Reichelsheim Bürgermeisterin Impfung
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Reichelsheims Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst sagt: »Jeder muss die Möglichkeit erhalten, geimpft zu werden, wenn er dies wünscht.« Deshalb bietet die Stadt vor allem Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und deren Verwandten nicht verfügbar sind, einen Fahrdienst zum Impfzentrum an. Auch Florstadt und Wölfersheim organisieren dies.

Reichelsheim, Florstadt und Wölfersheim

Drei Kommunen im Wetteraukreis bieten Fahrdienst ins Impfzentrum

  • Dagmar Bertram
    vonDagmar Bertram
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Die Corona-Impfungen kommend zunehmend in Gang. Gerade für ältere Menschen ist die Fahrt zum Impfzentrum in Büdingen jedoch ein Problem. Drei Kommunen wollen nun Abhilfe schaffen.

Wetterau - Nächste Woche Dienstag, am 19. Januar, sollen in Hessen die ersten fünf Corona-Impfzentren an den Start gehen. Büdingen ist noch nicht dabei, aber Gießen. Dort können sich dann auch Wetterauer ab dem 80. Lebensjahr, die nicht in einem Alten- und Pflegeheim leben, impfen lassen.

Für die Fahrt dorthin bieten einige Kommunen einen Fahrdienst an: Reichelsheim, Florstadt und Wölfersheim. Andere Städte und Gemeinden haben dies ebenfalls in Aussicht gestellt. Sobald das Impfzentrum in Büdingen eröffnet wird, sollen die Bürger dorthin gefahren werden.

Wer im Wetteraukreis nicht selbst zur Impfung fahren kann: „An die Stadtverwaltung wenden“

»Wer einen Termin im nächstgelegenen Impfzentrum vereinbart hat und keine Möglichkeit im Verwandten- und Bekanntenkreis sieht, dort hingebracht zu werden, kann sich an die Stadtverwaltung wenden«, teilt die Reichelsheimer Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst mit. Ansprechpartnerin im Rathaus ist Sabine Tinz: Telefon 0 60 35/10 01-43 oder buergerhilfe@ stadt-reichelsheim.de. »Wir werden zur Unterstützung des städtischen Angebots auch das Netzwerk der bereits im Frühjahr gegründeten ›Bürgerhilfe Reichelsheim‹ nutzen«, sagt Herget-Umsonst. »Das damals geschaffene Hilfsangebot ist ein wichtiger Pfeiler.

Neue Helferinnen und Helfer sind jederzeit willkommen. Es tut gut, zu sehen, wie viele Menschen vor Ort helfen möchten und sich in der Pandemie solidarisch zeigen.« In den Stadtteilen funktioniere die Nachbarschaftshilfe gut. Viele seien bestens umsorgt. »Wir möchten diejenigen unterstützen, die es nicht sind und in dieser schwierigen Situation keinen zurücklassen«, sagt Herget-Umsonst.

Das betont auch Florstadts Bürgermeister Herbert Unger: »Besonders den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die nicht mehr mobil sind und nicht über hilfsbereite Familienmitglieder oder Nachbarn verfügen, soll dieser ehrenamtliche Fahrdienst von Nutzen sein. Jeder Berechtigte soll die Möglichkeit erhalten, auf Wunsch ein Impfzentrum zu erreichen.« Ansprechpartnerin ist Janine Lang: Tel. 0 60 35/96 99-20, janine.lang@florstadt.de.

Corona-Impfung in der Wetterau: Kleine Busse stehen für Transfer bereit

Auch in Florstadt wird das städtische Angebot durch Ehrenamtliche unterstützt: Die Bürgerhilfe Florstadt steht bereit und hilft darüber hinaus auch bei der Anmeldung zum Impftermin. »In unserer Stadt gibt es eine gut funktionierende Nachbarschaftshilfe, die aktuell von der Sport-Union und dem FCC ›Niddageister‹ unterstützt wird«, freut sich Unger.

In Florstadt stehen für den Transport zum Impfzentrum die beiden Citybusse zur Verfügung, in denen jeweils bis zu drei Personen pro Fahrt befördert werden können. Reichelsheim nutzt einen Kleinbus der Stadt, in dem nur eine Person mitgenommen wird. In beiden Städten ist gleich: Wer mitfahren möchte, muss während der Fahrt eine FPP-2-Maske tragen und mit großem Abstand zum Fahrer sitzen. Befördert werden nur Personen, die kein Fieber und keinerlei Verdacht auf eine Infektion aufweisen. Vor der Fahrt gelte es, Hände zu waschen und zu desinfizieren. Masken und Desinfektionsmittel stehen bei Bedarf in allen Fahrzeugen zur Verfügung. Die Maßnahmen dienten dem Schutz aller: sowohl der Fahrer als auch der Mitfahrer.

Corona-Impfung im Wetteraukreis: Fahrten nach Gießen als Übergangslösung

Wer von Wölfersheim oder seinen Ortsteilen aus einen Transport ins nächstgelegene Impfzentrum benötigt, soll sich im Rathaus unter Telefon 06036/9737 30 melden. Sobald das Impfzentrum in Büdingen eröffnet wird, soll der Transfer von Reichelsheim, Florstadt und Wölfersheim aus zu diesem Standort erfolgen. Die Fahrten nach Gießen stellen lediglich eine Übergangslösung dar.

»Es wäre wünschenswert, wenn die Landesregierung über eine finanzielle Unterstützung bei der Organisation des Fahrdienstes nachdenken würde«, sagt Herget-Umsonst. Unger ergänzt: »Es darf nicht von der finanziellen Leistungsfähigkeit einer Kommune abhängen, ob man sich solidarische Projekte leisten kann.«

Wetteraukreis: Termine für Impfung können ab sofort vereinbart werden

Am Dienstag, 19. Januar, sollen die ersten fünf Impfzentren in Hessen eröffnen: in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Personen, die der höchsten Priorisierungsgruppe nach der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums angehören, können ab sofort einen Termin für die persönliche Schutzimpfung vereinbaren.

Zu dieser Gruppe zählen in erster Linie Bürgerinnen und Bürger ab dem 80. Lebensjahr, die nicht in einem Alten- und Pflegeheim leben. Die Terminvergabe für Impfungen verläuft telefonisch über 116 117 oder über die Internetplattform Impfterminservice.de. Weder die Stadtverwaltungen noch das Gesundheitsamt des Wetteraukreises können Impftermine vergeben. (Dagmar Bertram)

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