Dramatisch: Im Oktober 2018 hat sich bei einem Verkehrsunfall auf der A5 an der Anschlussstelle Bad Nauheim das Fahrzeug einer Familie überschlagen. Dabei ist das älteste Kind gestorben - ein Fünfjähriger.
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Dramatisch: Im Oktober 2018 hat sich bei einem Verkehrsunfall auf der A5 an der Anschlussstelle Bad Nauheim das Fahrzeug einer Familie überschlagen. Dabei ist das älteste Kind gestorben - ein Fünfjähriger.

Verkehrsunfallstatistik

In der Wetterau ereignet sich alle 101 Minuten ein Unfall

  • vonKatharina Gerung
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Weniger Unfälle als 2017: Das ist das Fazit der aktuellen Verkehrsunfallstatistik 2018 für den Wetteraukreis. 5227 Unfälle sind trotzdem noch immer zu viel: In 52 Fällen waren Kinder beteiligt.

Weniger, aber immer noch zu viele: 5227 Unfälle haben sich im Jahr 2018 auf den Straßen der Wetterau ereignet: "Jeder Mensch, der auf unseren Straßen zu Schaden kommt oder gar sein Leben verliert, ist einer zu viel", sagt Anja Fuchs, Leiterin der Polizeidirektion Wetterau. In ganz Mittelhessen liegt die Zahl der Unfälle auf einem hohen Niveau, das zeigt die von der Polizeidirektion Wetterau vorgestellte Unfallstatistik für das Jahr 2018. Trotzdem: "Die Entwicklung der Unfallzahlen in der Wetterau ist insgesamt positiv. Vor allem der Rückgang der bei Unfällen verletzten Kinder und Jugendlichen stimmt mich hoffnungsvoll", erklärt Martin Frank, neuer Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes Wetterau.

Verletzte:Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Verletzten im Jahr 2018 von 1157 Personen bei 841 Unfällen auf 1066 Personen bei 807 Unfällen. 849 Menschen wurden dabei leicht verletzt und 206 schwer; elf Menschen verloren ihr Leben. Positiv unterdessen der Rückgang bei Unfällen, an denen Kinder und Jugendliche beteiligt waren: Die Zahl sank von 79 Kindern im Jahr 2017 auf nun 52. Dabei wurden 48 von ihnen verletzt; im Vorjahr waren es noch 82. 2018 wurden von 80 unfallbeteiligten Jugendlichen 60 verletzt. 2017 kamen 91 von 102 zu Schaden.

Unfallursachen:Auch im Jahr 2018 waren die meisten Unfälle auf Kollisionen mit Wild zurückzuführen. Die Zahl sank jedoch leicht von 1114 Vorfällen im Jahr 2017 auf 1056 im Jahr 2018. Damit ereignete sich in der Wetterau alle acht Stunden ein Wildunfall. 14 Menschen zogen sich dabei leichte Verletzungen zu. Als zweithäufigste Unfallursache zeigte sich in 505 Fällen das Wenden und Rückwärtsfahren, 21-mal häufiger als 2017. In 436 Fällen wurde ein zu geringer Abstand den Fahrern zum Verhängnis; 428-mal lösten Vorfahrtverstöße einen Unfall aus. Mit zu hoher Geschwindigkeit konnten 232 Unfälle begründet werden, 17-mal häufiger als 2017.

Rauschmittel:Unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln wie Drogen oder Alkohol verursachten Verkehrsteilnehmer im Jahr 2018 insgesamt 166 Unfälle. 2017 lag diese Zahl leicht höher - bei 175 Fällen. Damals wurden 81 Menschen verletzt; 2018 waren es mit 62 Menschen etwas weniger. Maßgeblich verantwortlich für den leichten Rückgang könnten die Präventionsmaßnahmen des Verkehrsdienstes Wetterau sein. 203 berauschte Fahrer konnten 2018 aus dem Verkehr gezogen werden, noch bevor sie einen Unfall verursachten. Dabei waren 142 Fahrer alkoholisiert, 51 standen unter dem Einfluss von Drogen, und bei zehn Fahrern konnten beide Substanzen nachgewiesen werden.

Unfallflucht:Eine Unfallflucht alle fünf Stunden: 1657 Verkehrsteilnehmer entfernten sich 2018 unerlaubt von einer Unfallstelle. Die Zahl ist gegenüber 2017 mit 1757 solcher Fälle leicht rückläufig. Damals konnten 37 Prozent aufgeklärt werden, 2018 waren es mit 38 Prozent etwas mehr.

Motorräder und Co:Auch die Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweirädern nahm gegenüber 2017 leicht ab. Bei 162 Vorfällen verletzten sich 120 Zweiradfahrer, keiner kam zu Tode. Im Jahr 2017 verletzten sich 142 Personen, vier starben. In 37 Fällen waren Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahre beteiligt, 23 wurden verletzt. In Zusammenhang mit einem E-Bike konnte nur ein Unfall erfasst werden.

Jugendliche:Jugendliche im Alter von 18 bis 24 Jahren waren 2018 an 934 Unfällen beteiligt. Dies stellt einen deutlichen Rückgang zum Vorjahr dar, in dem noch 1127 Verkehrsteilnehmer dieser Gruppe in der Statistik genannt wurden. 24 jugendliche Fahrer verursachten 2018 einen Unfall unter Alkoholeinfluss, der Trend sinkt damit weiter. Darin könnte sich die Wirkung der Aktion "BOB" widerspiegeln: Fahrer junger Feiertruppen bekommen mit einem gelben Schlüsselanhänger der Polizei in Gastronomien ein alkoholfreies Getränk gratis.

Senioren: Im Jahr 2018 waren Menschen der Altersgruppe 65 bis 74 in 601 Unfälle verwickelt - 26 mehr als 2017. Hinzu kommen 495 Unfälle, in die Verkehrsteilnehmer ab 75 Jahren aufwärts involviert waren. Zurückzuführen ist dies laut Polizei auf eine veränderte demographische Struktur. Durch gezielte Informationen und Hilfestellungen will die Polizei die Mobilität dieser Generation aufrechterhalten. Neben der Aktion "BOB" ist "MAXimal mobil bleiben - mit Verantwortung" die zweite zielgruppenspezifische und nachhaltig ausgerichtete Verkehrpräventionsmaßnahme in Mittelhessen.

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