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Dieser Raum eines Gymnasiums ist verwüstet worden. Auch in der Wetterau ist Vandalismus in Schulen seit Jahren ein Problem - Täter werden vor allem in den Ferien aktiv. Die Verantwortlichen klagen über zertrümmerte Scheiben, zerstörtes Inventar und Schmierereien an den Wänden. 

Randale an Schulen

Vandalismus in Schulen - Zahlen aus der Wetterau bereiten Sorgen

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In den Ferien sind Schulen für Randalierer besonders attraktiv. Die Wetterauer Polizei schlägt in Sachen Vandalismus Alarm, nennt besorgniserregende Zahlen - und hat eine Bitte an Zeugen.

Rund zweieinhalb Wochen ist es jetzt her, dass Randalierer Fassade, Fensterbänke und Scheiben an der Turnhalle der Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg beschmiert haben - unter anderem mit einem Hakenkreuz. Die Täter brachen ins Gebäude ein und durchwühlten Schränke. Bereits zu Beginn des Schuljahrs gab es an derselben Schule ein beschädigtes Sonnensegel zu beklagen. Etwa zur gleichen Zeit waren damals an der Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim Ziegel von einem Vordach genommen und hinuntergeworfen, außerdem eine Scheibe beschädigt worden.

"Rund 100 Anzeigen wegen verschiedenster Sachbeschädigungen und Einbruchsdelikte auf Schulgeländen in der Wetterau hatte die Polizei 2017 in Bearbeitung, über 80 im Jahr 2018. Die Zahlen für das Jahr 2019 stehen natürlich noch nicht fest, die Tendenz lässt jedoch befürchten, dass wieder ähnlich hohe Zahlen wie im Vorjahr erreicht werden." Mit diesen Worten weist die Wetterauer Polizei in einer Pressemitteilung auf das Ausmaß der Problematik hin. Auf WZ-Nachfrage sagte Polizeisprecherin Sylvia Frech, dass 2019 tendenziell mit rund 80 bis 100 Fällen zu rechnen sei. In allen Gegenden des Wetteraukreises komme so etwas vor. In erster Linie seien weiterführende Schulen betroffen.

Inventar wird zerstört

"Gerade am Wochenende und in den Ferien treibt manch Störenfried sein Unwesen auf den Schulgeländen, bricht vielleicht sogar in Schulgebäude ein und beschädigt Inventar", heißt es vonseiten der Polizei, die beispielhaft herausgerissene Pflanzen, beschmierte Wände, eingeschlagene Scheiben, zerstörte Lampen oder Sportgeräte nennt. Gerade Gruppen von Jugendlichen würden sich gerne auf dem Schulgelände aufhalten. "Dort haben sie gefühlt ihre Ruhe, können aufgestellte Sportgeräte nutzen oder einfach nur chillen. Zum Problem wird dies dann, wenn Müll hinterlassen und Schuleigentum zerstört wird." Die Polizei appelliert an all jene, die Zeugen von Randale werden, sich sofort bei ihr zu melden und anschließend für eine Aussage zur Verfügung zu stehen.

Darüber hinaus weist die Polizei auf andere Vorfälle hin, die zwar nicht strafrechtlich relevant, aber dennoch ärgerlich seien: zerbrochene Flaschen auf dem Schulgelände, verdreckte Grünflächen oder Spielgeräte. Die Polizei bittet darum, nicht wegzuschauen. "Schreiten Sie ein, wenn Ihnen dies möglich ist, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Rufen Sie die Polizei und teilen Sie den Sachverhalt mit."

Kaum Ermittlungserfolge

Dieser Appell scheint dringend nötig, denn in den seltensten Fällen würden die Täter ermittelt, erläutert Sylvia Frech. Eine Möglichkeit, ihnen auf die Schliche zu kommen, gebe es, wenn sie mit ihren Taten prahlten oder Bilder davon zeigten. "Eigentlich muss man sich fragen, warum es in der heutigen Zeit nicht mehr Zeugen gibt", sagt Frech. Schließlich könne man dank Handy schnell die Polizei anrufen oder ein Foto machen.

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