Mit Hochdruck bereiten sich die Mitarbeiter der GZW-Krankenhäuser auf die Aufnahme einer großen Anzahl von intensivmedizinisch zu betreuenden Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf vor. Die Zahl der Intensivbetten wird deutlich aufgestockt.
+
Mit Hochdruck bereiten sich die Mitarbeiter der GZW-Krankenhäuser auf die Aufnahme einer großen Anzahl von intensivmedizinisch zu betreuenden Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf vor. Die Zahl der Intensivbetten wird deutlich aufgestockt.

50 Prozent mehr

Wetterauer Krankenhäuser rüsten wegen Coronavirus auf

  • vonRedaktion
    schließen

Die GZW-Krankenhäuser in der Wettterau stocken wegen der Corona-Krise weiter auf. Bad Nauheim, Friedberg und Schotten bereiten sich unter Hochdruck auf eine Vielzahl von schwer kranken Corona-Patienten vor.

Laut Dr. Dirk M. Fellermann, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW), bereiten sich die Krankenhäuser in Bad Nauheim, Friedberg und Schotten unter Hochdruck auf eine Vielzahl von schwer kranken Corona-Patienten vor. Sowohl die Aktivitäten der Regierung zur Verlangsamung der Ausbreitung als auch die »sehr seriöse Vorbereitung« der Krankenhäuser auf eine große Anzahl von intensivmedizinisch zu betreuenden Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf hätten zum Ziel, jedem schwer Erkrankten in diesem Land die bestmögliche Versorgung zu sichern.

Bundesweit gibt es laut Fellermann 28 000 Intensivbetten, davon 20 000 mit Beatmungsmöglichkeit. Diese seien durchschnittlich mit einer Quote von 70 bis 80 Prozent belegt. »Damit gibt es jetzt im Moment ausreichend Kapazitäten für schwer kranke Corona-Patienten.«

Coronavirus: Weitere Beatmungsplätze schaffen

Nun seien Maßnahmen eingeleitet, um die Kapazitäten zu erweitern. Mit der seit Montag gültigen Vorgabe, planbare Operationen zu verschieben, würden kurzfristig weitere Kapazitäten auch auf Intensivstationen frei gemacht. Zusätzlich liefen auch in den drei GZW-Krankenhäusern - unterstützt durch zentrale Maßnahmen des Bundesministeriums für Gesundheit - Bestrebungen, mittelfristig weitere Beatmungsplätze zu schaffen und zusätzliche Beatmungsgeräte anzuschaffen. »In einem gemeinsamen Kraftakt wird es möglich sein, in zwei oder drei Monaten die Zahl der Betten bundesweit noch mal um bis zu 20 Prozent aufzustocken«, kündigt der Geschäftsführer an. In den GZW-Krankenhäusern gebe es aktuell 21 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit. Kurzfristig könne die Zahl dieser Behandlungsplätze um elf Betten erweitert werden. Gegenwärtig werde geprüft, wie Kapazitäten weiter aufgestockt werden können.

»Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist die Erkenntnis, dass eine standortbezogene Betrachtung jetzt nicht mehr zielführend ist. Krankenhäuser werden sich regional, auf Landesebene und auf Bundesebene vernetzen, um der Herausforderung Stand zu halten«, sagt Fellermann. Heißt konkret: Patienten aus der Wetterau könnten unter Umständen in Kliniken in anderen Kreisen verlegt werden. Und Betten in Bad Nauheim oder Friedberg könnten mit Patienten von außerhalb der Wetterau belegt werden.

Coronavirus: Kliniken stimmen sich enger ab

Das Robert-Koch-Institut (RKI), die Gesellschaft Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) schalteten in diesen Tagen ein Portal frei, das die verfügbaren Kapazitäten tagesaktuell erfassen soll. Alle Intensivstationen können in einem Online-Register ihre freien Kapazitäten angeben. Fellermann: »Dieses Portal ist ein weiterer Baustein, um die Krankenhäuser auf den Ernstfall vorzubereiten. Wir werden vernetzt sein und regional, auf Landesebene und bundesweit einen Überblick gewinnen, wo freie Betten sind. So können im Extremfall Patienten einer Beatmung zugeführt werden, unabhängig von der Kapazität im direkten Umfeld.«

Die GFW-Krankenhäuser haben inzwischen auch bekanntgegeben, dass es einen Besuchsstopp gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare