Ein Kellner mit Maske trägt ein Tablett mit Getränken an einen Tisch: In der Wetterau fehlt einigen Restaurants das Personal. (Symbolbild)
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Ein Kellner mit Maske trägt ein Tablett mit Getränken an einen Tisch: In der Wetterau fehlt einigen Restaurants das Personal. (Symbolbild)

Gastronomie

Einige Wetterauer Restaurants nach Corona-Zwangspause schon wieder in Nöten

  • VonLarissa Wolf
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Restaurants haben wieder geöffnet. Das Personal in der Gastronomie-Branche hat sich jedoch umorientiert Drei Wetterauer Gastronomen über zerfallene Teams und deren Wiederaufbau.

Man hört es gerade überall: In der Gastronomie fehlt das Personal. Wo vorher schon Fachpersonal rar war, ist es jetzt noch schwerer zu finden. Denn: Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Schließungen und Restriktionen haben die Jobs in der Gastronomie unsicher gemacht.

Laut dem Hotel- und Gaststättenverband Hessen sind im Jahr 2020 rund 4500 weniger neue Ausbildungsverträge in der Branche abgeschlossen worden - das sind knapp 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Trend, der sich seit Jahren fortsetzt, denn immer weniger Auszubildende entscheiden sich für einen Beruf im Restaurant- oder Hotelfach.

Diese Tendenz spürt auch Christian Schöniger, Inhaber des Schweizer Milchhäuschens in Bad Nauheim. »Der Ausbildungsplatz als Restaurantfachmann Anfang August ist immer noch frei«, sagt er. Er habe nicht nur den ein oder anderen Personalverlust erlitten, sondern auch große Probleme, Fachkräfte zu finden. »Aktuell haben wir viele ungelernte Aushilfen. Schüler und Studenten wollen arbeiten, und wir müssen die Verluste ausgleichen«, sagt Schöniger.

Die Gäste kommen wieder, das Personal nicht: Aufgrund von Personalmangel musste das Friedberger Café Novum die Öffnungszeiten verkürzen.

Friedberger Café Novum: Anpassung der Öffnungszeiten wegen Personalmangels

Jörg Schulzek betreibt mit seiner Frau Barbara die Café-Bar Novum in Friedberg. Da er hauptsächlich Frühstück anbietet, waren Lieferungen während des Lockdowns nicht möglich. »Es geht jetzt schrittchenweise voran«, sagt er. »Wir sind dabei, unser Team wieder aufzubauen und einzuarbeiten. Aktuell beschäftigen wir nur die Hälfte des üblichen Personals.« Viele Aushilfen, vornehmlich Schüler und Studenten, hätten den Gastro-Job gegen eine »sicherere Variante« im Einzelhandel eingetauscht. »Es ist seit Jahren schwierig, Personal zu finden. Aber jetzt ist es fast unmöglich«, sagt Schulzek. Aufgrund des Mangels musste er seine Öffnungszeiten anpassen, um die Schichten angemessen besetzen zu können - das Café öffnet nun eine Stunde später und schließt drei Stunden früher. »Ich glaube, viele haben auch Angst, dass sie ihren Job gleich wieder verlieren, wenn die Beschränkungen im Herbst wieder aufkommen«, sagt Schulzek.

Wetterauer Gastronome: Neueinsteiger werden gefördert

Ein Gedanke, den anscheined viele teilen. Das Restaurant-Café Alte Mühle in Bad Vilbel sucht gerade händeringend nach Personal. Ausgeschrieben sind Stellen im Service, an der Theke, als Koch, Beikoch oder Küchenhilfe - die ganze Palette. Inhaber Alfred di Rienzo macht sich Sorgen, besonders in Bezug auf das Catering im Rahmen der Burgfestspiele. »Es ist echt ein Problem. Es fühlt sich an, als wären alle untergetaucht«, sagt er. Durch den letzten Lockdown sei die Zeit für die Einarbeitung der Aushilfen zu knapp gewesen.

»Wir wollen jedem eine Chance geben. Schüler und Studenten, die sich als Aushilfe bewerben, sind sehr motiviert und wollen arbeiten. Aber es braucht Zeit, bis das reibungslos läuft«, sagt di Rienzo. Für das Catering bei den Burgfestspielen werde normalerweise die Zeit von März bis April als Einarbeitungsphase genutzt - das war in diesem Jahr nicht möglich. Daher nehmen di Rienzo und sein Team sich Zeit, um die Neueinsteiger in der Branche zu fördern. »Wir brauchen die Leute, schon im Normalbetrieb. Außen- und Innenbereich der Alten Mühle haben über 100 Plätze«, sagt er. »Wir bitten die Gäste, mit dem Nachwuchs ein bisschen nachsichtig zu sein - das hat bisher sehr gut funktioniert.«

Wetterauer Gastronomie: Aktuell viele Jobs verfügbar

Viele Gastronomie-Betriebe suchen aktuell nach Servicekräften oder Küchenhilfen und bauen ihr Team wieder auf. Auch ungelernte Aushilfskräfte werden vermehrt eingestellt und eingearbeitet. Wer also einen Nebenjob sucht, der kann bei lokalen Gastronomen anfragen.

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