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Statt 25 hat Peter Schäfer für die Henry-Benrath-Schule nur zwei Luftfiltergeräte bekommen. »Der Kreis hat entschieden, in welche Räume die Geräte kommen«, sagt der stellvertretende Schulleiter.

Luftfiltergeräte

Wetterauer Schulen bereiten sich vor: Luftfilter gegen Distanzunterricht

  • VonLarissa Wolf
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Das Schuljahr endet und entlässt die Schüler in die Sommerferien. Wie bereiten sich die Schulen auf die Zeit danach vor? Können Luftfiltergeräte erneuten Distanz- und Wechselunterricht verhindern?

Ein Jahr, zwischen Lockdown, Distanz- und Wechselunterricht: Kurz vor den Sommerferien ist in den Schulen wieder etwas Normalität eingekehrt. Aber wie es danach weitergeht, weiß noch keiner.

»Wir sind einfach froh, dass das Schuljahr vorbei ist«, sagt Peter Schäfer, stellvertretender Schulleiter der Henry-Benrath-Schule in Friedberg. »Was nach den Ferien ist, darüber machen wir uns jetzt noch keine Gedanken, können wir uns jetzt noch keine machen.« Die einzigen Vorbereitungen, die er treffen könne, sei das Bestellen genügend neuer Schnelltests und Masken. Die Bibliothek sei zum Testzentrum umfunktioniert worden. Die altbekannten Maßnahmen wie Händewaschen, Abstand und Lüften müssen so gut es ginge beibehalten werden.

Wetterauer Kreiselternbeirat: Luftfilter als Dauerlösung

Der Kreiselternrat der Wetterauer Schulen sieht in den Sommerferien eine Chance, in den Schulen aufzurüsten - mit Luftfiltergeräten. »Viele Räume können nicht vernünftig gelüftet werden«, sagt Mitglied Thomas Seeling. »In den Luftfiltern sieht der Kreiselternbeirat die einzige Möglichkeit der Prävention von erneutem Wechsel- und Distanzunterricht.« Er habe »Bauchweh«, wenn er an den Herbst und die sich verbreitende Delta-Variante des Coronavirus denke. »Mit Lüften allein ist nichts zu wollen. Wenn das so bleibt, werden die Schulen nach vier Wochen wieder schließen müssen«, sagt Seeling.

Im Sommer sei das Stoß- und Dauerlüften noch kein Problem. Es sei aber ineffektiv. »Um vernünftig zu lüften, braucht es ein Temperaturgefälle von einigen Grad. Das ist gerade nicht gegeben«, sagt Seeling. Im Winter könne den Schülern ein Stoß- und Dauerlüften nicht zugemutet werden. Der Kreiselternbeirat wünsche sich daher eine Ausstattung aller Klassenräume mit Luftfiltergeräten. »Das ist eine langfristige Investition. Die Geräte vermindern auf Dauer die Konzentration der Keime in der Luft und können so nicht nur Covid-19 eindämmen, sondern auch anderen durch die Luft übertragene Infektionen wie der Grippe entgegenwirken«, sagt Seeling. In der Wetterau gibt es 87 Schulen mit circa 2600 Klassenräumen. 64 Luftfiltergeräte wurden bisher für alle Schulen angeschafft. Zur Beschaffung und Verwendung der Geräte orientiere sich der Kreis laut Pressesprecher Michael Elsaß an den Vorgaben und Empfehlungen der Kommission für Innenraumlufthygiene des Umweltbundesamtes (UBA). Der Einsatz der Geräte sei laut UBA dann empfehlenswert, wenn keine ausreichende Frischluftzufuhr, zum Beispiel durch das Öffnen von zwei Fenstern, ermöglicht werden könne. In allen anderen Fällen sei das Lüften die Schutzmaßnahme der Wahl.

Henry-Benrath-Schule Friedberg: Nur zwei von 25 Luftfiltern sind angekommen

Peter Schäfer hatte bei einer Umfrage des Kreises für die Henry-Benrath-Schule 25 Luftfiltergeräte angefragt - bekommen hat er zwei. »Das ist sehr schade. Wir hätten gerne auch ein Gerät für die Aula gehabt, die wir zur Zeit nur als Abstellraum nutzen können«, sagt Schäfer. Die beiden Räume, in denen die 200 Kilogramm schweren Luftfiltergeräte verbaut wurden, konnte der stellvertretende Schulleiter nicht wählen. »Hätte ich das gekonnt, hätte ich andere Räume ausgesucht«, sagt er. So gebe es beispielsweise einen Raum ohne Fenster, den er deshalb auch vor der Pandemie nicht habe nutzen wollen. »Man würde denken, dass so ein Raum ein Luftfiltergerät bekommt. Hier weiß die rechte Hand nicht, was die linke macht.« Eine Vorbereitung auf die Zeit nach den Sommerferien sei nicht möglich. »Es ändert sich ja ständig etwas. Wir bekommen immer erst kurzfristig Bescheid, was wir machen sollen«, sagt Schäfer. »Vorbereitung unmöglich.«

Während der Kreiselternbeirat Luftfiltergeräte für alle Schulen fordert, prüft der Kreis laut Elsaß aktuell den Bedarf der Schulen erneut: »Notwendige Maßnahmen müssen unter Berücksichtigung der pandemischen Entwicklung und in Abstimmung mit dem Land entschieden werden.«

Schulen in Hessen: Maskenpflicht nur noch in den Fluren

Aufgrund niedriger Inzidenzen unter 50 wurde seit dem 25. Juni die Maskenpflicht an Schulen ausgesetzt. Die Maske muss lediglich noch in den Fluren und beim Betreten der Klassenräume getragen werden und kann am Platz abgenommen werden. Die Aussetzung der Maskenpflicht geht einher mit der voranschreitenden Impfung der Lehrkräfte, dem Impfangebot an alle Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren sowie regelmäßigen Tests vor Unterrichtsbeginn.

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