Rückstau bis zur Straße: Die linke Fahrspur bleibt ungenutzt, der Radweg ist teilweise blockiert.
+
Rückstau bis zur Straße: Die linke Fahrspur bleibt ungenutzt, der Radweg ist teilweise blockiert.

Probleme bei Eröffnung

Neuer Wertstoffhof in Friedberg: Eröffnung läuft durch Andrang äußert holprig

  • vonHedwig Rohde
    schließen

Der Umzug des Wertstoffhofes Friedberg in den Stadtteil Dorheim war mit großen Erwartungen verbunden - die Eröffnung verlief jedoch alles andere als optimal.

Friedberg - »Man begreift nicht, warum die alle gleich am ersten Tag kommen«, sagt Dr. Jürgen Roth, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) Wetterau, schüttelt den Kopf und liefert einen Grund gleich nach: »Am Samstag hatten wir wegen des Umzugs halt geschlossen.« Montags hat der Wertstoffhof Friedberg generell nur nachmittags (ab 13 Uhr) geöffnet. Gegen 13.45 Uhr stauen sich an diesem Montag am gerade eröffneten Standort die wartenden Fahrzeuge bis zur Straße zurück, teilweise blockieren sie den seitlich der von Schwalheim nach Dorheim führenden Landstraße eingerichteten Fahrradweg.

Wirklich nötig wäre der Rückstau nicht. Im Gegensatz zum alten Standort »Bei der Warth« bietet die neue Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Wetterauer Getränkebetriebs in Dorheim nicht nur erheblich mehr Fläche, sondern es wurde auch die Zufahrt mit zwei Fahrspuren versehen.

Wertstoffhof Friedberg: »Reißverschluss« klappt nicht richtig

Die Idee dahinter: Wenn eine größere Anzahl Fahrzeuge gleichzeitig am Wertstoffhof Friedberg eintrifft, können diese sich auf die zwei nebeneinander liegenden Fahrspuren verteilen und sich erst direkt vor der Waage hinter der Einfahrt nach dem Reißverschluss-Prinzip einfädeln.

Am ersten Tag klappt das gar nicht. Die linke der beiden Fahrspuren wird so gut wie gar nicht benutzt, und falls dort doch einmal ein Auto langkommt, funktioniert der »Reißverschluss« nicht. »Wenn die Leute in der Schlange gewartet haben, ist jeder nur noch erpicht darauf, selbst möglichst schnell dranzukommen«, urteilt Roth mit nur einem Hauch Resignation in der Stimme. Rücksichtnahme? Fehlanzeige! »Es muss sich noch einspielen«, ergänzt der AWB-Leiter hoffnungsvoll.

Einspielen muss sich auch noch die Zufahrt zur recht großzügig dimensionierten Waage an der Einfahrt zum Wertstoffhof in Friedberg. Zwar weist ein Schild darauf hin, dass jeweils nur ein Fahrzeug drauffahren soll, doch in der Hitze der wartenden Gemüter übersieht der eine oder andere den freundlichen Hinweis. Ergebnis: weitere Verzögerungen, weil das hintere Fahrzeug (dem die nächsten bereits an der Stoßstange kleben) erst umständlich wieder zurück rangieren muss.

Stimmung auf Wertstoffhof in Friedberg ist ziemlich angespannt

Sei es wegen Corona, wegen des nasskalten Wetters oder aus anderen Gründen: Am ersten Tag des umgezogenen Wertstoffhofs Friedberg ist die Stimmung vieler Kunden ziemlich angespannt, viele wollen nur möglichst schnell wieder fort. Dem 76-jährigen Jürgen Landsiedel ist bei seinem Umzug von Oberursel nach Bad Nauheim ein Karton voll Porzellan und Glas zerbrochen. Die Stücke sortiert er unter den kritischen Augen eines AWB-Mitarbeiters nun in unterschiedliche Container.

»Heute sind wieder einige unterwegs, die uns kostenpflichtige Abfälle unterjubeln wollen«, erläutert Roths Stellvertreter Uwe Schmittberger. Gemeinsam mit Kollegen, darunter Recyclinghof-Leiter Reiner Petter, ist er auf dem weitläufigen Gelände unterwegs, um dafür zu sorgen, dass nicht (kostenpflichtiger) Rest- oder Sperrmüll in Containern landet, die für die (kostenfreie) Annahme von Glas, Kunststoffen oder Kartonagen vorgesehen sind. Mehr als ein praller blauer Sack muss deshalb auf ihre Bitte hin zwecks Kontrolle geöffnet werden, und nicht alle Anlieferer reagieren auf diese Überprüfung freundlich und zuvorkommend.

Wertstoffhof Friedberg: Was ist kostenlos, was nicht?

Florian Haas aus Ockstadt und Tobias K., der mit seinem Sohn gekommen ist, haben da keine Probleme. Beide treffen kurz hintereinander an der Abladestelle für Altholz ein. Haas bringt nach der Wohnungsrenovierung Parkett und Holzreste, K. hat neben dem defekten Wäschetrockner die Überbleibsel eines Kinderzimmer-Doppelstockbettes im Kofferraum. Dass er nun erst das (kostenpflichtige) Altholz abladen und dann wieder auf die Waage muss, bevor er den (kostenfreien) Elektroschrott loswird, stört den dreifachen Vater nicht: »Heute habe ich noch Urlaub«, teilt er fröhlich mit - und unter der Maske ahnt man ein Lächeln.

Geöffnet ist der Wertstoffhof Friedberg montags von 13 bis 17.45 Uhr, dienstags bis freitags jeweils von 9.30 bis 12.15 Uhr sowie von 13 bis 17.45 Uhr und samstags von 9 bis 13.45 Uhr. Kostenfrei angenommen werden Altkleider, Batterien, Behälterglas, CDs/DVDs, Druckerpatronen und Tonerkartuschen, Elektrogeräte und Lampen, Flachglas, Verpackungsmaterialien (gelber Sack), Korken, Kunststoffe aus Hartplastik, Metallschrott, Papier, Pappe und Kartonagen. Bezahlt werden muss die Entsorgung von Bauschutt und Altholz, Grünabfall und Sperrmüll. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Wertstoffhofs. (Hedwig Rohde)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare