Beim Ausstellen und Verlängern von Jagdscheinen kommt es wegen Sicherheitsüberprüfungen zu Verzögerungen.
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Beim Ausstellen und Verlängern von Jagdscheinen kommt es wegen Sicherheitsüberprüfungen zu Verzögerungen.

Bürokratischer Aufwand

Neues Waffenrecht: Ausgabe von Jagdscheinen verzögert sich

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Am 1. April beginnt das Jagdjahr. Für alle Jäger? Wer seinen Jagdschein verlängern lassen muss, muss eventuell etwas warten, teilt der Kreis mit. Das schreibt das neue Waffenrecht vor.

Nach mehreren rassistisch motivierten Straftaten hat der Bundestag das Waffenrecht novelliert. Dazu gehört neben der üblichen Überprüfung von Waffenbesitzern durch die Waffenbehörde auch eine regelhafte Abfrage bei den Landesämtern für Verfassungsschutz.

Seit 20. Februar muss bei Erteilung oder Verlängerung von Jagdscheinen der Verfassungsschutz gefragt werden. Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch bewertet dies als einen Beitrag zu mehr Sicherheit: »Neue Waffenbesitzer können durch die verschärften Vorschriften des neuen Gesetzes zuverlässiger bewertet werden.« Erst nach einer positiven Mitteilung kann der Jagdschein erteilt oder verlängert werden.

Aktuell werde noch an der technischen Umsetzung der elektronischen Abfrage gearbeitet. Das bedeutet: Es kann zu Verzögerungen kommen.

Neues Waffenrecht: Behörde: Anträge rechtzeitig stellen

Die Untere Jagdbehörde des Wetteraukreises empfiehlt deshalb allen Jägern, den Antrag auf Verlängerung des Jagdscheins rechtzeitig vor dem 1. April zu stellen, damit der Jagdpachtvertrag nicht erlischt. Wie es von der Oberen Jagdbehörde des Landes Hessen heißt, sei es rechtlich nicht möglich, »vorläufige Jagdscheine« auszustellen.

Laut Markus Stifter, Pressesprecher des in Bad Nauheim ansässigen Landesjagdverbandes, gibt es landesweit rund 24 000 Jagdscheininhaber. Die Jagdscheine würden für ein oder für drei Jahre verlängert. Betroffen von der Regelung sei daher nur etwa ein Drittel der Jäger. Stifter: »Wir haben bereits im Januar auf mögliche Probleme hingewiesen.« Die EDV-Systeme der verschiedenen Behörden seien nicht kompatibel, auch fehle das Personal, um die Anträge zu bearbeiten. »Das Umweltministerium hat uns mitgeteilt, man sei bemüht, die Anträge bis zum 1. April, wenn das neue Jagdjahr beginnt, zu bearbeiten.« Die Jäger sehen die zusätzliche Überprüfung kritisch. Stifter: »Jagdscheininhaber sind bereits sehr gut überprüft, der neuerliche Aufwand ist riesig.«

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