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»Ich habe draußen viel Platz«, sagt und zeigt Hüttchen-Wirtin Beate Mrozek.

Inzidenz unter 100

Lockerungen lösen nicht nur Euphorie aus: Neue Regeln fordern Geschäftsleute heraus

  • VonHarald Schuchardt
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Die Stufe 1 der Corona-Verordnung ermöglicht Öffnungen, stellt Einzelhändler und Gastronomen aber auch vor einige Herausforderungen. Deshalb gibt es auch Skepsis bei den Wetterauer Geschäftsleuten.

Friedberg – Heute beginnt die Biergartensaison im Musikbistro in der Bismarckstraße 32, »egal wie das Wetter sein wird«, sagt Wirtin Alex Primavera. Dass die Gäste dann einen aktuellen Corona-Test vorweisen oder einen Nachweis für ihre Durchimpfung oder überstandene Corona-Erkrankung vorlegen müssen, bereitet ihr einige Kopfzerbrechen. »Das muss ja alles kontrolliert werden«, sagt Primavera, die die Abstände zwischen den Tischen ausgemessen hat. 1,50 Meter Abstand ist die Vorgabe.

Primavera: »Ich versuche, die Tische so zu stellen, dass bei Regen die Besucher durch Schirm oder Markise geschützt sind. Reinlassen darf ich ja noch niemanden.« Der Innenbereich darf erst in der Stufe 2 geöffnet werden. Dann wird es noch komplizierter: Im Außenbereich wird ein Test nur noch empfohlen, während für den Gastraum ein Test vorgelegt werden muss. »Das gibt ein Durcheinander«, mutmaßt Primavera, die ein Sonnen- bzw. »Regensegel« anschaffen will, um draußen mehr regensichere Plätze zu schaffen. Zusätzliche Investitionen will Beate Mrozek vorerst nicht tätigen. Zusammen mit Ehemann Ludger Baha führt sie seit mehr als 25 Jahren das »Hüttchen«, die öffentliche Gaststätte auf dem weitläufigen Gelände der Friedberger Turngemeinde in der Ockstädter Straße.

Wetterauer Geschäftsleute versuchen sich auf neue Corona-Regeln einzustellen

»Wir werden erst am Mittwoch aufmachen«, sagt Mrozek, die mit ihrem Mann beschlossen hat, vorerst nur mittwochs bis sonntags zu öffnen. »Die vorhandenen Schirme und Pavillons reichen aus«, meint die Wirtin, die ihren Humor trotz der langen Schließzeit nicht verloren hat: »Ich hoffe, dass die Brauerei genug Fassbier abgefüllt hat.«

Bis die »Dunkel«, die Traditionsgaststätte auf der Kaiserstraße, öffnet, dürfte dies hoffentlich der Fall sein. »Wir werden frühestens bei Erreichen der Stufe 2 öffnen, voraussichtlich erst Ende Mai«, sagt Fabian Körber, der zusammen mit Sebastian »Basti« Beck die Dunkel betreibt.

Auch beim Eissalon Cortina bleibt der bereits aufgebaute Außenbereich auf der Kaiserstraße - von den Friedbergern liebevoll »Schafställe« genannt - vorerst ungenutzt. »Ich muss erst genügend Personal haben. Noch ist uns das alles viel zu unsicher«, sagt Michele Del Favero, der den »Eisverkauf to go« derzeit ausschließlich mit Familienmitgliedern betreibt.

Lockerungen in der Wetterau: Neue Corona-Regeln bedeuten Rückschritt vor Friseure

Ein Rückschritt bedeuten die neuen Regeln für alle Friseure, denn ab heute müssen die Kunden wieder einen aktuellen Negativtest vorlegen, was vor einer Woche gerade abgeschafft worden war. »Diese Woche hatten wir endlich wieder normalen Betrieb, die zwei Wochen davor mit Test waren eine Katastrophe. Das wird jetzt bis zur Stufe 2 wieder so«, befürchtet Friseurmeister Thomas Korff, Inhaber von »Friseur Creative« auf der Kaiserstraße. »Vor dem totalen Lockdown arbeiteten wir ohne Tests völlig reibungslos. Mein ganzes Personal wird regelmäßig getestet«, sagt Korff.

Dagegen herrscht bei den Einzelhändlern durchweg Freude, ist »click and meet« nun wieder ohne Vorlage eines aktuellen Tests möglich. »Das ist sowohl für uns als auch für unsere Kunden eine enorme Erleichterung«, freut sich Jochen Ruths vom gleichnamigen Modehaus auf der Kaiserstraße mit Filiale in der Reinhardstraße in Bad Nauheim. (har)

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