S-Bahn entgleist Frankfurt
+
Eine S-Bahn-Entgleisung am 30. Dezember in Eschersheim führt dazu, dass es immer noch massive Probleme mit der Zugverbindung zwischen der Wetterau und Frankfurt gibt.

Zug-Probleme

Wetterau: Nach S-Bahn-Entgleisung - Beeinträchtigungen für Pendler bis Februar

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
    schließen

Ein Schienenproblem in Frankfurt-Eschersheim wirkt sich deutlich auf den Bahn-Verkehr in der Wetterau aus. Es gibt Ausfälle, Verspätungen, volle Züge. Was sagt die Bahn?

Update, 11.01.2021, 19.31 Uhr: Die Auswirkungen des S-Bahn-Unfalls Ende Dezember in Frankfurt Eschersheim merken Pendler aus der Wetterau noch heute. Und so wird es auch noch eine ganze Weile bleiben. Nach dem Vorfall am 30. Dezember meldet die Deutsche Bahn nun: „Die Beeinträchtigungen im Bahnverkehr zwischen Frankfurt und Friedberg bzw. Gießen dauern voraussichtlich noch bis zum 1. Februar an. Bis dahin werden der Fern- und Regionalverkehr weiterhin zum Teil über Hanau und Fulda umgeleitet.“

Ursache für den S-Bahn-Unfall im Dezember in Frankfurt Eschersheim war eine Gleisabsenkung auf einem Teilstück des bestehenden Bahndamms auf dem Streckenabschnitt zwischen Frankfurt-West und Frankfurt-Frankfurter Berg. Die entsprechenden Instandsetzungsarbeiten finden in den Nächten statt. Hierzu wird die Strecke zwischen Frankfurter Berg und Frankfurt-West nachts ab 22:20 Uhr gesperrt und ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Wetterau: Zugverbindung nach Frankfurt massiv beeinträchtigt

Hintergrund, 11.01.2021, 05.23 Uhr: Ein S-Bahn-Unfall am 30. Dezember wirkt sich noch immer deutlich auf den Bahnverkehr in der Wetterau aus. Im Frankfurter Stadtteil Eschersheim war an jenem Mittwochmorgen in Folge einer Gleisabsenkung eine S-Bahn entgleist, verletzt wurde niemand.

»Die nicht nur für viele Wetterauer sehr wichtige Zugverbindung nach Frankfurt ist seit zwei Wochen massiv beeinträchtigt. Neben sehr vielen Zugausfällen und Verspätungen wird der komplette Zugverkehr nach wie vor über Hanau umgeleitet«, hat ein WZ-Leser an die Redaktion geschrieben. Von der Bahn gebe es so gut wie keine Informationen, »erst recht nicht zu der Frage, wie lange der geschilderte Zustand noch andauert«. Auch die Angaben in der Bahn-App seien derzeit nutzlos und hätten mit der Realität meist nichts gemein, beklagt der Wetterauer.

»Man kann sich weder darauf verlassen, dass dort als pünktlich angezeigte Züge überhaupt fahren, noch auf voraussichtliche Fahrzeiten, die man für ein realistisches Ergebnis derzeit gedanklich von vornherein verdoppeln kann, weil die Umleitung über Hanau als ›Schleichfahrt‹ mit zahlreichen Stillständen stattfindet. Nach den Erfahrungen dieser Woche beträgt die Fahrzeit von Bad Nauheim nach Frankfurt bzw. zurück anstatt der sonst üblichen 30 Minuten im Schnitt das Dreifache.« Mit viel Glück gelinge es auch mal in einer guten Stunde, mit Pech sitze man für die gut 30 Kilometer über zwei Stunden im Zug. Wegen der vielen Zugausfälle sei es in den fahrenden Zügen voll - und das in Zeiten der Corona-Pandemie.

Deutsche Bahn: Regional- und Fernverkehr muss weiterhin umgeleitet werden

Wie eine Bahn-Sprecherin dieser Zeitung mitteilte, ist die von der Gleisabsenkung betroffene Strecke seit dem 5. Januar wieder eingleisig befahrbar und wird von der S-Bahn genutzt. Der Regional- und Fernverkehr müsse leider weiterhin umgeleitet werden. »Wie lange es dauern wird, bis die Strecke wieder komplett befahren und der Zugverkehr wieder wie gewohnt laufen kann, ist derzeit noch nicht absehbar.«

Dass die Regionalzüge länger unterwegs seien als gewohnt, liege an der längeren Strecke, die sie wegen der Umfahrung zurücklegen müssten. Auf den zur Verfügung stehenden Gleisen fahre gerade sowohl der reguläre, als auch der umgeleitete Verkehr, »was dazu führt, dass die Strecke sehr stark frequentiert ist und die Züge aufgrund voran fahrender Züge nicht so schnell fahren können, wie es auf freier Strecke möglich wäre«. Beim Mittelhessen-Express zwischen Friedberg/Bad Nauheim/Gießen und Frankfurt kommt es laut der Bahn-Sprecherin nicht zu Zugausfällen aufgrund der Umleitung.

Deutsche Bahn: Fahrplan ist aktualisiert

»Sechs von täglich insgesamt 168 müssen wir allerdings ›geschwächt‹, das heißt mit zwei anstatt drei Wagen, fahren. Dies liegt daran, dass die längeren Fahrzeiten auch für uns bedeuten, dass wir mehr Fahrzeuge benötigen als regulär.«

Seit Freitag sei in den elektronischen Auskunftsmedien ein aktualisierter Fahrplan hinterlegt, der die angepassten Fahrzeiten berücksichtige. Die Erstellung und das Einspielen in die Systeme dauerten immer einige Tage.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare