Wer eine 20 Jahre alte Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, muss nach Lösungen für die Weiternutzung suchen. Die Ovag hat nun die Abnahme des Stroms angeboten.
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Wer eine 20 Jahre alte Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, muss nach Lösungen für die Weiternutzung suchen. Die Ovag hat nun die Abnahme des Stroms angeboten.

Strom

Photovoltaik in der Wetterau: Ovag macht Betreibern alter PV-Anlagen ein Angebot

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Der gesetzliche Förderzeitraum für Photovoltaikanlagen, die vor dem Jahr 2001 angeschlossen wurden, läuft zum Jahreswechsel aus. Die Ovag unterbreitet nun eine Anschlusslösung für den Wetteraukreis.

Wetteraukreis (hed/pm). Die knapp 100 Photovoltaikanlagen im Wetterau- und Vogelsbergkreis, die vor oder im Jahr 2000 in Betrieb genommen wurden, haben zum Jahreswechsel das Ende des gesetzlich geregelten Förderzeitraumes erreicht. Die Ovag hat den Betreibern nun ein Angebot für die weitere Abnahme des Ökostroms gemacht. Das hatte zuvor die Linke/Piraten-Fraktion im ZOV, dem »Ovag-Parlament«, gefordert.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Entwurf für 2021 bietet Anschlussförderung an

Der vorläufige Entwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2021 sieht vor, die Anlagen mit einer Anschlussförderung zum jeweils »gemittelten Jahresmarktwert« für Solarstrom, längstens bis Ende 2027 weiterhin zu vergüten. Diese Regelung würde allerdings nur gelten, wenn der erzeugte Strom, wie es bei den Anlagen der ersten Stunde üblich war, zu 100 Prozent in das öffentliche Netz eingespeist wird. Eigennutzung wäre damit ausgeschlossen.

Diese Förderung würde 2021 nach aktueller Prognose allerdings nur etwa 3,5 ct/kWh betragen, abzüglich der noch zu berücksichtigenden pauschalierten Vermarktungskosten. Möchte der Betreiber seine Anlage auf Eigenverbrauch kostspielig umbauen, muss er sich für den dann überschüssig eingespeisten Strom einen Direktvermarkter suchen, der diesen Strom entsprechend abnimmt.

Das geänderte EEG-Gesetz ist noch nicht verabschiedet, das könnte am 18. Dezember passieren.

Wetteraukreis: Ovag biete attraktivere Lösung als EEG an

Die Ovag hat den betroffenen Betreibern von alten PV-Anlagen eine laut Pressemitteilung »attraktivere und gesicherte Anschlusslösung« angeboten. Für Anlagen mit einer maximalen Leistung von bis zu 20 Kilowatt Peak übernimmt die Ovag die Rolle des Direktvermarkters, sofern - Stand jetzt - die erzeugte Strommenge vollständig ins öffentliche Netz einspeist wird. »Wie sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen und technischen Anforderung für den Umbau auf Eigenverbrauch und Resteinspeisung entwickeln, ist derzeit noch nicht absehbar«, heißt es.

Das Angebot gelte ausschließlich für Stromkunden der Ovag, deren Verbrauchs- und Einspeisestelle sich innerhalb des Netzgebiets befinde. Pro Kilowattstunde zahle die Ovag dann 6 ct/kWh; die einmalige Einrichtungsgebühr betrage 15 Euro, die jährliche Verwaltungspauschale 12 Euro.

Im Zuge der Reform des EEG warnt die Solarbranche vor dem vorzeitigen Aus für Anlagen, die nach 20 Jahren aus der Ökostrom-Förderung fallen. Bis 2030 könnten einer Kurzstudie im Auftrag des Branchenverbands BSW zufolge bis zu 446 000 noch funktionsfähigen Solarstromanlagen stillgelegt werden.

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