Selbst wenn sich alle Raupen bereits zur Motte entwickelt haben, sind die Gespinste der Apfel-Gespinstmotte noch im Streuobst zu finden. FOTO: PRW
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Selbst wenn sich alle Raupen bereits zur Motte entwickelt haben, sind die Gespinste der Apfel-Gespinstmotte noch im Streuobst zu finden. FOTO: PRW

Plage in den Bäumen

Wetterau: Gespinnstmotte macht auch vor großen Bäumen nicht halt

  • vonred Redaktion
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Viele Obstbäume bieten derzeit einen trostlosen Anblick: In ihnen nistet der Apfel-Spinner. Hunderte Raupen in einem Gespinst können einen Baum schnell kahl fressen. Das kann man tun.

Wetteraukreis- Im Frühjahr noch standen die Bäume auf den Streuobstwiesen in voller Blüte. Farbenfroh und prachtvoll. Derzeit bieten sie vielerorts leider keinen schönen Anblick mehr. Viele Obstbäume sind eingesponnen und wirken in Kontrast zum freundlichen Sommerwetter regelrecht trostlos. Verantwortlich dafür ist der Apfel-Spinner. Ein kleiner unscheinbarer Falter aus der Familie der Gespinstmotten.

Bei einem Massenaufkommen können die weißen Gespinste auch größere Bäume komplett umschließen. Fast wie ein Haarnetz wirkt dies dann. Denn in den Gespinsten leben oft Hunderte Raupen. Die hungrigen Larven fressen den Baum in kurzer Zeit nahezu kahl, der Baum wirkt in dieser Zeit wie tot.

Wetterau: Motte sorgt für Eintragseinbußen im Herbst

Der Spuk endet erst einmal, wenn sich die Larven verpuppen und der kleine, schwarz-weiß gepunktete Falter schlüpft. In der Regel treiben gesunde Obstbäume dann wieder aus. Trotzdem muss mit Ertragseinbußen im Herbst gerechnet werden, denn schließlich können mit der Apfel-Gespinstmotte befallene Apfelbäume ihre Kraft weniger in die Ausbildung und Entwicklung von Früchten investieren.

"Dieser Trend setzt sich in den Folgejahren vermutlich weiter fort, da eine Bekämpfung der Apfel-Gespinstmotte sehr schwierig ist. Überdies wird der Baum mit der Zeit anfälliger gegenüber anderen Krankheiten und Umwelteinflüssen", erklärt Stefanie Friederich vom Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau.

Die sommerliche Paarungszeit des Falters wird durch heißes und trockenes Wetter wie dem der vergangenen Tage noch begünstigt und es werden besonders viele Eier in die Blattknospen der Bäume abgelegt. Folgt darauf noch ein milder und schneearmer Winter, ist die Mottenplage im Frühjahr fast sicher.

Der Einsatz von Insektiziden jeder Art sei nicht zu empfehlen, da diese auch Bestände harmloser Schmetterlingsarten gefährden. Eine zunehmende Bedeutung kommt der biologischen Bekämpfung durch den Einsatz von natürlichen Fressfeinden wie etwa der Schlupfwespe zu.

Bei der Bekämpfung der Gespinstmotten ist der Zeitpunkt entscheidend: Haben sich die Mottenlarven erst einmal eingesponnen, sind sie in ihrem Gespinst gut geschützt. Zur Entfernung haben sich zu diesem Zeitpunkt am besten mechanische Mittel wie starker Rückschnitt oder Abspritzen der Gespinste mit einem starken Wasserstrahl bewährt. Im Anschluss ist das Anbringen von Leimringen empfehlenswert, um eine erneutes Hochkriechen der Raupen am Stamm zu verhindern. Alle entfernten Gespinste und Pflanzenteile sind unbedingt fachgerecht zu entsorgen.

Wetterau: Nisthilfen für Vögel können gegen Motte helfen

Am wichtigsten ist es jedoch, das biologische Gleichgewicht auf Streuobstwiesen und in Gärten zu fördern. So halten sich Schädlinge und Nützlinge die Waage. Fressfeinde von Larven sind viele Singvogelarten. "Der Ansiedlung von vielen Vogelarten kann durch das Anbringen von Nisthilfen schon mit einfachen Mitteln geholfen werden", sagt Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau. "Auf den Wetterauer Streuobstwiesen hat die Förderung der Artenvielfalt seit vielen Jahren oberste Priorität", sagt Weckler. "Wichtig ist vor allem die Zusammenarbeit aller Akteure, um das Zusammenspiel von Natur, Artenvielfalt und Produkterzeugung in Einklang zu bringen."

Der Naturschutzfonds bietet neben der Pflege der eigenen Flächen auch Privatleuten Hilfestellungen bei der Vermarktung von Äpfeln an.

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