffenen entsprechende Symptome auftreten, werden wir ihnen jegliche Form der Unterstützung zukommen lassen, beispielsweise, um eine notwendige ärztliche Versorgung zu ermöglichen."

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