Die Ockstädter Kirche ist wunderschön anzuschauen, die beiden Türme erstrahlen in tiefdunklem Rot. 
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Die Ockstädter Kirche ist wunderschön anzuschauen, die beiden Türme erstrahlen in tiefdunklem Rot. 

Wegen Corona in Not

Wetterauer Veranstaltungsbranche macht auf Corona-Not aufmerksam

  • vonAnnette Hausmanns
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Viele öffentliche Gebäude erstrahlten am Montagabend in flammend rotem Licht. Am Hilferuf der Veranstaltungsbranche beteiligten sich in der "Night of Light" auch Betroffene in der Wetterau.

Weit über 9000 öffentliche Gebäude in ganz Deutschland sind am Montagabend in flammend rotes Licht getaucht worden. Am emotionalen Hilferuf der Veranstaltungsbranche beteiligten sich in der "Night of Light" auch zahlreiche Betroffene im Wetteraukreis. Die Corona-Krise bedroht die Arbeitsplätze von drei Millionen Menschen aus einem Wirtschaftzweig, der für Kultur, Schönheit und Genuss steht.

Die "Night of Light" soll auf die Situation der Veranstaltungsbranche in Corona-Zeiten hinweisen, so wie hier am Dolce Bad Nauheim.

Schön und, bei allem Ernst der prekären wirtschaftlichen Lage, ästhetisch und genussvoll geriet der Hilferuf der Veranstaltungswirtschaft. Rot leuchtende Mahnmale ragten auch in der Wetterau in den sternenübersäten Sommerhimmel, so etwa das Alte Rathaus am Butzbacher Marktplatz, Trinkkuranlage und Hotel Dolce in Bad Nauheim, Kirche und Schwimmbad in Ockstadt, das Musikhaus Ortel in Friedberg, der sonst schwarzglänzende Partyrent-Quader an der A5 oder die Schlösser in Gedern und Ober-Mörlen.

"Night of Light" Wetterau: Wegen Corona so gut wie keine Umsätze mehr

In Ober-Mörlen hatten sich die Langenhain-Ziegenberger Beleuchtungs-Profis Norbert Mohr (No Mohr Light) und Torben Dietz (TR-Eventtechnik) zusammengetan und rund um das Schloss 50 Strahler installiert. Zum Auftakt der "Rotlichtaktion" spielten die Roten Husaren vom Mörlauer Carneval Club Beethovens impulsive "Ode an die Freude" und beschauliche Klassiker zur guten Nacht - als vertontes Zeichen aus dem musischen Bereich der betroffenen Branche.

Flammender Appell und Hilferuf von Lichttechnikern (Norbert Mohr, Torben Dietz) und Musikern (Rote Husaren) am rot angestrahlten Ober-Mörler Schloss. 

Seit Mitte März mache die Veranstaltungswirtschaft so gut wie keine Umsätze mehr, war von den Lichtexperten zu erfahren. Man arbeite zwar an kreativen Lösungen, berichtete Mohr aus dem Theatergeschäft. Mit den Auswirkungen der Corona-Restriktionen werde die gesamte Branche aber sehr wahrscheinlich mit am längsten und tiefgreifendsten betroffen sein. So wurde etwa das Verbot von Großveranstaltungen vom 31. August bis Ende Oktober verlängert.

"Night of Light" Wetterau: Firmen zeigen sich solidarisch

Anstelle von Kredit-Programmen brauche man "echte Hilfe", war von den Initiatoren des imposanten friedlichen Protestes am Montagabend zu hören. Man hoffe, die Politik nun auf die Notlage aufmerksam gemacht zu haben. Bundesweit hatten sich bis gestern Mittag 8353 Firmen offiziell solidarisch erklärt, in der "Night of Light" machten 9131 registrierte Leuchtobjekte auf die Notlage aufmerksam.

Rot flammender Leuchtturm an der A5 bei Ober-Mörlen: Das Firmengebäude von Partyrent Frankfurt, Eichenberger GmbH. 

Neben Veranstaltern wie Messen oder Spielstätten sind Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe betroffen, Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Logistiker, Ausstatter, Eventagenturen, Kongresszentren, Konzertveranstalter, Caterer, Künstler und viele mehr - insgesamt über drei Millionen Menschen aus über 150 verschiedenen Gewerken. Die Freizeit- und Kulturszene steht am Abgrund. Die große Frage ist: Wie kann sie gerettet werden?

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