Werner Zülch mit Merz-Abend im Alten Hallenbad

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Friedberg (pm). Er sieht zunächst aus wie ein langweiliger Beamter, doch Werner Zülch als Wiedergänger Kurt Schwitters ist deutlich kreativer. Am morgigen Samstag bringt er den Zuschauern im Alten Hallenbad an der Haagstraße 29 das Merz-Universum des Hannoveraner Dada-Genies Kurt Schwitters (1887-1948) nahe. Ab 19.30 Uhr wird der Mann vom Aktionstheater Kassel zum Beispiel das Anna-Blume-Gedicht rezitieren. Zülch warnt: »Ich bin elektrisch - nehmt euch in acht« und deklamiert: »An alle Bühnen der Welt. Ich fordere…«

Daraus wächst ein Verständnis dessen, was Schwitters mit Merz meinte. Der vielseitige Künstler hatte eine Technik entwickelt, aus Zeitungsausschnitten, Reklame und Abfall Collagen zu bauen. Als Gegenprojekt zum eher destruktiven Dadaismus sollten seine seit 1919 entstandenen Bilder, Lautmalereien und Skulpturen für einen Wiederaufbau stehen. Seine Wohnung in Hannover baute der Künstler in einen »Merzbau« voller spitzwinkliger Nischen um. Die Nazis konnten nichts mit dem Mann anfangen. Er musste vor ihnen nach Norwegen und später nach England fliehen, wo er nach Kriegsende starb.

Der Eintritt für den Friedberger Merz-Abend kostet zwölf Euro; Karten gibt es unter www.ticket-shop-friedberg.de oder direkt im Ticketshop an der Burg.

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