Insgesamt 132 001 Menschen haben am Sonntag im Wetteraukreis von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Der Kreis ist in 271 Bezirke aufgeteilt. Eines der Wahllokale: die Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg.
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Insgesamt 132 001 Menschen haben am Sonntag im Wetteraukreis von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Der Kreis ist in 271 Bezirke aufgeteilt. Eines der Wahllokale: die Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg.

Europawahl

Wetterau: So hat der Kreis bei der Europawahl abgestimmt - Alle Ergebnisse in interaktiver Karte

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
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Das deutschlandweite Ergebnis der Europawahl spiegelt sich auch im Wetteraukreis wider: Minus für die CDU, Absturz für die SPD, Riesengewinne für die Grünen.

Eine deutlich gestiegene Wahlbeteiligung, ein leichter Rückgang für die CDU, ein desaströser Absturz der SPD, ein bemerkenswerter Aufstieg der Grünen und eine AfD, für die sich nicht viel verändert hat - so lässt sich der Europawahl-Sonntag aus Wetterauer Sicht zusammenfassen. Die CDU musste einen Rückgang von 30,4 auf 27 Prozent hinnehmen, die SPD-Mitglieder haben aber an einer viel deutlicheren Schlappe zu knabbern: 30,3 Prozent im Jahre 2014 stehen 17,4 bei der Wahl am Sonntag gegenüber. Phänomenal der Aufstieg der Grünen, die sich von 12,2 auf 23 Prozent nahezu verdoppelt haben. Die AfD kam diesmal auf 10,5 Prozent, vor fünf Jahren hatte sie 9,9 erreicht. Der Anteil der FDP ist gegenüber der Wahl vor fünf Jahren von 4,1 auf 6,6 Prozent gestiegen. Die Linke landete diesmal bei 3,5 Prozent gegenüber 4,8 im Jahr 2014. Bis die 271 Wahlbezirke ausgezählt waren, dauerte es bis etwa 22.20 Uhr, denn ein Briefwahlbezirk aus Karben ließ lange auf sich warten.

Ausnahmen: Wölfersheim, Florstadt

Von 225 720 Menschen, die zur Wahl aufgerufen waren, nutzten 132 001 ihr Recht. Die Gemeinde Echzell ist ein gutes Beispiel für die sprunghaft angestiegene Wahlbeteiligung: Gingen 2014 noch 36,4 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne, so gaben nun mehr als 62 Prozent ihre Stimme ab. Bad Vilbel hat Hirzenhain als wahlfreudigste Wetterauer Kommune abgelöst, schaffte es auf rund 66 Prozent Beteiligung. Hirzenhain hatte vor fünf Jahren 63 Prozent und ist diesmal mit 49,5 Prozent Schlusslicht.

Die einzigen beiden SPD-Hochburgen in der Wetterau sind Florstadt und Wölfersheim, wobei der Begriff Hochburg relativ ist: In beiden Gemeinden haben die Sozialdemokraten im Vergleich zu den anderen Parteien zwar die meisten Stimmen geholt, schaut man sich allerdings die Zahlen von 2014 an, dann ist die SPD in Wölfersheim von 38,9 auf nun 24,2 Prozent abgestürzt, in Florstadt gar von 42,1 auf 24,6 Prozent. Die CDU ist in Rockenberg besonders erfolgreich gewesen, hat dort 36,5 Prozent geschafft, liegt aber rund fünf Prozentpunkte unter ihrem 2014er-Ergebnis. Der starke Stimmenzuwachs bei den Grünen und der Absturz der SPD lassen sich exemplarisch in den drei größten Kommunen des Wetteraukreises beobachten. So haben die Grünen in Bad Nauheim etwa doppelt so viele Stimmen geholt wie die SPD, in Friedberg ist der Abstand von 11,2 Prozentpunkten auch sehr deutlich. In Bad Vilbel ist das Verhältnis noch extremer, denn dort entfallen 30,5 Prozent auf die Grünen und 13 Prozent auf die Sozialdemokraten. Bei der Europawahl 2014 lag die SPD in Bad Nauheim und Friedberg noch jeweils über elf Prozentpunkte vor den Grünen. Auch in der aktuellen Wetterauer Grünen-Hochburg Bad Vilbel lag die Öko-Partei vor fünf Jahren noch 8,4 Prozentpunkte hinter der SPD. Friedberg mit 26,8 Prozent ist neben Bad Vilbel allerdings die einzige Kommune in der Wetterau, in der die Grünen die meisten Stimmen gesammelt haben.

Die AfD konnte in Hirzenhain mit 17,7 Prozent ihren größten Erfolg feiern, den geringsten Anteil der Stimmen holte sie in Bad Vilbel (7,2 Prozent).

In Niddatal hielt die CDU ihr Ergebnis von vor fünf Jahren fast, die SPD hingegen stürzte von 31,6 auf 16,3 Prozent ab. Wie in Niddatal so ist auch in Ober-Mörlen die CDU die Nummer eins, auch wenn die Christdemokraten Einbußen hinnehmen mussten. Die Verluste der SPD waren aber deutlicher, die Grünen wurden von 12,3 auf 20,5 Prozent gehievt.

Weniger Prozente und doch besser

Blickt man nach Reichelsheim, dann fällt vor allem auf, dass verglichen mit den 40,2 Prozent im Jahre 2014 diesmal 60,9 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuzchen gemacht haben. Auch hier hat die CDU (25,6 Prozent) die Nase vorn, vor fünf Jahren mussten sich die Christdemokraten noch mit Platz zwei zufrieden geben, auch wenn sie damals noch vier Prozentpunkte mehr geholt hatten als jetzt. Die SPD war damals noch die stärkste Kraft in Reichelsheim, diesmal aber reicht es mit 20,3 Prozent nur für Platz zwei - ganz knapp vor den Grünen (18,2 Prozent).

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