LEUCHTEND GELB 
- "Überall blüht und duftet der Raps, und er hat eine tolle Farbe." Das schreibt Ute Hammerschmidt aus Wisselsheim zu diesem Foto. Sie hat es bei einer Radtour nach Bad Vilbel aufgenommen.
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LEUCHTEND GELB - »Überall blüht und duftet der Raps, und er hat eine tolle Farbe.« Das schreibt Ute Hammerschmidt aus Wisselsheim zu diesem Foto. Sie hat es bei einer Radtour nach Bad Vilbel aufgenommen.

Wertvolles Lebensmittel

  • vonInge Schneider
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Wetteraukreis (im). Trotz Regens und eisigen Windes trafen sich am ersten Tag der Eisheiligen die neuen hessischen Rapsblütenkönigin Theresa I., die Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Wetterau-Frankfurt, Andrea Rahn-Farr, und Landwirt Daniel Knorr zu Füßen von Burg Münzenberg, um erste Erfahrungen der Anbausaison auszutauschen.

Theresa Schmidt, wie die siebte hessische Rapsblütenkönigin mit bürgerlichem Namen heißt, ist 23 Jahre alt und gelernte Bankkauffrau, sie stammt von einem landwirtschaftlichen Betrieb aus Schönborn in der Schwalm und studiert seit Herbst Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen.

Landwirte haben Sorgen

Vor wenigen Wochen wurde sie durch den Hessischen Bauernverband gekürt, und ist nun als Botschafterin für den heimischen Raps unterwegs. »Ich möchte durch mein Amt als hessische Rapsblütenkönigin sowohl der Gesellschaft als auch der Politik den Raps als wertvolles, hochwertiges und vor allem regionales Lebensmittel näherbringen, um so den heimischen Rapsanbau zu stärken und nachhaltig zu sichern«, lautet ihr Credo.

In diesem Jahr werden rund 35 800 Hektar Winterraps angebaut, so die Prognose der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP). Das sind zwar 8000 Hektar mehr als im Vorjahr, aber nur noch etwa acht Prozent der hessischen Ackerfläche. In der ersten Hälfte des zurückliegenden Jahrzehnts lag der Flächenanteil des Winterrapses mit mehr als 60 000 Hektar noch bei rund 13 Prozent.

Diesen Zahlen konnte der Münzenberger Landwirt Daniel Knorr nur zustimmen. Er baut in diesem Jahr 24 Hektar Raps an und benannte mehrere Gründe für die Anbaueinschränkungen: ungünstige Witterungsbedingungen, insbesondere extreme Trockenheit während der Aussaat im August, das Verbot von Pflanzenschutzmitteln, die sich im konventionellen Anbau bewährt hätten, sowie gesunkene Erzeugerpreise, die in Verbindung mit schlechten Erträgen die Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus infrage stellen. »Raps ist eine bedeutende Ölpflanze, die viele Vorteile bietet: Bienen nutzen blühende Rapsfelder als wertvolle Pollen- und Nektarquelle.

Das Öl wird geschätzt

Verbraucher schätzen Rapsspeiseöl«, sagte Knorr vor Ort. Andrea Rahn-Farr konnte ihm als Vorsitzende des Regionalbauernverbandes nur zustimmen: »Von einem Hektar ernten Landwirte, meistens im Juli, durchschnittlich rund 4000 Kilogramm Rapskörner. Diese Erntemenge wird in Ölmühlen zu etwa 1600 Litern Rapsöl und rund 2500 Kilo Rapsschrot verarbeitet. Hierbei handelt es sich, nach Angaben der Landwirte, um ein hochwertiges, gentechnikfreies Eiweißfutter für Milchkühe, das aus heimischer Erzeugung stammt. Es ersetzt Sojaschrot-Importe aus Südamerika in erheblichem Umfang«, unterstrich sie. »Raps schützt zudem den Boden gegen Erosion und Abschwemmung und verursacht im Anbau nur geringe Energiekosten.«

Positiv wertete Rahn-Farr das zunehmende Interesse der Bevölkerung an regionalen landwirtschaftlichen Produkten.

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